Interview

Wie Leichtbauroboter in der Produktion helfen

| Redakteur: Katharina Juschkat

„Die Leichtbaurobotik und die Mensch-Roboter-Kollaboration werden stark wachsen. Sie bestimmen den Trend und neue Marktteilnehmer bringen mehr Schwung in den Markt“, erklärt Helmut Schmid, Geschäftsführer von Universal Robots.
„Die Leichtbaurobotik und die Mensch-Roboter-Kollaboration werden stark wachsen. Sie bestimmen den Trend und neue Marktteilnehmer bringen mehr Schwung in den Markt“, erklärt Helmut Schmid, Geschäftsführer von Universal Robots. (Bilder: Universal Robots)

Helmut Schmid, Geschäftsführer von Universal Robots und General Manager Western Europe, über die Inte­gration von Leichtbaurobotern in die Maschine und was Konstrukteure dabei beachten müssen.

In der Automatisierung ist die Leichtbaurobotik und die Mensch-Roboter-Kollaboration stark im Kommen. Was bedeuten diese Trends für Konstrukteure und Entwickler?

Kollaborierende Leichtbauroboter sind schon heute wichtige Helfer in der Produktion. Sie werden beispielsweise Mitarbeitern zur Seite gestellt, die an großen Maschinen wie einer Fräs- oder Verpackungsmaschine arbeiten, um diese zu entlasten. Zukünftig werden Konstrukteure kollaborierende Roboterarme schon beim Entwerfen der Maschine berücksichtigen und diese von vornherein direkt in die Maschine integrieren, so dass diese nicht im Nachhinein beigestellt werden müssen.

Was müssen Konstrukteure bei der Integration kollaborierender Roboter beachten?

Zunächst müssen die Konstrukteure die Frage nach der Sicherheit beachten. Sobald ein Roboterarm in die Maschine integriert werden soll, muss der Konstrukteur den Sicherheitsaspekt des Roboterarms in die gesamte Risikobeurteilung der Maschine einbeziehen. So muss er beispielsweise klären, ob ein menschlicher Mitarbeiter in der Nähe des Roboterarms arbeitet oder nicht.

Wie sieht es mit Hard- und Software-Tools aus, die Konstrukteure zukünftig im Blick haben müssen?

Der Roboterarm alleine kann ja die Maschine zunächst nicht beladen, etwas schweißen oder verpacken. Der Konstrukteur muss dementsprechend einen Schritt weiterdenken und mögliche Endeffektoren wie Greifer, Kraft-Moment-Sensoren, Schraubenzieher usw. in die Planung einbeziehen.

Auch entsprechendes Zubehör, beispielsweise Schutzabdeckungen, Schnittstellenmodule oder Vision-Systeme, die für die zu erledigende Aufgabe erforderlich sind, muss er beachten. Einfache Plug-&-Play-Lösungen sind hier entscheidend, damit die Integration schnell und problemlos funktioniert.

Wie unterstützt Universal Robots Konstrukteure bei diesen neuen Herausforderungen?

Wir bieten mit Universal Robots+ ein eigenes Ökosystem für Entwickler, Vertriebspartner und Endkunden. Es handelt sich dabei um eine Online-Community mit weitreichenden Funktionen, in dem alle denkbaren Applikationen rund um die Familie der kollaborierenden Roboterarme UR3, UR5 und UR10 entwickelt und präsentiert werden können. Sie besteht aus zwei Komponenten: Der UR+ Showroom vereint fortschrittliche Endeffektoren, Zubehör sowie Softwarelösungen – alles einfache Plug&Play-Lösungen für eine problemlose Integration.

Und mit dem kostenfreien Developer-Programm +You stellen wir Entwicklern zudem eine umfassende Marketing- und Support-Plattform zur Verfügung. Sie erhalten von Universal Robots zum einen kostenfreie Unterstützung bei der Entwicklung von Zubehör für die Roboter. Des weiteren haben sie über die Plattform ebenfalls kostenfreien Zugang zu einem weltweiten, stetig wachsenden Kundennetzwerk, mit der Möglichkeit, ihre Produkte von unserem Unternehmen zertifizieren zu lassen.

Wie kommt das Konzept denn bisher bei den Anwendern an?

Das Konzept kommt gut an, das zeigen auch die Zahlen: Während bis Ende letzten Jahres 22 Produkte im Showroom vertreten waren, sind es aktuell 35. Bleibt das Wachstum so, haben wir bis Ende 2017 voraussichtlich 100 Produkte. Im +You Developer Program haben sich bereits 260 Entwickler angemeldet, bis Ende 2017 erwarten wir 400 Entwickler.

Geben Sie uns einen Ausblick in die Zukunft: Wie werden sich UR und der Markt insgesamt weiter entwickeln?

Die Leichtbaurobotik und die Mensch-Roboter-Kollaboration werden nach wie vor stark wachsen. Sie bestimmen den Trend und neue Marktteilnehmer bringen nochmal mehr Schwung in den Markt. Dadurch werden sich auch kleine und mittelständische Unternehmen diesem Thema weiter öffnen. Die Konstrukteure in diesen Betrieben werden verstärkt über ihren Tellerrand „Maschine“ hinausschauen und immer mehr in Richtung „die Maschine und mögliche Anwendungen“ denken.

Diese Entwicklung bietet zukünftig viele Möglichkeiten für Universal Robots. Wir wollen flexible und kostengünstige Robotertechnologie für alle zugänglich machen und werden insbesondere über Anwendungsfälle speziell in kleinen und mittelständischen Unternehmen weiter wachsen. Wir stehen gerade erst am Anfang.

Vielen Dank, Herr Schmid.

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