3D-CAD/CAM/CAE

3D-CAD/CAM/CAE-Lösungen im Laufe der Zeit

27.07.2010 | Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

James E. Heppelmann, der designierte Vorstandsvorsitzenden und Präsident von PTC: „Mit der Einführung unserer 3D CAD/CAM/CAE-Lösung Pro/ENGINEER Mitte der 80er Jahre wurde die CAD-Technologie bahnbrechend revolutioniert.“
James E. Heppelmann, der designierte Vorstandsvorsitzenden und Präsident von PTC: „Mit der Einführung unserer 3D CAD/CAM/CAE-Lösung Pro/ENGINEER Mitte der 80er Jahre wurde die CAD-Technologie bahnbrechend revolutioniert.“

Die 3D-CAD/CAM/CAE-Lösung Pro/ENGINEER ist das Flaggschiff-Produkt, mit dem PTC Mitte der 80er Jahre als Erfinder des parametrischen Modellierens auf den Markt kam. Wie alles begann und was die Zukunft bringt, fragte „konstruktionspraxis“ zum Jubiläumsheft und sprach mit James E. Heppelmann, dem designierten Vorstandsvorsitzenden und Präsidenten von PTC.

PTC ist seit 20 Jahren im CAD-Geschäft. Wie begann die Pro/ENGINEER-Geschichte?

James E. Heppelmann: Genau genommen sind wir seit 25 Jahren im CAD-Geschäft. Mit der Einführung unserer 3D CAD/CAM/CAE-Lösung Pro/ENGINEER Mitte der 80er Jahre wurde die CAD-Technologie bahnbrechend revolutioniert. Der parametrische Ansatz war damals ein ganz neuer technologischer Denkansatz, der vom Wettbewerb zunächst belächelt wurde. Als immer klarer wurde, dass dies jedoch genau den Anforderungen der Kunden entsprach und PTC mit seinem Pro/ENGINEER-Umsatz alles in den Schatten stellte, fand ein Umdenken statt. Heute hat der Wettbewerb längst nachgezogen, Parametrik ist zum Standard geworden.

Die parametrische Logik besticht nach wie vor. Jedes Auto, jedes Flugzeug oder jede Maschinenanlage ist im Aufbau der Teilkomponenten dermaßen komplex, dass die manuelle Anpassung von Änderungen notgedrungen sehr fehleranfällig ist. Mit Pro/ENGINEER lassen sich die Teilereferenzen in einem enormen Komplexitätsgrad abbilden und im Änderungsprozess automatisiert mitdeklinieren. So etwas gab es bis dato noch nicht. Mit der Einführung der Parametrik hat PTC maßgeblich dazu beigetragen, dass Konstrukteure effizienter arbeiten können. Und wir sind stolz, dass wir den Trend so früh erkannt haben und mit unserer Technologie zum Vorreiter einer ganzen Industrie wurden.

Im Jahr 2007 hat PTC sein CAD-Portfolio durch die Akquisition von CoCreate weiter ergänzt. Welche Historie steckt hinter CoCreate?

James E. Heppelmann: CoCreate ist heute der Inbegriff für den expliziten Modellierungsansatz in der 3D-Konstruktion. Dieser Ansatz hiess früher Solid Designer und wurde ursprünglich 1993 von Ingenieuren der Mechanical Design Division von Hewlett-Packard erfunden und entwickelt. Im Gegensatz zur Parametik verzichtet das explizite Modellieren, auch direktes bzw. historienfreies Modellieren genannt, bewusst auf die Definition von Parametern, weil der Ansatz primär für Einzelfertigungen mit sehr kurzen Produktzyklen und nicht für Serien- oder Teilserienfertigungen eingesetzt wird. Die Software ist heute als PTC CoCreate Modeling etabliert.

Seit den Anfängen wurde CoCreate Modeling aufgrund des direkten Feedbacks der Kunden sehr sorgfältig verfeinert und weiterentwickelt. Wir haben CoCreate gezielt in unser Portfolio aufgenommen, um unseren Kunden für den jeweiligen Modellierungsbedarf die geeignete Lösung aus einer Hand anbieten zu können.

