Wind Energy 2014 Der Energiewende auf die Sprünge helfen

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Die Aussteller auf der Wind Energy 2014 wollen zeigen, wie die Energiewende funktioniert. Ihre Innovationen sollen helfen, eine nachhaltige Energieversorgung zu garantieren. In fast genau vier Monaten schaut die Windbranche weltweit auf Hamburg: Vom 23. bis 26. September hat die Wind Energy Hamburg auf dem Gelände der Hamburg Messe Premiere.

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Die internationale Leitmesse für die On- und Offshore-Windbranche wird alle zwei Jahre auf dem Gelände der Hamburg Messe veranstaltet.
Die internationale Leitmesse für die On- und Offshore-Windbranche wird alle zwei Jahre auf dem Gelände der Hamburg Messe veranstaltet.
(Bild: Messe Hamburg)

„Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, wird die Wind Energy Hamburg eröffnen. Das unterstreicht die Bedeutung der Leitmesse als globale Plattform für die Windbranche – onshore wie offshore“, betonte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, am Donnerstag bei der Vorab-Pressekonferenz in der Windmetropole Hamburg.

Rund 1000 Aussteller aus mehr als 30 Ländern präsentieren vier Tage lang auf insgesamt 65.000 m2 Fläche ihre Neuheiten und Dienstleistungen. In mehr als 15 Nationenpavillons haben sich Branchen-Unternehmen verschiedener Länder zusammengeschlossen. Dabei präsentieren sich Windenergie-Märkte von Dänemark bis zu den USA und China. Darüber hinaus werden zur Leitmesse im September zahlreiche Besucherdelegationen erwartet, unter anderem aus Brasilien und Japan.

Höherer Stromertrag durch technologischen Fortschritt

„Die Branche wird auf der Wind Energy Hamburg eindrucksvoll zeigen, wie sie zu innovativen Lösungsansätzen für eine nachhaltige Energieversorgung beiträgt“, so Aufderheide. Die Innovationskraft der Hersteller wie Zulieferer war eines der Hauptthemen der Vorab-Pressekonferenz. Im Fokus standen Neuentwicklungen, die die Stromgewinnung durch Windenergie an Land wie auf dem Meer noch effizienter machen. „Die Windindustrie ist bekannt dafür, vom technologischen Fortschritt getrieben zu sein“, sagte Andreas Nauen, Vorsitzender der Windbranche im VDMA und Vorstandsvorsitzender von Senvion. Angesichts von Studien zum Kostensenkungspotenzial wisse man, welcher Weg zu gehen sei.

Günstigere Fundamente für Offshore

Volker Malmen, Kaufmännischer Geschäftsführer von Dong Energy in Deutschland, wies auf die wichtige Rolle der Offshore-Windenergie hin: „Ein vermehrter Einsatz von Offshore-Windenergie führt wegen der Stetigkeit zu einem hohen Energieertrag und zusätzlich zu geringeren Systemkosten. Denn durch diese Stetigkeit sind systemische Einsparungen bei Speicherung und Ausgleichsenergie in erheblichem Umfang möglich.“ Als Beispiele für Neuentwicklungen für den Offshore-Bereich führte Malmen an: „Neben den größeren Turbinen mit erhöhten Erträgen sind es vor allen Dingen Innovationen in der Installation von Großkomponenten. So arbeiten wir auch an neuen Fundamenttypen, die Installationskosten senken sollen.“ Andreas Nauen hob grundsätzlich die Bedeutung von Offshore in Ergänzung von Onshore-Energie hervor: „Bei Volllaststunden und besten Windbedingungen, wie wir sie in der deutschen Nordsee vorfinden, ist die Energie, die wir produzieren, vergleichbar mit der eines Heizkraftwerkes. Solche perfekten Bedingungen nicht zu nutzen, das wäre, als würde Saudi-Arabien kein Öl fördern.“

Auch die Zulieferindustrie treibe, als enger Partner der Hersteller, weltweit Innovationen mit Blick auf nachhaltige Kostensenkungen und eine stetige Verbesserung der Verfügbarkeit der Anlagen voran, so Leopold Greipl, Geschäftsführer AG Windindustrie VDMA. Beispiele seien unter anderem neuartige Condition-Monitoring Systeme, Sensoren, Steuerungskonzepte oder auch Schmiersysteme.

Energiewende und Atomausstieg in Deutschland

Zentrale Themen werden während der WindEnergy Hamburg auch die Energiewende am führenden Technologiestandort Deutschland und die wichtige Rolle der Windenergie bei ihrer Umsetzung sein. „Viele Länder schauen auf Deutschland und beobachten, wie diese hochentwickelte Industrie die Energiewende samt Atomausstieg stemmt“, sagte Greipl. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), unterstrich: „Hamburg wird der Politik in Deutschland noch einmal sehr eindrucksvoll vor Augen führen: Die Windenergie an Land ist der preiswerte Leistungsträger der Energiewende.“ Damit Wind in Europa insgesamt gute Zukunftsperspektiven hat, hält er verbindliche und ambitionierte Klimaschutzziele für die Länder für erforderlich. Außerdem gelte es, „die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten aus unsicheren Regionen zu stoppen“, so Albers. Dies stärke gleichzeitig die Wertschöpfungskette in Europa.

Dauerbrenner: Windstromspeicher

Auch die Speicherung von Windstrom wird auf der Leitmesse ein wichtiges Thema sein: Auf der parallel zur Wind Energy Hamburg veranstalteten H2 Expo werden Ansätze für die Integration der Erneuerbaren in den Energiemarkt gezeigt, die Lösungen im Bereich Speicherung und Mobilität bieten. Darüber hinaus bietet die Leitmesse zahlreiche Informations- und Networking-Möglichkeiten. Auf dem „Forum“ in Halle B6 gehen Experten in Fachvorträgen auf die aktuellen Branchenthemen ein. Um Job- und Karrierechancen in der Windindustrie geht es beim Recruiting Day am Freitag, 26. September. (br)

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