Hannover Messe 2015 ABB kommt mit neuen Produkten im Gepäck nach Hannover

Autor: Ute Drescher

Mit einer Reihe von Neu- und Weiterentwicklungen lockt ABB Besucher nach Hannover. Darunter ein neuer Motorstarter sowie Yumi, der kollaborative Roboter des Konzerns, der jetzt serienreif ist.

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(Bild: ABB)

300 000 000 elektrische Motoren sind weltweit installiert, 90% davon arbeiten in Anwendungen mit fester Drehzahl“, zeigt Hans-Dieter Meissner von ABB die Bedeutung von Softstartern für die Industrie auf, die für genau diese Anwendungen prädestiniert sind. Bisher im Angebot hatte ABB – neben Direktstartern und Frequenzumrichtern – die kompakten Sanftanlasser PSR sowie die effizienten Sanftanlasser PSE. Auf der Hannover Messe 2015 (13. bis 17. April) wird ABB nun die „fortschrittliche“ Baureihe PSTX vorstellen. Die Vorteile für die Industrie fasst Meissner mit drei Zahlen zusammen: „60% geringerer Anlaufstrom, 20% weniger Platzbedarf und 100% erweiterte Funktionalitäten.“

Die neue Softstarter-Baureihe PSTX bietet kompletten Motorschutz in nur einem Gerät und arbeitet auch bei Last- und Netzunregelmäßigkeiten zuverlässig. PTC- und PT100-Anschluss, Rotorblockier- und Unterlastschutz, Fehlerstrom- sowie Über- und Unterspannungsschutz sichern den Motor umfänglich ab. Die neuen Strombegrenzungsvarianten Standard, Zweifach und Rampe ermöglichen die Kontrolle des Motors während des Starts und den sicheren Motorbetrieb in schwächeren Netzen.

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Mit dem Erreichen der vollen Rampenspannung aktiviert der PSTX seinen integrierten Bypass. Dies spart Energie und reduziert die Wärmeentwicklung des Geräts. Die Drehmomentregelung bietet einen effizienten Weg, Pumpen zu starten und zu stoppen – ohne Wasserschlag und Druckstöße. Die Pumpenreinigungsfunktion kehrt den Durchfluss um und säubert so die Leitungen, was die kontinuierliche Verfügbarkeit von Pumpsystemen sicherstellt. Die Funktion Limpmode ermöglicht im Ereignisfall einen Start des Motors mit nur zwei gesteuerten Phasen und verhindert somit unplanmäßige Betriebsstopps.

Serienmäßig ist die Softstarter-Reihe mit einer abnehmbaren Tastatur ausgestattet. Diese lässt sich an der Schaltschranktür anbringen, so dass der Anwender vor Ort Statusinformationen lesen und Einstellungen ändern kann. Das große Grafikdisplay mit Volltextanzeige erleichtert die Handhabung.

Gezeigt hat ABB Konzeptstudien von Yumi, den kollaborativen Roboter des Konzerns, schon zuvor. Doch jetzt ist der Roboter serienreif. Steven Wyatt von ABB, erklärt, wie es zu der Entwicklung kam: "Kunden, vor allem asiatische Unternehmen aus der Konsumelektronik, haben bei uns einen Roboter für die Kleinteil-Montage nachgefragt". Gefordert war ein Roboter, den direkt mit dem Menschen zusammenarbeitet. Entstanden ist Yumi (kurz für you and me - wir arbeiten zusammen), der, so Wyatt "alles verändert".

Konzeptstudie von Yumi, die ABB im September 2014 zeigte

Yumi ist ein kollaboratives Montagesystem mit einem präzisen Visionsystem, Greifer, berührungsempfindlicher Sensorik, flexibler Software und integrierten Sicherheitskomponenten. Die Programmierung haben die Entwickler für den Anwender stark vereinfacht. Das Design garantiert „inhärente Sicherheit“, dem System wohnt also ein sicherheitsgerichtetes Verhalten inne. Die gefahrlose Zusammenarbeit von Mensch und Roboter Seite an Seite ist so möglich.

Yumi montiert Not-aus-Schalter und Doppelsteckdosen

Yumi verfügt bereits über reale Produktionserfahrung und wurde im Vorfeld der Kommerzialisierung in unterschiedlichen Anwendungsfeldern ausgiebig getestet. Hier blickt ABB bis zur Markteinführung nicht nur auf die Zusammenarbeit mit ausgewählten Blue Chip-Unternehmen zurück, sondern auch über Erfahrung im eigenen Haus. Yumi war beispielsweise viele Monate in einer Fertigung in einem ABB-Niederspannungsbereich im Einsatz. Dort wurden zigtausende Notaus-Schalter und Doppelsteckdosen jeweils in enger Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter montiert. Zwei Yumi-Roboter und zwei Arbeiter fertigten in echter Kooperation bis zu zehn Teile in 220 s. Hochflexibel kann die Produktion auf unterschiedliche Losgrößen angepasst werden.

So unterstützt beispielweise ein Yumi-Roboter die Montage des Grundbauteils und verdoppelt dadurch die Produktionsrate. Ein zweiter Yumi-Roboter ist in der Endmontage und Verpackung beschäftigt, wo er seine Aufgaben mit einem weiteren menschlichen Kollegen koordiniert. So ensteht ein agiles Produktionsszenario, welches ohne hohe Investitionskosten für zusätzliche Automatisierung und Sicherheitstechnik realisiert werden kann. (ud)

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Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht