Wirtschaftsstandort Europa

VDMA warnt vor erheblichen Kosten durch Grenzschließungen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Mittelfristig muss es eine gemeinsame europäische Lösung in der Flüchtlingskrise geben, so der VDMA-Präsident Festge. Eine Grenzschließung würde der europäischen Wirtschaft schaden.
Mittelfristig muss es eine gemeinsame europäische Lösung in der Flüchtlingskrise geben, so der VDMA-Präsident Festge. Eine Grenzschließung würde der europäischen Wirtschaft schaden. (Bild: Matzinger/flickr / CC BY 2.0)

Der VDMA warnt vor einer Einschränkung des Schengenraums. Die dauerhafte Schließung der Grenzen in Europa könnten den Warenverkehr verzögern und zu hohen Kosten führen, so der Hauptgeschäftsführer des VDMA, Thilo Brodtmann.

Von offenen Grenzen innerhalb Europas profitieren international aufgestellte Industrien wie der Maschinenbau. Der VDMA warnt daher nachdrücklich vor einer dauerhaften Einschränkung des Schengen-Abkommens. „Wenn es zu weiträumigen Grenzschließungen in Europa kommt, ist das ein Rückfall ins Mittelalter und in die Kleinstaaterei“, sagt VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Aus Sicht des Verbands kann es mittelfristig nur eine gemeinsame europäische Lösung für die Flüchtlingskrise geben.

EU-Ausland ist wichtigster Exportmarkt

Vorübergehend könne die europäische Wirtschaft Grenzkontrollen wohl verkraften. „Eine dauerhafte Einschränkung des Schengenraums würde für einzelne Unternehmen aber erhebliche Kosten bedeuten“, so Thilo Brodtmann. Für den deutschen Maschinenbau ist das EU-Ausland der wichtigste Exportmarkt mit einem Anteil von 43 % aller Ausfuhren. Hinzu kommt, dass Wertschöpfungsketten in der Industrie zumeist über Landesgrenzen hinweg verlaufen.

„Dauerhafte Grenzkontrollen würden den Warenverkehr verzögern und wären mit höheren Kosten verbunden“, sagt Brodtmann. Gegebenenfalls müssten Unternehmen wieder Lager aufbauen, um eine reibungslose Produktion zu sichern.

Langfristige Schäden für den Wirtschaftsstandort Europa

Darüber hinaus befürchtet der VDMA langfristige Schäden für den Wirtschaftsstandort Europa, sollte sich die EU nicht auf eine gemeinsame Lösung in der Flüchtlingsfrage einigen können. „Scheitert Schengen, wäre das ein verheerendes Signal für die Zukunft der EU. Man müsste davon ausgehen, dass Europa auf grundsätzliche Fragen keine gemeinsamen Antworten mehr finden kann“, sagt Brodtmann.

Ein Mindestmaß an Kompromissfähigkeit unter den EU-Mitgliedsstaaten ist aus Sicht des VDMA aber entscheidend auch im Hinblick auf weitere Gemeinschaftsprojekte wie den europäischen Binnenmarkt oder den Euro. (kj)

Bild: Matzinger/flickr unter CC BY-2.0

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