Fahrzeugelektronik Audi und NVIDIA erweitern Visual Computing im Auto

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

NVIDIA hat angekündigt, dass bald drei neue Fahrzeugsysteme in den Autos von Audi vom NVIDIA Tegra Visual Computing Module (VCM) betrieben werden. Die Systeme wurden auf der Internationalen Consumer Electronics Show CES 2014 enthüllt und umfassen ein Connected Infotainment-System mit der doppelten Leistung seines Vorgängers, das weltweit erste, für Automobile entworfene Tablet und ein hochauflösendes Cockpit mit klaren und anschaulichen Displays.

Firmen zum Thema

International CES 2014: Audi präsentiert das neue TT-Interieur Audi virtual cockpit.
International CES 2014: Audi präsentiert das neue TT-Interieur Audi virtual cockpit.
(Bild: Audi)

„Audi ist ein echter Vorreiter bei der Entwicklung von fortschrittlicher Fahrzeugelektronik“, sagt Taner Ozcelik, Vice President und General Manager of Automotive bei NVIDIA. „Durchbrüche wie das erste Navigationssystem basierend auf Google Earth und das erste für Automobile klassifizierte Tablet zeigen Audis Strategie, Consumer Elektronik schnellstmöglich in Autos zu bringen.“

Optimierte Mobilprozessoren

Die Tegra VCM (Visual Computing Module), die diese Systeme antreiben, sind hochflexible Plattformen mit einem für Automobile optimierten NVIDIA-Tegra-Mobilprozessor, der über eine NVIDIA-4-Plus-1-Kern-CPU, eine Mehrkern-GPU sowie dedizierte Audio-, Video- und Bildprozessoren verfügt. Das Tegra VCM ermöglicht es Autobauern auf einzigartige Weise, die aktuellsten Prozessoren in ihren Elektroniksystemen zu verwenden, heißt es. Dadurch beschleunigt sich die Evolution der fahrzeuginternen Systeme, sobald neue Hardware verfügbar wird. Diese Modularität begrenzt den bisher traditionellen Technologie-Unterschied zwischen Consumer Elektronik und den langen Entwicklungszyklen interner Fahrzeugsysteme dramatisch.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Next-Generation Infotainment

Aufbauend auf Audis modularer Infotainment-Plattform, die als MIB im Jahr 2012 vorgestellt wurde, wird die Next-Generation-Plattform in den Modellen eingeführt, die im kommenden Jahr erscheinen. Das preisgekrönte System Audi Connect bringt einen beispiellosen Grad an Integration ins Auto und ermöglicht die Navigation über Google Earth und Google Street View sowie Echtzeitinformationen zu Verkehr und Parkplätzen – komplett zugänglich durch Sprach- und Handschrifterkennung. Das neueste System wird durch einen Tegra 3 angetrieben und liefert mehr als die doppelte Leistung des Vorgängers.

Automotive-klassifiziertes Tablet

Audi hat außerdem eine neue Kategorie eines mobilen Geräts gestartet, bekannt als Smart Display. Dieser Multimedia-Computer wird mit einem Tegra-4-Prozessor betrieben, ist für den Rückbank-Einsatz konzipiert und fügt sich nahtlos in das Audio- und Video-System des Autos ein. Er wurde besonders robust konstruiert, um unterschiedlichsten Betriebsbedingungen wie Temperaturen zwischen minus 40 bis plus 80 Grad Celsius und Erschütterungen oder Vibrationen, die während des Fahrens entstehen können, zu widerstehen.

Das andockbare Tablet hat ein 10,2-Zoll-Display und läuft mit der neuesten Android-Version mit vollem Zugang zum Google Play Store und Google App Store mit hunderttausenden E-Books, Musikstücken, Spielen und Filmen, die von den Passagieren im Auto genossen werden können.

„Die Ingenieure von Audi und NVIDIA arbeiten eng zusammen, um Hardware und Software zu entwickeln, die unsere Kunden wirklich begeistern“, sagt Mathias Halliger, Chief Architect of Infotainment Systems bei Audi. „Mit der flexiblen VCM-Plattform können wir schnell neue Generationen Tegra-basierter Infotainment-Systeme und integrierter mobiler Computer auf den Markt bringen und gehen so im Gleichschritt mit dem schnellen Rhythmus der Consumer-Elektronik-Industrie.“

Cockpit der Zukunft

Zusätzlich hat Audi einen neuen, voll digitalen Instrumenten-Cluster enthüllt, der von einem Tegra 3 befeuert wird. Das virtuelle Cockpit – das erstmals im 2015er Audi TT Sport-Coupé erscheinen wird – präsentiert dem Fahrer glasklare Informationen auf einem hochauflösenden 12,3-Zoll-Display. Das virtuelle Cockpit verfeinert die digitalen Anzeigen mit weichen Nadel-Animationen und schönen 3D-Karten und liefert so eine elegante und informative Anzeige. Der Fahrer kann die Instrumententafeln zudem frei nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten.

