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Enabler der Konstruktion Den eigenen Weg zur Digitalisierung finden

Eplan und Rittal haben eine Vision von der durchgängigen digitalen Wertschöpfungskette im Steuerungs- und Schaltanlagenbau. Wie diese aussieht und wer davon profitiert, erklären Sebastian Seitz und Uwe Scharf.

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Uwe Scharf (li.) und Sebastian Seitz erklären im Interview, welches Potenzial die Digitalisierung für den Steuerungs- und Schaltanlagenbau hat.
Uwe Scharf (li.) und Sebastian Seitz erklären im Interview, welches Potenzial die Digitalisierung für den Steuerungs- und Schaltanlagenbau hat.
(Bild: Rittal )

konstruktionspraxis: Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Digitalisierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau?

Sebastian Seitz: Die Bandbreite ist sehr groß: Es gibt Steuerungs- und Schaltanlagenbauer, die schon sehr weit sind in der Digitalisierung und andere, die noch ganz am Anfang stehen. Die Bedeutung des Themas ist erkannt, aber jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg zur Digitalisierung finden.

konstruktionspraxis: Wovon hängt der Digitalisierungsgrad denn ab?

Uwe Scharf: Im Steuerungs- und Schaltanlagenbau gibt es sowohl Unternehmen, die fünf Mitarbeiter haben, als auch Unternehmen, in denen 50 oder 500 Beschäftigte arbeiten. Abhängig von der Größe ist häufig auch der Digitalisierungsgrad: Kleine Anlagenbauer sind oft noch sehr handwerklich aufgestellt. Man kann sagen, je größer ein Unternehmen ist, desto höher ist auch der Digitalisierungsgrad. Wobei heute schon die meisten Unternehmen in irgendeiner Art und Weise mit digitalen Tools arbeiten. Die eigentliche Frage ist: Wie durchgängig sind die digitalen Prozesse und wo gibt es Medienbrüche? Entscheidend ist, diese Schwachstellen zu erkennen und zu beheben, um so durchgängige digitale Prozesse zu schaffen.

Die Experten

Sebastian Seitz ist seit 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung von Eplan und Cideon. Mit Blick auf zukünftige Businessmodelle treibt er die Weiterentwicklung der beiden Softwareunternehmen voran. Uwe Scharf verantwortet seit 2019 als Geschäftsführer bei Rittal die Business Units IT und Industry sowie das Marketing. Bereits seit 2001 ist der Elektrotechnikingenieur bei Rittal in Führungspositionen tätig.

konstruktionspraxis: Wie sieht Ihre Vision einer durchgängigen Wertschöpfungskette aus?

Seitz: Unsere Vision ist, dass wir den Schaltanlagenbau tatsächlich vom Engineering – also von der ersten Entstehungsphase – über die Fertigung bis hin zum Betrieb digital unterstützen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der digitale Zwilling der Schaltanlage: Dieser enthält Daten, die von der Planungsphase bis in die Produktion reichen. Dort können mithilfe dieser Daten dann Maschinen angesteuert und alle Prozesse automatisiert und digitalisiert werden.

Konstruktionspraxis-Podcast

Elektrokonstruktion

Der konstruktionspraxis-Podcast, das Fachmagazin zum Hören, informiert schnell und unterhaltsam über spannende Technikthemen. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die Digitalisierung im Schaltschrankbau. Unsere Redakteurin Sandra Häuslein spricht mit Sebastian Seitz von Eplan und Uwe Scharf von Rittal darüber, wie die ideale digitale Wertschöpfungskette im Schaltschrankbau aussieht und welche Möglichkeiten es gibt, erste digitale Prozesse anzustoßen.

konstruktionspraxis: Sie haben den digitalen Zwilling angesprochen. Welchen Nutzen hat dieser im Schaltanlagenbau?

Seitz: Stellen Sie sich einen fertigen Schaltschrank vor, ausgebaut mit allen Komponenten. Wenn Sie diesen als vollständigen digitalen Zwilling abgebildet haben, kennen Sie nicht nur die Abmessungen und die elektrischen Komponenten, sondern Sie haben auch sämtliche zusätzliche Daten, die notwendig sind, um diesen Schrank zu fertigen - basierend auf einem Digitalmodell. So können automatisiert aus dem digitalen Zwilling die Maschinen angesteuert werden, die die Löcher in die Montageplatte bringen, um die Komponente dann auch an der richtigen Position festzuschrauben. Zudem ist es möglich, die nötige Klimatisierung zu berechnen, wenn wir vorab wissen und digital sehen können, welche Komponenten wo im Schrank verbaut sind. Und wir können simulieren, wie das Verbrauchsverhalten im Live-Betrieb aussieht. Das digitale Modell deckt also viele verschiedene Aspekte ab.

konstruktionspraxis: Der digitale Zwilling spielt also nicht nur in der Entwicklung, sondern auch im Betrieb eine Rolle?

