Maschinenbau

VDMA: Nullwachstum ist ein Weckruf an die Politik

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

„Mit großer Sorge sehen wir zu viel gefühlte Sicherheit und zu wenig Vorbereitung auf das Morgen in Deutschland. Unsere Null ist daher weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, mahnt VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge.
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„Mit großer Sorge sehen wir zu viel gefühlte Sicherheit und zu wenig Vorbereitung auf das Morgen in Deutschland. Unsere Null ist daher weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, mahnt VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. (Bild: VDMA)

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Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland werden das Jahr 2015 zwar auf einem hohen Niveau, jedoch mit einem Nullwachstum abschließen, das hat der VDMA mitgeteilt. "Unsere Null ist weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, mahnt VDMA-Präsident Reinhold Festge.

In den ersten zehn Monaten sank die reale Produktion von Maschinen und Anlagen um 0,5 %. Für 2015 rechnet der VDMA mit einem nominalen Produktionsvolumen von 199 Milliarden Euro. Auch für das kommende Jahr erwartet der Verband kein reales Wachstum in der Maschinenbauindustrie. In nominaler Betrachtung könnte der Produktionswert aber 2016 die Marke von 200 Milliarden Euro erstmals leicht überschreiten. Angesichts vieler aktueller Krisenherde, die auch das Geschäft im Maschinenbau global beeinträchtigen, sowie der Investitionszurückhaltung im Inland wertet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau dies durchaus als Erfolg – aber nicht als beruhigendes Zeichen, betonte der VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge.

„Mit großer Sorge sehen wir zu viel gefühlte Sicherheit und zu wenig Vorbereitung auf das Morgen in Deutschland. Unsere Null ist daher weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, erklärte Festge. Nötig wären zum Beispiel ein Ausbau der digitalen Infrastruktur, ein flexiblerer Arbeitsmarkt, eine steuerliche Forschungsförderung und eine Handelspolitik für neue Märkte.

Beschäftigung nochmals leicht gesteigert

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist auch 2015 der größte industrielle Arbeitgeber des Landes geblieben. Seit Beginn des Jahres wurden hierzulande nochmals mehr als 10.000 Menschen zusätzlich eingestellt. Im September beschäftigte die Maschinenbauindustrie in Deutschland damit 1,019 Millionen Menschen – 0,3 % mehr als im Vorjahr. „In den Unternehmen wurden wissensintensive Dienstleistungsbereiche ausgebaut, und der demografische Wandel schafft Anreize, bewährte Mitarbeiter zu halten und qualifizierte Fachkräfte möglichst frühzeitig an sich zu binden“, erläuterte Festge.

China, Iran und Russland im Fokus

Angesichts eines insgesamt schwachen Weltwirtschaftswachstums beobachten die Maschinen- und Anlagenbauer die Entwicklungen in drei Schlüsselländern mit besonderer Aufmerksamkeit. Zwar konnten die Exporte der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres preisbereinigt noch um 0,8 % auf 116 Milliarden Euro gesteigert werden. Für China erwartet der VDMA in diesem Jahr jedoch einen Rückgang der Ausfuhren um 5 % auf gut 16 Milliarden Euro. Das Land bietet gleichwohl weiterhin große Chancen für den hiesigen Maschinenbau, der die steigenden chinesischen Anforderungen an Produktivität, Qualität und Ressourceneffizienz mit seinen Produkten und Lösungen bedienen kann. Rund 750 Tochterunternehmen oder Kooperationen von VDMA-Mitgliedsfirmen sind derzeit in China aktiv.

Im Iran wollen die Maschinenbauer aus Deutschland ihre traditionell guten Geschäftsbeziehungen wieder aufleben lassen, sobald die Sanktionen nach dem „Implementation Day“ gelockert werden. Für eine solche Belebung der Geschäfte muss die Bundesregierung nach Ansicht des VDMA allerdings die Personalstärke in der für Ausfuhren zuständigen Behörde Bafa erhöhen. „Die Behörde ist nach unseren Eindrücken schon heute überlastet“, mahnte Festge. Von den Banken erwartet der Verband, dass sie ihre restriktive Geschäftspolitik bei Zahlungen mit Iran-Bezug nun rasch ändern. Der VDMA wird seine Mitglieder vor Ort mit der Gründung eines VDMA-Büros in Teheran in der ersten Jahreshälfte 2016 unterstützen.

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