Suchen

Stromversorgung

BMW-Prototyp erzeugt Strom aus Abgasen

| Redakteur: Juliana Schulze

Forscher des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben den Prototypen eines Autos entwickelt, das Strom aus Abgasen gewinnt. Zum Tag der Luft- und Raumfahrt, 20. September 2009, wird der Prototyp in Köln vorgestellt.

Firmen zum Thema

Versuchsfahrzeug von BMW. Bild: DLR
Versuchsfahrzeug von BMW. Bild: DLR
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits seit längerem wird an der Nutzung thermoelektronischer Generatoren zur Gewinnung von Strom aus Abwärme gearbeitet, dabei rückt die Technologie durch das BMW-Versuchsfahrzeug der praktischen Verwendung einen entscheidenen Schritt näher. Derzeit verpuffen zwei Drittel der von Verbrennungsmotoren erzeugten Energie als Abwärme. Hier kommen thermoelektrische Generatoren ins Spiel. Zukünftig sollen sie in den Abgasstrang von Autos integriert werden, wo sie die Abwärme in Strom für die Bordelektronik umwandeln. Bei einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde erzeugt das mit insgesamt 24 thermoelektrischen Modulen ausgestattete Versuchsfahrzeug derzeit 200 Watt elektrische Leistung - Elektrizität, die sonst unter Verwendung der Antriebsenergie von der Lichtmaschine erzeugt werden müsste.

Spritsparpotenzial von 5 bis 10 Prozent

Eine Steigerung scheint noch möglich, liegt doch der Wirkungsgrad derzeit bei rund 14 Prozent. Angepeilt sind bis zu zwanzig. Das zukünftige Spritsparpotenzial durch thermoelektrische Generatoren schätzen Experten auf bis fünf bis zehn Prozent, wodurch sich der Kohlendioxidausstoß im Straßenverkehr um Mio. Tonnen reduzieren ließe. Verwendung könnten thermoelektrische Generatoren zudem auch in Hybridfahrzeugen finden, wo sie beim Laden der Akkus hilfreich wären.

Physiker Seebeck legte Grundstein für Stromgewinnung

Den Grundstein für die Stromgewinnung mit thermoelektrischen Generatoren legte der deutsche Physiker Thomas Johann Seebeck bereits im 19. Jahrhundert. Er entdeckte, dass sich zwischen zwei Punkten unterschiedlicher Stromleiter bei Temperaturunterschieden eine elektrische Spannung aufbaut. Dieses Prinzip machen sich thermoelektrische Generatoren zunutze, wobei eine größere Temperaturdifferenz auch die Produktion von mehr Strom ermöglicht. Sie werden derzeit beispielsweise in der Raumfahrt eingesetzt, wo sie aus der Kälte des Weltraums in Kombination mit einem Heizelement zuverlässig Strom für Sonden erzeugen. Wann sie tatsächlich in Serienfahrzeugen eingesetzt werden, ist noch unklar.

Quelle: pressetext.deutschland

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 315206)

Bild: Sieb & Meyer; gemeinfrei; Volvo Bus Corporation; Leichtmetallgießerei Bad Langensalza; Bild: Fraunhofer IKTS; Archiv: Vogel Business Media; Adam Opel AG; Deutscher Zukunftspreis/Ansgar Pudenz; Pöppelmann / RZ-Studio; Michael Gaida / pixabay.com; ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com; Ziehl Abbeg; VCG; Nico Niemeyer/IFW; Mesago; Hänchen; Ejot; Freudenberg/ Daniel Fortmann.com