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AMB 2016 AMB soll Wachstumsschub für Präzisionswerkzeug-Industrie bringen

Redakteur: Katharina Juschkat

Die deutsche Präzisionswerkzeug-Industrie wächst kontinuierlich – allerdings verteilt sich das Wachstum unregelmäßig auf die Teilbranchen, meldet der VDMA. Hersteller erwarten von der AMB einen zusätzlichen Schub und rechnen mit einem neuen Produktionsrekord im Jahr 2016.

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„Wir gehen davon aus, dass die deutsche Präzisionswerkzeuge-Industrie ihre Produktion insgesamt um rund 4 % steigern wird“, verkündete Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge.
„Wir gehen davon aus, dass die deutsche Präzisionswerkzeuge-Industrie ihre Produktion insgesamt um rund 4 % steigern wird“, verkündete Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge.
(Bild: AMB)

Die deutsche Präzisionswerkzeug-Industrie ist bis auf den gesamtwirtschaftlichen Dämpfer 2009 seit Jahren erfolgreich. Auch im vergangenen Jahr legte sie um 3 % auf den Rekord-Produktionswert von 9,6 Milliarden Euro zu. Von der AMB, der Internationalen Ausstellung für Metallbearbeitung, die vom 13. bis 17. September in Stuttgart stattfindet, erwartet sie einen weiteren Schub und will den Aufwärtstrend moderat fortsetzen.

„Wir gehen davon aus, dass die deutsche Präzisionswerkzeuge-Industrie ihre Produktion insgesamt um rund 4 % steigern wird“, verkündete Lothar Horn, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA – Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Anfang des Jahres. Zur Jahresmitte scheint sich seine Prognose zu bestätigen. Allerdings verteilt sich das Wachstum sehr unterschiedlich auf die Teilbranchen. Für die beiden auf der AMB vertretenen Branchen Zerspanwerkzeuge und Spannzeuge gilt nach wie vor ein moderates Wachstum von etwa 2 %. Horn begründet das mit den ebenfalls verhaltenen Erwartungen der wichtigsten Abnehmerbranchen Automobilindustrie und Maschinenbau. Allerdings: Es wäre wiederum ein Produktionsrekord. Und trotz zunehmender Automatisierung soll auch die Zahl der Mitarbeiter im laufenden Jahr noch einmal steigen.

Fachkräftemangel bremst Wachstum

Eher haben die Unternehmen das Problem, dringend benötigtes Personal zu gewinnen. Markus Heseding, Geschäftsführer des Fachverbands, erklärt: „Die überwiegende Anzahl unserer Mitglieder möchte aktuell Personal aufbauen und findet nicht genügend Fachkräfte. Zudem wird es für die Unternehmen immer schwieriger, ausreichend junge Menschen auszubilden, um weiter wachsen zu können.“ Automatisierung soll also keinesfalls dem Personalabbau Vorschub leisten, sondern lediglich den Mangel wenigstens teilweise kompensieren. Um auch in Zukunft weiterhin international ganz vorne mitzuspielen, würden die deutschen Hersteller zudem weiterhin einen Großteil ihrer Gewinne kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investieren. So wollen sie ihren technologischen Vorsprung erhalten und weiter ausbauen. „Wir erwarten auch in diesem Jahr starke Geschäftsimpulse von dieser Messe“, sagt Heseding abschließend.

AMB-Aussteller zeigen sich verhalten optimistisch

Verbandsprognosen sind natürlich immer nur Durchschnittswerte, von denen die konkreten Zahlen einzelner Hersteller stark abweichen können. Das bestätigt eine Umfrage unter AMB-Austellern. Uwe Schmelzer, Leiter Entwicklung und Anwendungstechnik Zerspanung bei dem Aussteller Hahn+Kolb Werkzeuge, stimmt der verhaltenen Verbandsprognose zu. Gründe seien schwächelnde Bereiche wie die Hüttentechnik oder die Erdöl- und Erdgasindustrie. Dennoch blickt er positiv in die nahe Zukunft: „Der Boom im Automotive-Bereich, beispielsweise durch neue Modellpaletten speziell bei den E-Fahrzeugen, wird in der zweiten Jahreshälfte eine Verbesserung der Aussichten bringen.“ Umsatzmäßig wirksam werde das zwar erst im kommenden Jahr, trotzdem strebe sein Unternehmen schon in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum für Zerspanungswerkzeuge an.

Zufrieden ist auch Hans-Jürgen Büchner, Geschäftsführer der Iscar Germany GmbH. „Mit Ausnahme des Erstausrüstungsgeschäfts und der negativen Entwicklung in der Öl- und Gasförderindustrie ist das Umsatzwachstum derzeit zufriedenstellend.“ Büchner geht zur Jahresmitte davon aus, das selbst gesteckte Umsatzziel zu erreichen. Von einem verhaltenen Start im Januar berichtet Andreas Enzenbach, Leiter Marketing und Corporate Communications der Mapal Dr. Kress KG. Mittlerweile habe sich das Jahr wieder positiv entwickelt, „sodass wir gegenüber dem Vorjahr momentan ein Wachstum im einstelligen Bereich verzeichnen“.

Belebende Impulse von der AMB erwartet

Regional starke Schwankungen in einem kaum wachsenden Markt erkennt Komet-Group-Geschäftsführer Dr. Christof Bönsch: „In China und auch in den USA sehen wir eine Abkühlung und auch die Automotive-Branche als ehemaliger Wachstumsmotor stottert.“ Er erhofft sich von der AMB belebende Impulse. Eine „geringere Dynamik“ verzeichnet auch Herbert Schmidt, Geschäftsführer der Walter Deutschland GmbH. Gegenhalten will das Unternehmen mit „neuen Produkten in den nächsten Monaten, um sich entgegen dem Trend weiter positiv zu entwickeln“.

Deutlich optimistischer ist da Dr. Uwe Schleinkofer, Entwicklungsleiter Ceratizit-Kompetenzmarke Cutting Solutions: „Wir wachsen kontinuierlich und rechnen weiterhin mit einem stabilen Aufwärtstrend.“ Das mag daran liegen, dass sich das Unternehmen als Spezialist für schwer zerspanbare Materialien gute Chancen in Wachstumsmärkten wie der Luftfahrt- und Automobilindustrie ausrechnet.

Überdurchschnittlich wachsen will auch die Paul Horn GmbH. Markus Kannwischer, Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung, sagt: „Auf der einen Seite arbeiten wir mit neuen Produkten und intensiver Kundenbetreuung an diesem Ziel, auf der anderen Seite mit baulichen, personellen und prozesstechnischen Themen, um kurz- und langfristig einen Mehrwert für unsere Kunden zu ermöglichen.“ (kj)

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