Suchen

3D Scanner Artec 3D Scanner dokumentiert Ausgrabung des Homo naledi

Redakteur: Katharina Juschkat

Forscher der Universität Witwatersrand setzen bei der Ausgrabung und Dokumentation der Überreste des Frühmenschen Homo naledi den Handscanner Artec Eva und die Software Artec Studio 10 von Artec 3D ein.

Dieses Bild besteht aus Scans, die in vier verschiedenen Phasen des Ausgrabungsprozesses aufgenommen wurden. Die braune Grundschicht markiert die Grabungsfläche, während die blaue und die orangefarbene Schicht die Lage der Fossilien kennzeichnet, die an zwei getrennten Tagen im März 2014 geborgen wurden. Deutlich zu erkennen sind die artikulierten Knochen eines Handfossils und ein Beinknochenfragment.
Dieses Bild besteht aus Scans, die in vier verschiedenen Phasen des Ausgrabungsprozesses aufgenommen wurden. Die braune Grundschicht markiert die Grabungsfläche, während die blaue und die orangefarbene Schicht die Lage der Fossilien kennzeichnet, die an zwei getrennten Tagen im März 2014 geborgen wurden. Deutlich zu erkennen sind die artikulierten Knochen eines Handfossils und ein Beinknochenfragment.
(Bild: Ashley Kruger)

Die Überreste frühmenschlicher Fossilien befinden sich an einer schwer zugänglichen Stelle des Rising-Star-Höhlensystems in Südafrika in der so genannten Dinaledi-Kammer. Die schwierigen Bedingungen am Fundort und die Sorge, dass der aufgrund von Regenfällen steigende Grundwasserspiegel die Fossilien beschädigen könnte, veranlassten das Ausgrabungsteam der Universität Witwatersrand, die Fundstelle mithilfe der Artec-Produkte schnell und präzise zu scannen. 1.550 Fundstücke konnte das Team in nur fünf Wochen mit der modernen 3D-Scanning-Technologie aufnehmen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

3D Scanner ist kompakt und hochauflösend

Die archäologische Expedition zur Bergung des Homo naledi wurde von Professor Lee Berger, Forschungsprofessor für die Fachgebiete Evolution des Menschen und Public Understanding of Science an der Universität Witwatersrand, geleitet. Als Professor Berger 2013 von dem Fundort erfuhr, war ihm klar, dass seine Erforschung aufgrund der niedrigen, schmalen Gänge und Passagen des Höhlensystems und der Breite der eigentlichen Kammer nicht einfach werden würde. Der handgeführte Streifenlichtscanner Artec Eva ist portabel und nutzerfreundlich. Damit erfüllt der Scanner alles notwendige, um die Fossilien und den Fundort mit hoher Auflösung und voller Farbsättigung zu dokumentieren.

Einfache Datenübertragung erleichtert die Zusammenarbeit

Mit Artec Eva konnten die jungen Wissenschaftler, die in die Höhle hinabstiegen, den gewünschten Bereich scannen, die Umgebung und die Fossilienfundstellen visualisieren und die gesammelten Daten an den Rest des Teams übermitteln. Auf diese Weise hatten die erfahreneren Wissenschaftler an der Oberfläche die Möglichkeit, den Fundort so zu begutachten, als wenn sie selbst vor Ort wären, und ihre Kollegen unter der Erde anzuleiten und zu unterstützen. Nach dem Scanvorgang wurde die automatische Ausrichtungsfunktion genutzt, um den Prozess zur Zusammensetzung der Dateien zu verkürzen. Auf diese Weise konnte das Team die Daten in kürzester Zeit analysieren.

Der 3D Scanner verkürzte den Bergungsprozess erheblich

„Ich war begeistert, wie einfach und präzise solch eine High-Level-Technologie unter suboptimalen Bedingungen sein kann“, so Ashley Kruger, Paläontologe an der Universität Witwatersrand. „Das Team lernte in weniger als einer Stunde, mit den Scannern umzugehen. Durch den Einsatz der Scanner wurde der gesamte Bergungsprozess erheblich verkürzt – manche Arbeiten, die sonst Stunden dauern würden, beschränkten sich auf wenige Minuten. Bei Projekten wie diesem müssen die Knochen sowohl als eigenständige Objekte als auch im Kontext des Ausgrabungsorts dokumentiert werden. Normalerweise werden hierzu die Fossilienfundstellen erfasst, indem man ein Raster über die Ausgrabungsfläche legt und die Funde anhand des Rasters kartiert. Mit der Artec-Technologie konnten wir diesen Prozess enorm straffen, trotz der extrem schwierigen Bedingungen.“

Forscher können Fundort unverändert dokumentieren

„Wie bei jedem archäologischen Projekt wird der Fundort in dem Moment, in dem man Hand an ihn legt, unwiderruflich verändert“, so Artyom Yukhin, President und CEO von Artec 3D. „Mit der 3D-Scantechnologie können Teams wie das von Lee Berger sichergehen, dass die Umgebungsinformationen detailgetreu erfasst werden, bevor die Fundstelle durch die Ausgrabungsarbeiten verändert wird. Außerdem lassen sich die Projekte schneller abschließen. Mit 3D-Scanning kann eine Ausgrabung, die normalerweise Jahrzehnte dauern würde, nach wenigen Wochen beendet werden.“

Das Rising-Star-Projekt ist noch in vollem Gange – das Team ist nach wie vor dabei, die gesammelten Daten zu analysieren und zu erforschen, welche Bedeutung dieser Fund für die Menschheitsgeschichte hat. Wie im Rahmen dieses Projekts 3D-Daten, 3D-Technologien und 3D-Verfahren eingesetzt wurden, soll im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden. (kj)

(ID:43910065)