„Beim Cockpit der Zukunft geht es darum, eine reiz- und nutzvolle Wahrnehmungsumgebung bei minimierter Ablenkung zu erschaffen“, sagt Robert Kolar, Leader of Instrument Cluster Systems bei Audi. „NVIDIA ermöglicht es uns, dieses Ziel einfach zu erreichen.“

Automotive-Technologie schafft Innovationen

Heutzutage befinden sich mehr als 4,5 Millionen Autos auf den Straßen, die mit NVIDIA-Prozessoren ausgestattet sind. Darunter befinden sich die neuesten Modelle von Audi, Volkswagen, Skoda und SEAT. Wie die „Continental Mobilitätsstudie 2013“ zeigt, stehen Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland dem Automatisierten Fahren grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber (wir berichteten). Auch die Fahrerassistenzsysteme wie Parksensoren und Tempomaten erfreuen sich Nutzungsraten in Deutschland von mehr als 50 %. 90 % der befragten Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland schätzen diese Systeme als wertvolle Helfer im Straßenverkehr. Dabei unterstützen unter anderem die Leistung der Tegra-Prozessoren.

Sicheres Fahrgefühl mit Fahrerassistenzsystemen

Die Grafikverarbeitungsleistung der Tegra-Prozessoren kann das Fahrverhalten der Menschen grundlegend verändern. Verkehrszeichenerkennung, Spurwechsel und Spurhalteassistent, Lenkerüberwachung sowie Einpark und Nachtsichtassistent sind jetzt in bislang unerreichter Qualität verfügbar. Das neueste Tegra-VCM bringt mit der Fähigkeit, nativen NVIDIA-Cuda auszuführen, eine neue Dimension ins Fahrzeug. Dies ermöglicht noch modernere Notbremsassistenten und macht endgültig den Weg frei für das selbstfahrende Auto.

Gute Fahrt mit Infotainmentsystemen

Realistische 3D-Karten und Terrains, intuitive Benutzeroberflächen und umfangreiche Audiofunktionen – Prozessoren von NVIDIA liefern die Leistung für fortschrittliche Infotainmentsysteme. Ansprechende, deutliche Grafik und fortschrittliche Audio-Schnittstellen optimieren das Fahrerlebnis. Die aktuelle Tegra-K1-System-on-a-Chip ((SoC) hebt eine „unglaublich fortschrittliche“ Technologie auf die nächste Ebene. In diesem SoC sind vier CPU-Recheneinheiten und eine Strom sparende fünfte Recheneinheit sowie ein NVIDIA-Kepler-Hochleistungsgrafikprozessor mit 192 Recheneinheiten integriert. Zudem enthält es einen Video- , einen Bild- und einen Audioprozessor – all das ist in einem kompakten, energieeffizienten Chipgehäuse untergebracht. Die fortschrittliche Audioverarbeitung ermöglicht die Optimierung der dynamischen Erkennung gesprochener Eingaben. Die Spracherkennung wird verbessert und die Konzentration des Fahrers nicht gestört.

Überblick auf dem digitalen Armaturenbrett

Die bisherigen analogen Messgeräte und Anzeigen werden von digitalen Systemen abgelöst, die höchsten Präzisionsansprüchen genügen müssen. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Mittelkonsole und Armaturenbrett, und neuartige Armaturenbretter erfordern ein leistungsfähiges Grafiksystem. NVIDIA begegnet diesen Herausforderungen mit innovativen Technologien, die Form und Funktion in der Automobilbranche neu definieren.

Tegra-Prozessoren eröffnen völlig neue Möglichkeiten für intelligente, intuitive und dynamische digitale Armaturenbretter und HUDs (Head-up Displays). Außerdem kann das Armaturenbrett für jeden Fahrer individuell konfiguriert werden. Tegra liefert Autoherstellern eine hochleistungsfähige, Energieeffiziente Grafiklösung für hochauflösende 3D-Armaturenbretter mit realistischen Materialien wie Chrom, Leder, Holz oder futuristischen Designelementen.

(mz)

(ID:42488649)