Womit können Sie punkten gegenüber der Konkurrenz?

James E. Heppelmann: PTC ist der einzige große unabhängige PLM- und CAD-Anbieter und wir sind finanziell sehr gut aufgestellt mit knapp einer Milliarde US-Dollar Umsatz, einer zweistelligen Umsatzrendite und einem Barbestand von durchschnittlich 250 Millionen US Dollar. Wir können unseren Kunden daher Investitionssicherheit bieten. Wir selbst investieren seit Jahrzehnten mit einer sehr hohen Quote unseres Umsatzes, nämlich 20 Prozent, in unsere Forschung und Entwicklung und stimmen uns hierfür sehr eng mit unseren Kunden ab.

Dadurch können wir sicherstellen, dass unsere Technologie immer auf dem höchsten Niveau ist und wir unsere technologische Vorreiterrolle weiter ausbauen. Unser gesamtes Produktentwicklungssystem ist integral, d.h. ob Sie in Pro/ENGINEER, CoCreate, Mathcad oder, um auf unsere PLM-Lösung einzugehen, mit Windchill, der Arbortext Service Information Suite oder der InSight-Suite für Produktanalytik arbeiten – der integrale Grundgedanke ist, dass Sie ohne Schnittstellen auskommen.

Hinzu kommt, dass unsere Lösungen skalierbar sind. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das ein sehr wichtiges Argument. Das 2-Mann-Unternehmen arbeitet mit der gleichen Lösung wie das 50.000-Mann-Unternehmen und kann sie bei Bedarf mitwachsen lassen. Allein schon unser Basispaket Pro/ENGINEER Foundation XE ist ein Komplettpaket, das alle Anforderungen für die Konstruktion erfüllt. Je nach Bedarf können Spezialmodule wie etwa die NC-Bearbeitung oder die High-End FEM-Berechnung freigeschaltet werden. Kunden, die Wettbewerbsprodukte einsetzen, müssten z.B. für den Werkzeug- und Formenbau die Lösung eines Drittanbieters kaufen und integrieren.

Hierdurch kommen wieder zusätzliche Schnittstellen ins Spiel, die einen erhöhten Abstimmungsbedarf und neue Fehlerquellen nach sich ziehen. Oder aber das Unternehmen wächst. Dann muss es beim Einsatz von Wettbewerbslösungen komplett umsteigen, mit allem Migrations- und Implementierungsaufwand, den das mit sich bringt. Pro/ENGINEER ist PTC‘s CAx-Flaggschiffprodukt und es fließen jährlich ca. 300 Mannjahre Entwicklungszeit in die Optimierung der Lösung.

CoCreate Modeling ist das ausgereifteste und robusteste explizte 3D-CAD-System auf dem Markt mit etwa 80 Prozent Marktdurchdringung in diesem Segment. CoCreate Modeling steht für schnellere Entwicklungszyklen und hochgradige Flexibilität in der 3D-Konstruktion. Auch wenn einige Anbieter heute für sich in Anspruch nehmen, vergleichbare explizite Modellierungsansätze anzubieten, wird bei näherer Betrachtung der Funktionalität deutlich, dass die Anzahl an praxisrelevanten Änderungen dort durchaus begrenzt ist. Wohingegen CoCreate die nötige Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit in der Produktentwicklung beweisen.

Wir legen grundsätzlich großen Wert darauf, dass unsere Lösungen einfach zu lernen und zu nutzen sind. Und, last not least, hat sich unser Vertriebsmodell sehr gut bewährt. Große Unternehmen werden durch den Direktvertrieb betreut, für klein- und mittelständische Unternehmen haben wir sehr gut funktionierendes Partnernetzwerk aufgebaut mit weltweit über 400 Value Added Resellern, die jeweils in lokaler Nähe zum Kunden beraten, schulen, unterstützen und auch über eine Branchenspezialisierung verfügen. In Zentraleuropa haben wir etwa 30 Reseller, unter ihnen am längsten etabliert sind z.B. die Platin-Partner INNEO Solutions GmbH, NET AG, und die Techsoft GmbH. (mehr Infos nach dem Umblättern)

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