Kunststoff Bayer plant vollständige Ausrichtung auf Life-Science-Geschäfte

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Bayer will sich in Zukunft ausschließlich auf die Life-Science-Geschäfte HealthCare und CropScience fokussieren und MaterialScience als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen.

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Faszination Naturwissenschaft im Bayer-Kommunikationszentrum BayKomm. Der Themenraum Gesundheit verdeutlicht medizinische Zusammenhänge in Form einer multimedialen Entdeckungsreise.
Faszination Naturwissenschaft im Bayer-Kommunikationszentrum BayKomm. Der Themenraum Gesundheit verdeutlicht medizinische Zusammenhänge in Form einer multimedialen Entdeckungsreise.
(Bild: Bayer)

Mit der erfolgreichen Markteinführung der neueren Pharma-Produkte, dem geplanten Erwerb des Geschäfts mit rezeptfreien Produkten von Merck & Co., Inc. (USA) sowie der sehr erfolgreichen Geschäftsentwicklung von CropScience hat sich in den vergangenen Jahren das Gewicht sehr zugunsten der beiden Life-Science-Geschäfte verschoben. Die positive Entwicklung dieser Bereiche soll sich mit weiteren Wachstumsinvestitionen auch in Zukunft fortsetzen. Der Vorstand hat deshalb im Rahmen der regelmäßigen Bewertung des Geschäftsportfolios beschlossen, das Unternehmen auf diese Bereiche zu konzentrieren. Etwa 70 Prozent des Umsatzes von Bayer kommen heute bereits aus den Life-Science-Bereichen, die zudem 88 Prozent des bereinigten EBITDA beitragen. "Unsere Absicht ist es, zwei globale Top-Unternehmen zu schaffen: Bayer als Innovationsunternehmen von Weltrang bei den Life-Science-Geschäften und MaterialScience als führendes Unternehmen bei den Polymeren", sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers. Beide Unternehmen hätten beste Chancen, in ihren jeweiligen Industrien erfolgreich zu sein.

MaterialScience soll direkten Zugang zum Kapitalmarkt erhalten

Das MaterialScience-Geschäft soll innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate als separate Aktiengesellschaft an die Börse gebracht werden. Ein wesentlicher Grund für diese Pläne liegt im direkten Zugang zu Kapital für die Weiterentwicklung des Material-Science-Geschäfts. Innerhalb des Bayer-Konzerns kann dieser Zugang aufgrund des erheblichen Investitionsbedarfs der Life-Science-Geschäfte sowohl für internes als auch für externes Wachstum künftig nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleistet werden. Darüber hinaus kann MaterialScience als eigenständiges Unternehmen seine Organisations- und Prozess-Strukturen sowie die Unternehmenskultur ausschließlich auf das eigene Industrieumfeld und Geschäftsmodell hin ausrichten.

Selbstständiges MaterialScience-Geschäft flexibler im globalen Wettbewerb

"MaterialScience ist sehr gut aufgestellt und verfügt heute über wettbewerbsfähige, sehr moderne Großanlagen. In diese haben wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kontinuierlich investiert", betonte Dekkers. Als Beispiele nannte der Vorstandsvorsitzende die World-Scale-Produktionsanlagen im chinesischen Shanghai oder auch die neue TDI-Anlage in Dormagen, die im Dezember offiziell in Betrieb genommen werden soll. Allein zwischen 2009 und 2013 investierte Bayer im MaterialScience-Bereich gut 3,8 Milliarden Euro in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung.

Mit der angestrebten Selbstständigkeit von MaterialScience entsteht das viertgrößte Chemieunternehmen in Europa, das 2013 (pro forma) weltweit einen Umsatz von über 11 Milliarden Euro erwirtschaftete. Das neue Unternehmen soll weltweit rund 16.800 Mitarbeiter haben, davon etwa 6.500 in Deutschland. Die Gesellschaft soll einen neuen Unternehmensnamen sowie eine eigenständige Identität bekommen und ihren Hauptsitz in Leverkusen haben. (qui)

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