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Kunststoffland NRW Berufsstart für Flüchtlinge – Unternehmen tauschen Erfahrungen aus

| Redakteur: Katharina Juschkat

Über Integration nicht nur reden, sondern auch handeln: In der Kunststoffindustrie gibt es viele Unternehmen, die genau das umsetzen und – egal ob Großunternehmen oder Mittelständler – Flüchtlinge in das Arbeitsleben integrieren. Um über die Erfolge, aber auch die Probleme, die dabei auftreten, zu diskutieren, lud das Kunststoffland NRW zum Austausch.

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Bei einem Treffen der Vereinsplattform Qualifikation des Kunststofflandes NRW Mitte September tauschten sich Unternehmen über ihre Erfahrungen aus, Flüchtlinge in die Arbeitswelt zu integrieren.
Bei einem Treffen der Vereinsplattform Qualifikation des Kunststofflandes NRW Mitte September tauschten sich Unternehmen über ihre Erfahrungen aus, Flüchtlinge in die Arbeitswelt zu integrieren.
(Bild: kunststoffland NRW)

Starthilfe für Flüchtlinge bei der Integration ins Arbeitsleben – dafür engagieren sich in der Kunststoffindustrie viele Unternehmen und Einrichtungen mit konkreten Maßnahmen. So unterschiedlich die Rahmenbedingungen bei Mittelständlern und Großunternehmen auch sind: Die neue Herausforderung aktiv annehmen und zugleich für Fachkräftenachwuchs sorgen, ist für Kunststoffunternehmen unterschiedlicher Größenordnung das Gebot der Stunde. Schwierigkeiten, die dabei in der Praxis auftreten, aber auch positive Erlebnisse mit motivierten jungen Flüchtlingen standen im Vordergrund bei dem Treffen der Vereinsplattform Qualifikation des Kunststofflandes NRW am 13. September 2016.

„Handeln statt Reden” – Unternehmen berichten von Engagement

Torsten Urban, seit Juni 2016 im Vorstand des Vereins, konnte als Leiter des Kreises engagierte und kompetente Referenten begrüßen. Wolfgang Oehm, Geschäftsführender Gesellschafter der ONI Wärmetrafo GmbH, berichtete über sein persönliches Engagement für Geflüchtete, das von der Finanzierung von Sprachkursen über die Organisation von Unterkünften bis hin zur Schaffung von 10 zusätzlichen Ausbildungsplätzen reicht. Von der Sinnhaftigkeit dieses – auch finanziell erheblichen – Engagements ist Wolfgang Oehm überzeugt und appelliert an alle Unternehmerkollegen, seinem Beispiel zu folgen und der Devise „Handeln statt Reden“ zu folgen.

Auch bei Evonik ist der Start in den Beruf für zahlreiche Flüchtlinge gut gelungen. Dr. Hans-Jürgen Metternich, Leiter Evonik Ausbildung Nord, gab einen Überblick über Berufsvorbereitungsmaßnahmen des Konzerns für die Zielgruppe der Geflüchteten in 2015/2016. Seine positive Bilanz: 21 von 30 Personen konnten direkt in eine Ausbildung vermittelt werden, 13 % in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Metternich lobte auch die Motivation der Geflüchteten und die Kooperation mit Berufskolleg und begleitenden Sozialpädagogen.

Zahlreiche ungelöste Probleme diskutiert

Das KIMW hat im Mai eine fachspezifische Ausbildung für Migranten gestartet. Dr. Andreas Balster, Leiter Polymer Training Centre beim KIMW, bestätigte viele der Eindrücke seiner Vorredner. Auch am KIMW habe man viele positive Erfahrungen gemacht und plant bereits mit der nächsten Gruppe.

Die anschließende intensive Diskussion ließ allerdings auch zahlreiche bisher ungelöste Probleme erkennen: Was tun, wenn etwa ein Mittelständler drei Flüchtlinge aufnehmen möchte und dafür kein Deutschkurs zustande kommt? Oder: Wie geht man mit Widerständen in der eigenen Belegschaft gegen die Integration von Flüchtlingen um? Nach wie vor bleibt eine der größten Herausforderungen, wie die (Weiter-)Vermittlung von Flüchtlingen in andere Betriebe unterstützt werden kann, wenn sie aus Kapazitätsgründen keine Perspektive im eigenen Unternehmen finden können? Inwieweit hier ein Netzwerk wie Kunststoffland NRW helfen kann, ist nun genauer zu prüfen. (kj)

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