Maschinensicherheit

Umsetzung der funktionalen Sicherheit in Spezialdruckmaschinen

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Lutz Rahlves* / Jan Vollmuth

Mit den Spezialmaschinen des niederländischen Unternehmens IAI Industrial Systems werden auch fälschungssichere Reisepässe produziert.
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Mit den Spezialmaschinen des niederländischen Unternehmens IAI Industrial Systems werden auch fälschungssichere Reisepässe produziert. (Bild: Phoenix Contact)

Die IAI Industrial Systems B.V. hat sich einen Namen als Hersteller präziser Laser-basierter Maschinen zur Produktion fälschungssicherer Dokumente gemacht. Eine sicherheitsgerichtete Lösung auf der Grundlage der SafetyBridge Technology sorgt nicht nur für einen sicheren Betrieb, sondern auch für eine hohe Verfügbarkeit der Anwendung (Aufmacher).

Das Geschäft mit den falschen Blühten blüht: Insgesamt wurden 2016 nach Angaben des Kundeskriminalamts (BKA) in Deutschland rund 108.700 falsche Banknoten sichergestellt. Der Schaden durch die festgestellten Euro-Falschnoten habe mit 4,2 Millionen Euro einen der höchsten Werte seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002 erreicht.

Geldfälschern das Leben schwer machen

Mit ihren Lösungen will IAI Industrial Systems B.V. Geldfälschern das Leben schwer machen: die Spezialmaschinen des im niederländischen Veldhoven ansässigen Unternehmens versieht Geldscheine mit Sicherheitsmerkmalen. Die rund 60 Mitarbeiter sind wahre Meister auf dem Gebiet der Fälschungssicherheit von Dokumenten und Banknoten sowie Ausweispapieren.

Dabei kommen vier verschiedene Verfahren zur Verhinderung von Imitaten zum Einsatz:

  • Grundlage ist stets die Laser-Perforation, also das Stanzen von kleinen Löchern in die Papiere. Hier stellt Image-Perf das am schwierigsten nachzuahmende Verfahren dar. Die Technologie wird häufig bei Dokumenten genutzt, die mit einem Personenfoto versehen sind. Aus dem digitalisierten Bild errechnet sich ein Lochdatensatz, den ein Laser anschließend durch eine Seite des Dokuments brennt. Hält die kontrollierende Person die Seite gegen das Licht, kann sie das Gesicht erkennen. So lässt sich die Authentizität des amtlichen Schriftstücks einfach und kostengünstig ohne zusätzliche Hilfsmittel überprüfen.
  • Die Technologie Number-Perf kommt bei Pässen, Schecks, Zeugnissen oder Diplomen zum Einsatz. Ergänzend zur aufgedruckten Nummerierung werden die Ziffern bei diesem Verfahren durch einen Laser in Form von Löchern hinzugefügt. Wie bei Image-Perf reicht es ebenfalls zur Kontrolle aus, das Dokument gegen das Licht zu halten.
  • Micro-Perf erweist sich als gängiges Verfahren zur Absicherung von Banknoten. Das Muster aus winzig kleinen Löchern ist beim normalen Betrachten des Geldscheins nicht zu sehen. Dies ändert sich, wenn der Schein im Gegenlicht in Augenschein genommen wird. Aufgrund ihrer minimalen Abmessung können die Löcher nicht mechanisch kopiert werden.
  • Die Logo-Perf-Methode lässt sich mit einem Wasserzeichen vergleichen. Ein nationales Logo, das in Form von Löchern eingebrannt wird, ermöglicht die einfache und zuverlässige Authentifizierung des Dokuments.

Schnelle Fehlerbeseitigung und durchgängige Diagnose

Wird eine der Lasereinheiten in die Wartungsposition gekurbelt, muss die komplette Maschine ausgeschaltet werden.
Wird eine der Lasereinheiten in die Wartungsposition gekurbelt, muss die komplette Maschine ausgeschaltet werden. (Bild: Phoenix Contact)

Handelt es sich um Personaldokumente wie Ausweise oder Führerscheine, setzen sämtliche Länder auf ein Portraitfoto des jeweiligen Inhabers. Das Bild kann entweder klassisch oder mit einem Laser aufgebracht werden. Zu diesem Zweck gibt es mehrere Methoden, die sich jedoch kaum voneinander unterscheiden. Wegen der sensiblen Aufgabenstellung müssen die notwendigen Maschinen präzise und zuverlässig arbeiten. Ferner sind eine hohe Verfügbarkeit sowie umfassende Sicherheit sowohl für das Bedienpersonal als auch für die Umwelt gefordert. Um diese Rahmenbedingungen zu erfüllen, verwendet IAI Industrial Systems einen Industrie-PC als Steuerung. Im Zusammenspiel mit dem hochmodularen I/O-System Inline von Phoenix Contact lassen sich die Anforderungen im Standardbereich beherrschen.

Bis vor einiger Zeit hat IAI Industrial Systems die funktionale Sicherheit mit klassischen Sicherheitsrelais umgesetzt. Da bei diesem Maschinentyp lediglich zwei Sicherheitsfunktionen zu realisieren sind, erscheint das Vorgehen auf den ersten Blick sinnvoll und wirtschaftlich. Wird der Not-Halt-Taster betätigt, muss sich die Maschine ausschalten. Kurbeln die Mitarbeiter eine oder mehrere der vier Lasereinheiten zu Servicezwecken in die Wartungsposition, hat dies zur Stillsetzung der kompletten Maschine geführt.

Ergänzendes zum Thema
 
Einfache Umsetzung der Maschinenrichtlinie bei Änderungen und Erweiterungen

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