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Solarmobil 3000 km mit der Kraft der Sonne

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Einmal quer durch Australien und das allein mit der Kraft der Sonne. Etwas mehr als 3000 km legten die Teams, die bei der Weltmeisterschaft der Solarfahrzeuge Bridgestone World of Challenge teilnahmen, zurück. Das Team der Hochschule Bochum hat mit seinem Power-Core Sun-Cruiser durch Alltagstauglichkeit gepunktet und bei der neuen Kategorie Cruiser den zweiten Platz belegt.

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(Bild: Hochschule Bochum)

Während die meisten Teams der Bridgestone World Solar Challenge, der diesjährigen Weltmeisterschaft der Solarfahrzeuge in Australien, bereits Gewissheit über ihr Abschneiden hatten, musste das Bochumer Team um den Power-Core Sun-Cruiser bis zum Schluss am Sonntagabend warten, bis sie wussten „Wir sind Vizeweltmeister!“. Erst bei der offiziellen Abschlussfeier des Events in Adelaide wurde das Urteil der Wettbewerbsjury bekanntgegeben. Und das Ergebnis ist denkbar knapp. Das holländische Team aus Eindhoven mit ihrem Viersitzer „Stella“ liegt klar mit 97,5% vorne, Bochum folgt mit 93,9, auf Platz drei folgt das Sunswift-Team aus Sydney mit 92,3 %.

Als dritter im Ziel

Der Power-Core Sun-Cruiser ist in der in diesem Jahr neu geschaffenen Cruiser-Klasse an den Start gegangen und musste sich auf der 3.020 Kilometer langen Rallye-Strecke von Darwin nach Adelaide gegen sieben andere Solarfahrzeuge durchsetzen. Souverän und nahezu pannenfrei erreichte der Solarrenner am Freitag (11.10 2013) nach einer Fahrzeit von 41 Stunden und 38 Minuten als drittes Cruiser-Klasse-Team das Ziel. Doch dieses Ergebnis war noch nicht das Endresultat. Denn mittels einer Formel wurden verschiedene Aspekte in die Klassen-Wertung einbezogen, etwa auch die Personenkilometer, also die Anzahl der Mitfahrer multipliziert mit der gefahrenen Strecke.

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Jury bewertete Alltagstauglichkeit

Das Rennen war für den Power-Core Sun-Cruiser freitags zu Ende, der Wettbewerb aber noch nicht: Am Samstagnachmittag beurteilte eine Fachjury jene Eigenschaften, die die neu eingerichtete „Cruiser-Klasse“ besonders auszeichnet: die Alltagstauglichkeit der Solarautos. Und hier konnte das blaue Coupé aus der Bochumer Solarrennwagen-Schmiede eindeutig punkten. Besonders die Antworten auf die „Sonntagsfrage“ für die Jury, nämlich, welches Fahrzeug unter den Konkurrenten aus aller Welt sie am ehesten selbst kaufen würden, fielen zugunsten des Sun-Cruisers aus.

Elektroband sorgt für Effizienz

Mit unterschiedlichen Strategien waren die drei Hauptkonkurrenten der Cruiser-Klasse angetreten: hatten die Eindhovener mit ihren vier Sitzen auf ein großes Platzangebot gesetzt, erfuhr sich das australische Team mit seinem schnellen Wagen „eVe“ die beste Fahrzeit. Mit dem Power-Core Sun-Cruiser setzte das Team der Hochschule Bochum nicht zuletzt auf die Energieeffizienz ihres Fahrzeugs. Das wichtigste Element dabei: die selbstentwickelten Motoren mit Elektroband von Hauptsponsor Thyssen-Krupp. Dieses Material ist ein spezieller weichmagnetischer Stahl, der vor allem in Motoren zur effizienten Energieübertragung eingesetzt wird.

„Der zweite Platz ist ein super Ergebnis – nie war ein deutsches Team unter den ersten drei bei der Weltmeisterschaft der Solarmobile!“ freut sich Stefan Spychalski, der das Solar-Car-Projekt an der Bochumer Hochschule seit gut zehn Jahren und auch vor Ort in Australien begleitet. (mz)

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