Spritzgießen Design und Funktion im Spritzvorgang realisieren

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Der Beschichtungspezialist Kurz hat eine Integrationstechnik entwickelt, mit der Funktionsfolien für Touchsensoren und dekorative Beschichtungen gleichzeitig während des Spritzgießvorgangs auf Bauteile appliziert werden können.

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Im IML- und IMD-Verfahren gefertigter Touchscreen.
Im IML- und IMD-Verfahren gefertigter Touchscreen.
(Bild: Leonhard Kurz)

Der Einbau der Funktionalität und die Dekoration finden in einem kombinierten Prozess von Inmold Labeling (IML) und Inmold Decoration (IMD) statt. Von der mit Touchfunktionalität versehenen Laminatfolie werden einzelne Inmold Labels produziert, die in eine Werkzeughälfte eingelegt und beim Hinterspritzen mit der Rückseite des Kunststoffteils verbunden werden. Gleichzeitig wird im IMD-Verfahren an der zweiten Werkzeughälfte eine Trägerfolie mit dekorativer Beschichtung vorbeigeführt, die sich während des Spritzgießvorgangs vom Träger löst und mit der Vorderseite des Bauteils verbindet. Um beide Applikationen in einem Spritzvorgang realisieren zu können, musste eine besondere Werkzeugtechnologie entwickelt werden. Außerdem wurde eine spezielle Funktionsfolie benötigt, die im IML-Verfahren verarbeitbar ist. Die Funktionsfolien, die sich durch ihre IML-Fähigkeit auszeichnen, heißen PolyTC und wurden von der Kurz-Tochter PolyIC entwickelt. PolyTC sind transparente Folien, die aufgrund ihrer metallischen Leitfähigkeit eine hohe Sensor-Abtastrate, Signalgüte und Störfestigkeit erzielen. Sie ermöglichen die Produktion sehr dünner, flexibler und transparenter Touchsensoren, die sich leicht in viele Anwendungen integrieren und mit konventionellen Elektronikbauteilen ansteuern lassen. PolyTC-Folien werden in einem Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess hergestellt, der eine große Herstellungskapazität gewährleistet. (qui)

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