Simulationssoftware Altair übernimmt Componeering

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Altair hat die finnische Componeering Inc. übernommen. Componeering, jetzt Altair Engineering Finland Oy, ist der Entwickler der ESA Comp Verbundwerkstoff-Simulationssoftware.

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ESA Comp löst schwierige Nachbeulprobleme dünner Flugzeugzellen-Strukturen. Das numerische Modell sagt die Last-Verformungskurve axial zusammengedrückter, versteifter Paneele präzise voraus. Weitere Bilder sind auf Anfrage verfügbar.
ESA Comp löst schwierige Nachbeulprobleme dünner Flugzeugzellen-Strukturen. Das numerische Modell sagt die Last-Verformungskurve axial zusammengedrückter, versteifter Paneele präzise voraus. Weitere Bilder sind auf Anfrage verfügbar.
(Bild: Altair)

Ursprünglich durch ein Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) ins Leben gerufen, ist ESA Comp heute eine Basistechnologie, die in der gesamten Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt wird und sich in nahezu allen Industriebereichen etabliert hat, in denen Verbundwerkstoffe verwendet werden, darunter in der Marineindustrie, dem Schienenfahrzeugbau sowie bei alternativen Energien und im Maschinenbau.

Ruag Space gab Anstoß zur Zusammenarbeit

Initiiert wurde die Zusammenarbeit zwischen Altair und Componeering von ihrem gemeinsamen Kunden Ruag Space. Das Unternehmen wandte sich an Altair mit der Bitte, die Möglichkeit eines Datenaustauschs zwischen den beiden Softwarepaketen zu untersuchen und gab so den Anstoß für die gemeinsame Entwicklung einer bidirektionalen Schnittstelle. „Altair Hyperworks und ESA Comp sind ein zentraler Bestandteil des Verbundwerkstoff-Analyseprozesses bei Ruag. Wir freuen uns darauf, zu sehen, wie die immer engere Integration zwischen den beiden Produkten dazu beiträgt, den Prozess weiter zu straffen und unnötige Unterbrechungen im Datenfluss auszuräumen“, sagt Ralf Usinger, Manager Innovation & Industrialization bei der Ruag Space (CH).

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Franck Mouriaux, General Manager, Structures Ruag Space, fügte hinzu: „Diese Errungenschaft ist ein weiterer Erfolg der engen Zusammenarbeit zwischen Altair und Ruag Space. Wir schätzen die pro-aktive Unterstützung und Altairs lösungsorientierten Ansatz. Diese Partnerschaft ist für uns von großer Bedeutung, wenn wir die Herausforderungen der neuen kommerziellen Raumfahrtindustrie meistern und wettbewerbsfähig bleiben wollen.“

Design und Analyse von Verbundmaterialien

ESA Comp ist eine Software für das Design und die Analyse von Verbundmaterialien, von der Konzeptphase und dem Vorentwurf geschichteter Verbundwerkstoff-Strukturen bis hin zu erweiterten Analysen für die finale Designfreigabe. Die Grundlage von ESA Comps mikromechanischen Analysefähigkeiten von monolithischen und Sandwich-Laminaten liegt in der umfangreichen Materialdatenbank. Die Software umfasst darüber hinaus Analysetools für Strukturelemente mit ebenen und gekrümmten Paneelen, versteiften Paneelen, Balken- und Stützelementen sowie Klebeverbindungen und mechanischen Gelenken. ESA Comps Funktionen für die frühe Designphase von Verbundmaterialien ergänzen die detaillierten Analyse- und Optimierungseigenschaften von Optistruct und Multiscale Designer für Verbundwerkstoffstrukturen.

„Die bisher durch die Altair Partner Alliance (APA) erhältliche ESA Comp Software von Componeering erweitert die Altair Hyperworks Suite um fundiertes Expertenwissen für das Design von Schichtverbundwerkstoff-Strukturen in der frühen Designphase. Altair Kunden aus allen Industriebereichen werden von dem Know-how in der Verbundmaterial-Entwicklung und der engen Integration mit Optistruct und Multiscale Designer profitieren“, sagt Dr. Uwe Schramm, Chief Technical Officer, Solvers and Optimization, und er fügt hinzu: „Diese Anbindung an Hyperworks wird zu einer Straffung der Prozesse und Zeitersparnis führen, weil alles in einem Arbeitsablauf integriert ist“.

„Durch die Übernahme von Componeering erhält Altair neben unserem Composite Know-how das Werkzeug ESA Comp, die in der Industrie bewährte Composites Software mit Schwerpunkt auf die frühe Designphase und detaillierte Designüberlegungen. Die Software ergänzt hervorragend Altairs Angebot im finite Elementebereich sowohl im Pre- als auch im Postprocessing. Die geplante enge Integration wird die Anwendererfahrung zusätzlich verbessern”, so Markku Palanterä, vormals CEO bei Componeering Inc., nun Director ESA Comp bei Altair. (jup)

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