Scharf: Ja natürlich. Sehen Sie, der Arbeitsprozess beginnt bei uns relativ einfach mit dem digitalen Modell eines leeren Schaltschranks. Dieser wird dann in den Eplan-Engineering-Tools aufgegriffen und angereichert mit den digitalen Modellen von Hunderten und Tausenden von Komponenten aus dem Eplan Data Portal. Damit kann der Kunde dann genau prüfen, ob alles passt: Gibt es Kollisionen? Reicht die Klimatisierung aus? Oder muss ich eine zusätzliche aktive Belüftung einführen? Im Betrieb gibt es Wartungs- oder auch Erweiterungsarbeiten. Alle Änderungen müssen auch in der Dokumentation nachgeführt werden. Liegt diese in digitaler Form vor – bestenfalls innerhalb eines digitalen Zwillings, wächst dieses digitale Modell mit jedem Schritt der Wertschöpfungskette mit. Viele Fehler können dadurch vermieden werden.

konstruktionspraxis: Bei der Digitalisierung muss man also alle Bereiche betrachten – vom Engineering bis hin zum Betrieb?

Scharf: Genau. Aus diesem Grund haben wir den Gesamtprozess im Rittal Innovation Center in Haiger exemplarisch abgebildet. Weder Eplan noch Rittal sind Steuerungs- und Schaltanlagenbauer. Wir sind ein Produzent von Schaltschränken und liefern Maschinen, Eplan liefert die Engineering-Tools dazu. Wir wissen, wie man beides zusammen optimal anwendet und können exemplarisch den optimalen Workflow aufzeigen. Das tun wir im Rittal Innovation Center. Mittlerweile haben uns 13.000 Kunden besucht. Wir diskutieren dann gemeinsam, wie ihr optimaler Prozess aussehen könnte. Die Ausgangsposition ist immer die Aufnahme des Ist-Zustandes. Mit den Rittal- und Eplan-Consultants werden dann der Soll-Zustand und die nötigen Schritte erarbeitet. Das ist je nach Kunde sehr individuell.

konstruktionspraxis: Wie sieht in dem Zusammenhang die Zusammen­arbeit zwischen Eplan und Rittal aus?

Scharf: Wir haben sowohl auf der Produktmanagement- als auch auf der Entwicklungsseite gemeinsame Teams. Die Verzahnung soll so eng wie möglich gestaltet werden, damit wir jeden Bruch, den wir vermeiden können, tatsächlich von Anfang an verhindern. Am Ende sollen die Lösungen für den Kunden durchgängig und einfach handhabbar sein. Dafür müssen die Dinge ordentlich miteinander funktionieren.

konstruktionspraxis: Wie hoch ist aktuell das Interesse der Anlagenbauer an der Digitalisierung?

Seitz: Das Interesse ist sehr groß. Gerade im zentraleuropäischen Raum sind viele Steuerungs- und Schaltanlagenbauer durchaus kostengetrieben. Bei ihnen sind die Bedenken groß, dass der Anlagenbau in günstigere Lohnländer abwandert. Der Druck steigt, sich effizienter aufzustellen. Ein Hebel für den Effizienzgewinn im Schaltanlagenbau ist die Kombination aus der Digitalisierung der Prozesse und der Wiederverwendung dieser Ergebnisse in herstellenden Prozessen. Ob diese dann manuell ausgeführt oder durch eine Maschine erledigt, werden, ist abhängig von der Größe. Wir können in jeder Stufe und für jede Unternehmensgröße einen Mehrwert liefern, um Prozesse effizienter zu gestalten.

konstruktionspraxis: Wagen wir den Blick in die Glaskugel: Werden sich die digitalen Pro­zesse im Steuerungs- und Schaltanlagenbau durchsetzen?

Seitz: Ich glaube schon, dass ein Großteil derjenigen, die ihr Geschäft professionell betreiben und nach vorne gerichtet denken, digitalisieren werden, denn der Effizienzgewinn ist enorm.

konstruktionspraxis: Gilt das für Unternehmen jeder Größe?

Scharf: Ich glaube, es wird auch zukünftig die kleinen Schaltanlagenbauer geben, die nicht so hochautomatisiert arbeiten werden. Da geht es dann eher um individuelle Anlagen, deren Stückzahlen überschaubar bleiben. Aber die digitalen Prozesse – in welcher Form und welchem Umfang auch immer – werden sich durchsetzen. Meine Prognose ist: In zehn Jahren setzen alle auf eine durchgängige Digitalisierung. Diejenigen, die das nicht machen, werden vom Markt verschwinden. Aber die Ausprägung, wie viel Maschinenunterstützung eingesetzt und wie hoch der Automatisierungsgrad sein wird, wird weiterhin sehr unterschiedlich bleiben.

Vielen Dank Herr Seitz und Herr Scharf.

* Sandra Häuslein, Monika Zwettler, Redakteurinnen konstruktionspraxis

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