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Handhabung Angepasste Standard-Schraubstöcke sparen teure Sondervorrichtungen

| Redakteur: Jan Vollmuth

Wenn Standardprodukte nicht passen und Sonderlösungen zu teuer sind, kommen kleine Lohnfertiger oft ins Schwitzen, die flexibel bleiben müssen und sich keine teuren Sonderlösungen leisten wollen. Die Firma Röhm hilft hier mit Lösungen aus umgearbeiteten Standardprodukten.

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Großer Kopf bearbeitet kleines Teil. Fleischer schafft durch Eigenlösung mithilfe von Röhm-Schraubstöcken größtmögliche Freiheit.
Großer Kopf bearbeitet kleines Teil. Fleischer schafft durch Eigenlösung mithilfe von Röhm-Schraubstöcken größtmögliche Freiheit.
(Bild: Röhm)

„Flexibilität und Produktivität sind die wichtigsten Kriterien für uns als Lohnfertiger“, meint Steffen Fleischer. „Nur so können wir schnell und pünktlich die unterschiedlichsten Aufträge durchführen“, so der Gründersohn und Werkstattleiter der CNC-Bearbeitungsfirma Roland Fleischer. Hat man die von außen unscheinbaren Hallen des Unternehmens in Kleinostheim erst einmal betreten, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. In den beiden Fertigungshallen stehen insgesamt sechs hochmoderne DMG-Bearbeitungszentren. Fünf davon mit 5-achsigem Spindelkopf. Alle Maschinen sind mit Palettenwechsler und bis zu sieben Paletten ausgestattet. Dazu kommen Werkzeugmagazine für bis zu 240 Werkzeuge.

„Das sind die Voraussetzungen um schnell und flexibel Hydraulikblöcke für unsere Kunden fertigen zu können“ so Fleischer. Ergänzt durch weitere Maschinen wie einen Bandsägeautomat, CNC-Flachschleifmaschine, TEM-Entgratanlage, 3D-Koordinatenmess-maschine sowie zwei Mafac Spritz-Flutreinigungsanlagen fertigen die knapp 17 Mitarbeiter in zwei Schichten meist Hydrauliksteuerblöcke aus Guss und Aluminium für einen der ganz Großen der Branche. Die Stückzahlen schwanken dabei von eins bis 7000 pro Jahr. Und manchmal muss auch in den Produktionsplan eingegriffen und ein schnell zu lieferndes Einzelteil vorgezogen werden. Da ist die Flexibilität eines Kleinunternehmens ein wichtiger Vorteil.

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Eine teure Sondervorrichtung wäre nie in Frage gekommen

Gespannt werden die kompakten Rohteile mit Schraubstöcken, die die findigen Experten von Röhm speziell an die Bedürfnisse von Fleischer angepasst haben. „Das sind alles umgearbeitete Standard-Schraubstöcke vom Typ RKE, deren Überarbeitung nur etwa fünf Prozent einer alternativen Sondervorrichtung kosten“, versichert Röhm Fachberater Joachim Nagel. „Eine teure Sondervorrichtung wäre nie in Frage gekommen, denn damit sind wir viel zu unflexibel, wenn morgen ein anderes Produkt kommt“, betont Fleischer.

So werden jetzt in die Hydrauliksteuerblöcke schnell und zuverlässig Kanäle gebohrt, Konturen gefräst, Senkungen eingebracht und Gewinde geschnitten. Darüber hinaus umfasst das Spektrum des 1984 gegründeten Unternehmens die Bearbeitungsschritte Sägen, Fräsen, Bohren, Entgraten, Auswaschen, Qualitätskontrolle. Zertifizierungen dokumentieren die Qualität des Betriebes, der im Laufe der Jahre auf rund 900 qm Produktionsfläche gewachsen ist. Neben den Hydraulik-Steuerblöcken werden beispielsweise Kunststoffteile für Flüssigkeitstanks bearbeitet sowie Dreh- und Frästeile nach Kundenwunsch gefertigt.

Standard-Schraubstöcke waren zu lang

Damit gleichzeitig zwei Werkstücke auf den Tischen der Vertikal-BAZ gespannt werden können, plante man zwei Schraubstöcke hintereinander zu platzieren. Allerdings waren die Standard-Schraubstöcke zu lang. Also haben die Röhm-Konstrukteure die Produkte samt Gewindestange gekürzt und eine starre aber auswechselbare Mittelbacke an der Nahtstelle eingesetzt. Die dient zugleich als Nullpunkt. Somit war die Produktivität schon einmal verdoppelt.

Basis sind die Röhm NC-Kompakt-Spanner RKE-M 125 LV und RKE-M 160 LV für die Fünfseiten-Bearbeitung in einer Aufspannung. Die verkürzte Bauweise mit wenigen Störkonturen sorgt für geringe Kollisionsgefahr. Den Wunsch der Fleischers nach größtmöglicher Flexibilität erfüllen die Schraubstöcke mit versetz- und umkehrbaren Spannbacken, die kleine und große Spannweiten ermöglichen. Mit einem stabilen Grundkörper aus Stahl und allseits gehärteten und geschliffenen Führungen sorgt der Kompaktspanner für robusten und präzisen Einsatz. Der Antrieb ist an beiden Seiten möglich.

Schnell und flexibel anpassbar

Noch einmal Nagel: „Mit dem NC-Kompaktspanner profitieren die Anwender von höchsten Haltekräften bei der Bearbeitung. Durch das Versetzen der beweglichen Backe passt sich der Spanner schnell und flexibel an unterschiedliche Werkstückgrößen an. Der Drehmomentschlüssel gewährleistet eine konstante Spannkraft bei jedem Spannvorgang.“ Durch das Hintereinandersetzen von zwei Werkstücken ist zwar keine Fünfseitenbearbeitung mehr möglich. Da aber die Werkstücke für die Endverarbeitung sowieso auf einer anderen Maschine um 90° gedreht aufgespannt werden, ist das kein Nachteil.

Durch das Zusammensetzen von zwei verkürzten Schraubstöcken wird nicht nur der Platz auf den Maschinentischen optimal ausgenutzt. Die Bearbeitung von zwei Werkstücken verbessert auch das Verhältnis von Rüst- zu Produktionszeiten eklatant. So einfach wie es sich anhört, war die Zusammenlegung jedoch nicht. Es bedurfte einer längeren Gewindestange, mit der sich die beiden beweglichen Backen absolut synchron bewegen lassen. „Hier mussten unsere Konstrukteure schon ins Detail gehen“, bestätigt Nagel, der die Lösung unbedingt wollte. „Ich wollte der Firma Fleischer unbedingt helfen, wusste aber genau, dass sie niemals eine teure Sondervorrichtung kaufen würden.“ Die festsitzende Mittelbacke ist austauschbar, beispielsweise durch eine breite Platte als Unterstützungsauflage für ein größeres Werkstück.

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