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Fortbildung

Berufsbegleitend Elektrotechnik studieren: Vom Büro in den Hörsaal

| Autor/ Redakteur: Hannah Oestreich / David Franz

An einem Freitagmorgen um acht Uhr sitzt Lars Hamann nicht an seinem Schreibtisch, sondern tüftelt im Labor an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft an seiner Projektarbeit. Er gestaltet und entwickelt ein Kommunikationsmodell für Rennfahrzeuge auf Basis moderner Netzwerktechnik.

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Das Studium zeichnet sich durch besondere Praxisnähe und individuelle Betreuung aus. Zudem bauen die Teilnehmenden ein wertvolles berufliches Netzwerk auf. Das IWW fördert den fachlichen Austausch durch regelmäßige Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Elektrotechnik.
Das Studium zeichnet sich durch besondere Praxisnähe und individuelle Betreuung aus. Zudem bauen die Teilnehmenden ein wertvolles berufliches Netzwerk auf. Das IWW fördert den fachlichen Austausch durch regelmäßige Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Elektrotechnik.
( Bild: Emil Rothweiler )

Seit März 2017 studiert er im Masterstudiengang Elektrotechnik – elektrotechnische Systeme und Management und arbeitet parallel als Elektroingenieur. Der Praxisbezug ist im Studium besonders wichtig, in zwei Projektarbeiten verbinden die Studierenden die Theorie mit ihrem Alltag im Unternehmen. Der Arbeitgeber unterstützt das Studium und zahlt einen Teil der Studiengebühren.

So wie für Lars Hamann ist Weiterbildung für viele Arbeitnehmer ein Kernelement ihrer beruflichen Entwicklung: Laut einer Studie des Stellenportals indeed von 2017 haben 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer Interesse an beruflicher Weiterbildung. Die Gründe sind dabei vielfältig: „Für mich ist mein persönliches Interesse an Elektrotechnik der wichtigste Grund für das Studium“, sagt ein anderer Teilnehmer im berufsbegleitenden Masterstudiengang der Hochschule Karlsruhe: „Ich will mich weiterentwickeln und komplexere Themen verstehen“. Eigeninitiative und Durchhaltevermögen zahlen sich aus: Weiterbildungen ermöglichen häufig eine Gehaltssteigerung und einen Sprung auf der Karriereleiter. Die Studierenden müssen sich nicht mehr zwischen einem Masterstudium und dem Beruf entscheiden. Sie entwickeln sich fachlich und persönlich weiter und vertiefen ihre Kenntnisse aus dem Bachelor-Studiengang. „Ich arbeite sehr gerne mit den Studierenden im berufsbegleitenden Masterstudiengang“, erklärt Prof. Litzenburger, der Studiengangsleiter: „Sie bringen einen ganz anderen Hintergrund mit als Studierende direkt nach dem Abitur, kennen die Berufswelt und sind sehr zielstrebig und ehrgeizig.“

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts fördern fast drei Viertel der Unternehmen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Hauptsächlich bieten sie firmeneigene Schulungen an, Studiengänge mit staatlichen Abschlüssen sind dagegen den Hochschulen und Universitäten vorbehalten. Für Firmen dient ein berufsbegleitendes Studium auch als Mittel der Personalentwicklung: Sie bieten Absolventen eine langfristige Perspektive und halten sie damit im Unternehmen. Arbeitgeber unterstützen daher die Studierenden im berufsbegleitenden Masterstudiengang Elektrotechnik der Hochschule Karlsruhe mit vielfältigen Angeboten: finanzielle Förderung der Studiengebühren und Lehrmaterialien, zeitliche Freistellung oder Entlastung in Projekten. Fern- und Onlinestudiengänge werden auch bei Personalverantwortlichen immer beliebter, zeigt eine Studie von TNS Infratest von 2017. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Studierenden können von Zeit und Ort unabhängig lernen und ihren Lernfortschritt selbst bestimmen. Um diese flexible Lernweise zu fördern, unterstützt das IWW – Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung in Karlsruhe die Studierenden mit E-Learning-Elementen und entwickelt eigene Lerneinheiten.

Die Unternehmen folgen damit dem technologischen und wirtschaftlichen Wandel. Insbesondere im Bereich der Elektrotechnik besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften, beispielsweise in der Automobilindustrie. Durch die Energiewende, Elektromobilität, Informationstechnik und intelligente Systeme ändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer: Aufgaben werden vielfältiger und sind zugleich hochspezialisiert. Darüber hinaus benötigen auch Ingenieure Wissen in Bereichen wie Finanzen, Projektmanagement und Führung. Das Masterstudium in Karlsruhe mischt daher Inhalte der Elektrotechnik mit Managementthemen. „Der Schwerpunkt Elektrotechnik - elektronische Systeme deckt sich mit meinen fachlichen Themen im Berufsalltag“, sagt auch Lars Hamann.

Der berufsbegleitende Studiengang in Karlsruhe wurde im Dialog mit der regionalen Wirtschaft entwickelt und berücksichtigt die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Familie steht im Vordergrund. „Die Dozenten passen sich der Doppelbelastung durch Studium und Beruf sehr gut an“, so Lars Hamann: „Sie zeigen einen hohen Grad an Fachwissen und sind sehr motiviert“. Der Zeitaufwand, den die Studierenden jedes Semester einbringen müssen, wurde im Vergleich zum Vollzeitstudium halbiert, aus drei Semestern wurden fünf. Die Vorlesungen und Laborpraktika finden in zweiwöchigem Rhythmus freitags und samstags statt, Schulferien und Semesterferien sind freie Zeit.

„Das berufsbegleitende Studium eröffnet neue Perspektiven für die Ingenieure, während die Unternehmen vom aktuellen Wissen profitieren und sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren“, erläutert Prof. Franz Quint, Prodekan für Forschung der Hochschule Karlsruhe.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de.

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