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Reibschweißen 45 Jahre starke Verbindungen

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die Klaus Raiser GmbH & Co. KG blickt in diesem Jahr auf 45 Jahre Firmenbestehen zurück – 45 Jahre, geprägt von fortschrittlichen Technologien, stetigem Wachstum und großem Engagement in der Forschung. Unter dem Motto „Die Fähigkeit zu verbinden“ beliefert das Unternehmen seine Kunden mit Schweißprodukten bis zu einem Stückgewicht von 20 Tonnen, wobei es sich auf das Reibschweißverfahren spezialisiert hat.

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Durch die neue Fertigungshalle in Hochdorf vereint Raiser nun wieder alle Prozesse – Reibschweißen, mechanische Bearbeitung, Schweißkonstruktionen, Roboterschweißen, Glühen und Maschinenbau – an einem Standort.
Durch die neue Fertigungshalle in Hochdorf vereint Raiser nun wieder alle Prozesse – Reibschweißen, mechanische Bearbeitung, Schweißkonstruktionen, Roboterschweißen, Glühen und Maschinenbau – an einem Standort.
(Bild: Klaus Raiser)

Seitdem Klaus Raiser den Betrieb 1969 als Zulieferer für Schweißkonstruktionen in Eberdingen im Landkreis Ludwigsburg gegründet hat, geht es stetig bergauf: Heute gehört der Hersteller zu den größten Lohnreibschweißunternehmen Deutschlands. „Wir verbinden moderne Produktionsmethoden mit handwerklichem Können“, erklärt der heutige Geschäftsführer und Sohn des Gründers, Elmar Raiser. „Das sind die Grundpfeiler der bislang so positiven Entwicklung unseres Betriebs.“

Reibschweißen: Wirtschaftlich und schnell

Reibschweißen ist eines der sichersten Verfahren für die moderne Massenproduktion: Schnell und unkompliziert werden auch Materialien miteinander verschweißt, die sich auf andere Weise nicht oder nur schlecht verbinden lassen – zum Beispiel Stahl mit Aluminium oder Metall mit Keramik. Darüber hinaus arbeitet diese Methode überaus schnell und wirtschaftlich.

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Das Prinzip ist einfach. Die beiden zu verbindenden Werkstücke werden aufeinander zubewegt. Dabei rotiert das eine Fügeteil extrem schnell um die eigene Achse (Rotationsreibschweißen) oder schwingt hin und her (Linearreibschweißen), während das andere stillsteht. Treffen die beiden Werkstücke zusammen, erzeugt die Reibung enorme Hitze, und an den Kontaktflächen bilden sich chemische Brücken. Sobald diese ihre höchstmögliche Dichte erreicht haben, wird die Bewegung angehalten und gleichzeitig der Pressdruck deutlich erhöht. „Danach sind die Teile verschweißt“, erläutert Elmar Raiser. „Charakteristisch für das Reibschweißen ist der Materialwulst an der Kontaktstelle, die sich allerdings leicht abdrehen lässt.“

Innovationspreis fördert Entwicklung

Die Begeisterung für das Reibschweißen geht bei der Klaus Raiser GmbH & Co. KG weit über die gefertigten Produkte hinaus: Im zweijährigen Turnus stiftet das Unternehmen den „Raiser-Innovationspreis Reibschweißen“, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Berücksichtigt werden hierfür Arbeiten und Fachaufsätze, die sich mit dem Thema beschäftigen und die technische Entwicklung in diesem Segment fördern. Dazu Elmar Raiser: „Wir hatten beobachtet, dass die Forschung sich immer weniger dem Reibschweißen widmete, obwohl es weitaus zeit-, energie- und kostensparender ist als herkömmliche Schweißverfahren. Wir haben den Innovationspreis gestiftet, um der Entwicklung dahingehend noch einmal einen kräftigen Schubs zu geben und Nachwuchsingenieure zu fördern.“

Alles aus einer Hand – Raiser Engineering

Ein relativ neues Kapitel der Firmengeschichte ist die 2012 gegründete Raiser Engineering GmbH & Co. KG für die Produktion von Sondermaschinen – nicht nur zum Reibschweißen: Damit gelingt der Komplettservice von der Planung über die CAD-Konstruktion, Simulation und Optimierung bis hin zum Bau und zur Montage – und das alles aus einer Hand. Es gibt viele hochkomplexe Anwendungen, die den Einsatz einer Sondermaschine erfordern“, so Elmar Raiser. „Bei Raiser Engineering werden neue Maschinen nach den individuellen Anforderungen des Auftraggebers konstruiert und vorhandene umdefiniert oder erweitert.“ Bei der Herstellung dieser Maschinen setzt das Tochterunternehmen der Klaus Raiser GmbH & Co. KG schon in der Entwicklungsphase auf Simulationstechnologien, mit deren Hilfe sich mögliche Fehler von vornherein ausschließen lassen. Das zuverlässige Komplettpaket von der Planung bis zur Inbetriebnahme bietet Kunden enorme Vorteile in puncto Wirtschaftlichkeit und Produktivität.

Langfristige Verbindungen: Bauteile, Betriebe, Menschen

Zusammen mit dem Erfolg der Klaus Raiser GmbH & Co. KG wachsen auch die Kapazitäten: 2007 erweiterte das Unternehmen seine Produktionsfläche mit dem Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes und einer neuen Produktionshalle im nahegelegenen Hochdorf um 3.700 m2. Erst kürzlich wurden die so aufgeteilten Betriebe durch eine weitere Produktions- und Lagerhalle in Hochdorf wieder vereint. „Die Prozesse Reibschweißen, mechanische Bearbeitung, Schweißkonstruktionen, Roboterschweißen, Glühen und Maschinenbau laufen somit wieder am selben Ort ab“, sagt Elmar Raiser.

Neben Bauteilen und Betrieben verbindet die Klaus Raiser GmbH & Co. KG auch Menschen: Das zeigt sich einerseits unter den Mitarbeitern, wo Betriebszugehörigkeiten von 15 Jahren oder mehr nicht selten sind, andererseits in langfristigen und vertrauensvollen Kundenbeziehungen. Dazu Firmengründer Klaus Raiser: „Der erste Kunde unseres Unternehmens, zum Beispiel, ist es auch heute noch.“ (jup)

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