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Elektromobilität

Automobile Geldbörse erleichtert mobilitätsrelevante Bezahlvorgänge

| Redakteur: Sandra Häuslein

Das neue Blockchain Car E-Wallet von ZF, UBS und dem Innogy Innovation Hub auf Basis der Blockchain-Technologie ist ein sicheres Bezahlsystem, das vor allem das „Unterwegs-Laden“ von Elektrofahrzeugen vereinfachen soll. Auch andere mobilitätsrelevante Dienstleistungen wie Autobahnmaut, Parkgebühren oder Car-Sharing soll die automobile Geldbörse abwickeln können.

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Das Blockchain Car E-Wallet soll E-Autos das einfache Abrechnen des Ladevorgangs ermöglichen. Auch Maut, Parkgebühren oder Car-Sharing können über die elektronische Geldbörse beglichen werden.
Das Blockchain Car E-Wallet soll E-Autos das einfache Abrechnen des Ladevorgangs ermöglichen. Auch Maut, Parkgebühren oder Car-Sharing können über die elektronische Geldbörse beglichen werden.
( Bild: ZF )

Reichweiten und Ladezyklen sind das spannendste Thema, wenn es um Elektroautos geht. Aber selbst wenn eine Ladestation gefunden ist, erweisen sich unterschiedliche Karten- und Abrechnungssysteme oft als Hürden. Um diese zu überwinden, hat ZF mit UBS und Innogy Innovation Hub das neuartige Car E-Wallet entwickelt, das mehrere Zahl- und Abrechnungsfunktionen bieten soll.

Das Car E-Wallet soll Nutzern die „on-the-go“-Bezahlung von Autobahnmaut sowie Park- und Ladegebühren erlauben. Gleichzeitig kann es Zahlungen entgegennehmen: etwa aus dem Car-Sharing, der Bereitstellung von Energie für das Stromnetz oder für Liefer-Services. Das Innogy Innovation Hub hat Anforderungen aus der Lade-Infrastruktur in das System integriert – dadurch soll das Car E-Wallet den Bezahlvorgang automatisch und sicher nach dem Laden der Batterie abschließen können.

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Automatischer Zahlungsvorgang

Wie jede Geldbörse muss auch das Car E-Wallet regelmäßig gefüllt werden. Nutzer können dies entweder vom heimischen PC oder mittels einer speziellen App durchführen. Damit wird das Auto vom Besitzer des Car E-Wallet autorisiert, eigenständig Zahlungen bis zu einem bestimmten Limit durchzuführen. Wird beispielsweise auf der morgendlichen Fahrt ins Büro eine Maut fällig, zahlt das Auto automatisch die Gebühren und erspart zeitraubendes Stehen in der Warteschlange. Der Fahrer wird erfasst während er im Auto bleibt, gleichzeitig erhält der Nutzer online einen Update über alle Transaktionen des Car E-Wallet.

Geeignet für Micropayments

Mit der Lösung hat jeder Nutzer schnellen und einfachen Zugang zur auf der Blockchain registrierten Ladeinfrastruktur. Keine Registrierungs- oder Log-In-Vorgänge sind erforderlich, um die Ladestationen zu nutzen. Sobald die Verbindung zur Ladestation hergestellt ist, werden die Fahrzeugbatterien geladen – und die Gebühren automatisch vom Car E-Wallet bezahlt.

Induktive Ladungen – etwa während einer Rotlichtphase oder an einem Zebrastreifen – können zwar nur geringe Energiemengen ins Fahrzeug übertragen, aber bei der Reichweite von Elektroautos zählt bekanntlich jeder Kilometer. Aufgrund seiner Micropayment-Funktion ist das Car E-Wallet in der Lage, auch geringste Zahlungsbeträge zu verrechnen und so das „Laden-to-go“ für Anbieter attraktiver zu machen.

Zahlungsströme in beiden Richtungen möglich

Zukünftig ist geplant, das Car E-Wallet dafür auszulegen, auch Zahlungen entgegenzunehmen und Zugänge zum Fahrzeug für Dritte freizuschalten. Anstatt nutzlos auf dem Parkplatz zu stehen, können Autos mit Car E-Wallet beispielsweise Car-Sharing-Portalen zur Verfügung gestellt werden und Gebühren von Mietern auf Zeit entgegennehmen.

Die Zugangsregelung erlaubt auch andere Anwendungen. So kann der Car-E-Wallet-Nutzer den Kofferraum seines parkenden Fahrzeugs öffnen lassen, wenn ein definierter Authentifizierungscode – etwa auf einem Paket – eingescannt wird. Paketlieferungen sind direkt ins Fahrzeug möglich – während der Schutz vor unbefugtem Zugriff gesichert bleibt.

Das Car E-Wallet soll zudem eine Einbindung in intelligente Energieversorgungssysteme erlauben. Zukünftig sollen diese Systeme die Blockchain-Technologie im Fahrzeug dafür nutzen können, Ladeprozesse danach auszurichten, ob erneuerbare Energie im Netz verfügbar ist. Vor allem kann das Fahrzeug Energie zurück ins Netz speisen, wenn der Nutzer einer entsprechenden Anfrage zustimmt.

Sichere Blockchain-Technologie

Technische Basis des Car E-Wallet ist die Blockchain-Technologie, die erlaubt, geschäftliche Transaktionen nahezu in Echtzeit durchzuführen, ohne hierzu eine zentrale Instanz oder einen vertrauenswürdigen Dritten zu benötigen. Die Blockchain-Technologie basiert darauf, dass in einer virtuellen, kryptografisch abgesicherten Kette aus Datenblöcken alle Transaktionen gespeichert werden – und so eine Liste mit den Kontoständen aller Nutzer entsteht. Weil diese Liste auf zahlreichen Computern gespeichert und für alle Nutzer kontrollierbar ist, gilt das System als sehr sicher.

Das Car E-Wallet ist aus der gemeinsamen Innovationsarbeit von ZF, UBS und dem Innogy Innovation Hub entstanden. Für 2017 planen die Partner einen Feldtest. (sh)

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