VR

Audi testet Virtual-Reality-Raum für die Produktentwicklung

| Redakteur: Katharina Juschkat

Martin Rademacher (links) und seine Kollegen aus der Audi-Planung testen das „Holodeck“, um das Design eines neuen Automodells zu beurteilen.
Martin Rademacher (links) und seine Kollegen aus der Audi-Planung testen das „Holodeck“, um das Design eines neuen Automodells zu beurteilen. (Bild: Audi AG)

Um in der Entwicklung Prototypen schneller bewerten zu können, setzt Audi vermehrt auf Virtual Reality. Jetzt hat der Automobilhersteller einen begehbaren VR-Raum gebaut, in dem die Automodelle vor der Produktion beurteilt werden können.

Im Entwicklungsprozess will Audi zukünftig noch stärker auf Virtual Reality setzen. Seit 2003 setzt der Automobilhersteller auf virtuell erzeugte 3D-Modelle – jetzt will das Unternehmen ein sogenanntes „Virtual Reality Holodeck“ testen. Das „Holodeck“ kommt ursprünglich aus der Science-Fiction-Serie Star Trek und bezeichnet einen Raum, in dem mit Hologrammen virtuelle Welten simuliert werden. Das „Holodeck“ von Audi reicht sicherlich nicht an Star Trek heran, basiert aber auf einer ähnlichen Idee: In einem 15 mal 15 Meter großen Raum können Ingenieure von Audi zukünftig Auto-Prototypen realistisch und proportionsgetreu simulieren. Ungleich des echten Holodecks aus Star Trek ist es natürlich nicht möglich, Objekte anzufassen und mit ihnen zu interagieren.

Virtuelle Modelle zwischen Entwicklung und Produktion

Mit Hilfe aktueller Konstruktionsdaten werden die virtuellen Modelle im Raum platziert. Die Modelle können sowohl von innen als auch von außen betrachtet werden. Vor allem der größere Platz soll Vorteile bringen: Im Gegensatz zu bisherigen VR-Umgebungen können in dem neuen Raum bis zu sechs Personen gleichzeitig um das Auto herumgehen.

Audi testet sein „Holodeck“ an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Produktion. Dort bewerten Experten aus beiden Bereichen den visuellen Gesamteindruck sowie die Oberflächen des neuen Autos und passen die Lage einzelner Linien und Fugen an. Diese Beurteilung stellt den letzten Schritt dar, bevor die für das Auto notwendigen Werkzeuge in die Produktion gehen. Bisher setzte der Hersteller fotorealistische 2D-Computergrafiken ein sowie handgefertigte physische Modelle, deren Aufbau kostspielig ist und zudem bis zu sechs Wochen dauert. Um einzelne Aspekte im Detail zu analysieren, kommt jedoch weiterhin die zweidimensionale Darstellung zum Einsatz, da diese immer noch eine höhere Auflösung und eine bessere Qualität als die VR-Installation bietet.

Mobiler PC auf dem Rücken verbindet die Nutzer

Um in dem VR-Raum arbeiten zu können, trägt jeder Nutzer eine VR-Brille und zwei Hand-Controller zur Interaktion. Auf dem Rücken hat er einen Rucksack mit einem mobilen PC, der die Szene berechnet. Die PCs sind über WLAN mit einer zentralen Workstation verbunden, die den Datenaustausch steuert. Das dreidimensionale Modell kann in verschiedene Umgebungssettings überführt werden. In einer weiteren Ausbaustufe ermöglicht das Holodeck, Teilnehmer anderer Audi-Standorte hinzuzuschalten. Nach Produktionsstart dient das System dazu, die Qualität eines Modells zu sichern.

Noch im Laufe dieses Jahres will das Unternehmen den Virtual-Reality-Raum in die Arbeitsprozesse einführen. Ziel der aktuellen Testphase ist auch, Möglichkeiten des Einsatzes in anderen Unternehmensbereichen auszuloten: Die Produktionsplaner bei Audi haben bereits ganze Bandabschnitte im System virtuell dargestellt, um künftige Abläufe zu visualisieren. Auch mit anderen Marken des Volkswagen-Konzerns steht die Abteilung im Austausch.

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