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Steckbolzen

Der Kran zum Mitnehmen

| Autor: Juliana Pfeiffer

In den Schnellbau-Portalkrane von SCHILLING Gerätebau kommen Steckbolzen, kundenindividuell vom Normteilehersteller Otto Ganter gefertigt, für die Höhenverstellung zum Einsatz.

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Wie wechsele ich einen Antriebsmotor einer Rolltreppe problemlos aus? Die Antwort auf diese Frage hat der gelernte Maschinenbautechniker Martin Schilling: "Der mobile Kran zum Mitnehmen wird mit dieser Aufgabe fertig." In seiner Firma SCHILLING Gerätebau werden Aluminium-Portalkrane und Zubehör gefertigt. "Unsere Aluminium-Portalkrane dienen dem Maschinen- und Anlagenbauer beispielsweise zum Transport von Werkzeugen für Spritzgießmaschinen, aber auch der klassische Steinmetz nutzt unseren Schnellbau-Portalkran, um zentnerschwere Grabsteine auf Friedhöfen zu setzen", erklärt der Inhaber Martin Schilling. Der Weg zum Unternehmen führt an riesigen Obstplantagen und Hopfenfeldern vorbei zum Gewerbegebiet Rohrbach bei Friedrichshafen im idyllischen Bodensee-Kreis.

Josef Fleischer gründete das Unternehmen 1979 unter dem Namen FleiMaGerätebau GmbH. 1999 übernahm Martin Schilling das Unternehmen. Im heutigen Unternehmen fertigen 15 Mitarbeiter neben Standard-Produkten vor allem Individual-Lösungen. Die aus Aluminium-Sonderprofilen gefertigten Hebekrane sind in der Höhe variabel einstellbar und können mittels Verstellfüßen an Unebenheiten angepasst werden. Die Einsatzgebiete der Aluminium-Portalkrane sind überall zu finden. "Ein derzeitiges Projekt sind Tiefenerdbohrungen im Frankenland. Hier werden an unseren Portalkranen Messsonden angebracht, die die Tiefenmessungen vornehmen", verrät Martin Schilling.

Stahl-Steckbolzen verstellt Portal-Kran in der Höhe

Ein Vorteil der Portalkrane ist, dass sie binnen weniger Minuten zusammengesteckt werden können. Bei der Höhenverstellung ist ein Bauteil besonders wichtig: ein Stahl-Steckbolzen aus dem Hause des Normteileherstellers Otto Ganter aus Furtwangen. "Bereits vor meiner Zeit arbeitete Josef Fleischer mit Ganter zusammen, aber eher in einem bescheidenem Maße", erinnert sich Firmeninhaber Martin Schilling.

Intensiviert wurde die Zusammenarbeit vor rund fünf Jahren. Christof Kuss, Außendienstmitarbeiter bei Otto Ganter ist bei einer Dienstfahrt rund um Friedrichshafen auf die Firma SCHILLING Gerätebau aufmerksam geworden. Es kam zu einem Spontanbesuch beim Aluminium-Portalkran-Hersteller.

Vom Spontanbesuch zum ersten großen Rahmenauftrag

"Ich stellte Martin Schilling unsere Produktpalette vor und er fragte: Ist es möglich diesen schwarzen Bügelgriff hier auch in Blau zu fertigen?", erinnert sich Christof Kuss. Bis dahin verbaute Schilling schwarze Bügelgriffe aus Duroplast in seinen Kranen. "Die sind aber immer so gesplittert", ruft sich Heike Schilling, die Schwester von Martin Schilling und kaufmännische Leiterin bei SCHILLING Gerätebau, die damalige Situation ins Gedächtnis zurück. Ganter spritzte den Bügelgriff in Thermoplast kundenindividuell in der blauen Firmenfarbe von SCHILLING Gerätebau. "Damit kam der erste Rahmenvertrag zwischen Ganter und Schilling zustande. Bei meinem nächsten Besuch war dann der Sterngriff dran", sagt der Außendienstmitarbeiter. Dieser wurde auch in blau gefertigt, sowie auch Gummipuffer von Ganter.

"Als größtes Projekt folgten dann die Steckbolzen", entsinnt sich Christof Kuss. Bis dahin wurden bei SCHILLING Gerätebau einfache Stahlbolzen mit einer Querbohrung, in die ein Splint zur Befestung kam, zur Höhenverstellung der Portalkrane verwendet. "Das wollte Martin Schilling ein wenig filigraner gelöst haben", erzählt Christof Kuss. Entstanden ist ein Steckbolzen mit blauem Kopf. "Als Ganter uns den Steckbolzen vorgestellt hat, hatten die Bolzen nur einen Durchmesser von zehn bis zwöf Millimeter. Um am Kran eine Last von drei Tonnen standzuhalten, müssen die Bolzen einen Durchmesser von 20 Millimeter haben", erklärt Martin Schilling die besonderen Anforderungen an die Steckbolzen. Kundenspezifische Ausführungen werden bei Otto Ganter groß geschrieben, da der Service über allem steht. Kundenservice bedeutet aber auch Logistik. Heute Ware bestellen und morgen erhalten. Dabei führen kundenspezifische Varianten oftmals auch zu interessanten Sortimentserweiterungen.

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 Juliana Pfeiffer

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