Laser

Trumpf eröffnet Niederlassung für Laserdioden

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Diodengepumpte Festkörperlaser sind aus der Automobilproduktion nicht mehr wegzudenken.
Diodengepumpte Festkörperlaser sind aus der Automobilproduktion nicht mehr wegzudenken. (Bild: Trumpf)

Der Laserhersteller Trumpf hat in Berlin eine neue Niederlassung für die Vorausentwicklung von Laserdioden eröffnet. „Wir versuchen hier bis zu zehn Jahre in die Zukunft zu blicken und die Grundsteine für zukünftige Anwendungen zu legen“, sagt Dr. Berthold Schmidt, Leiter des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung bei Trumpf.

In räumlicher Nähe und in engem Austausch mit dem Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) und anderen Einrichtungen und Experten will das Unternehmen seine Technologie- und Marktführerschaft bei Hochleistungs-Diodenlasern weiter ausbauen. Die Laserdiode ist ein zentraler Technologiebaustein moderner Laser und kommt sowohl als Pumpquelle als auch als Diodendirektlaser zum Einsatz. Durch die enge Zusammenarbeit von Industrie und Forschung sollen die Lasersysteme von Trumpf noch energieeffizienter werden.

„Die Berliner Niederlassung mit zunächst zehn Mitarbeitern und die von ihr ausgehenden Kooperationen sind von elementarer Bedeutung für unsere Entwicklungsarbeit bei diesem entscheidenden Zukunftsthema“, sagt Dr. Berthold Schmidt, Leiter des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung bei Trumpf. „Wir versuchen hier bis zu zehn Jahre in die Zukunft zu blicken und die Grundsteine für zukünftige Anwendungen zu legen.“ Prof. Günther Tränkle, Direktor am FBH, ergänzt: „Wir freuen uns, mit Trumpf direkt in der aktiven Berliner Forschungslandschaft kooperieren zu können. Die Zusammenarbeit unterstreicht die Leistungsfähigkeit unserer FBH-Teams und den Wunsch auch großer Konzerne, ihre Marktführerschaft mit unserer Hilfe zu halten und auszubauen.“

Laser aus der Fertigung nicht mehr wegzudenken

Trumpf und das FBH arbeiten bei brillanten Hochleistungs-Diodenlasern bereits seit einigen Jahren zusammen. So finanziert Trumpf mehrere Doktorandenstellen am FBH. „Aus unseren Forschungstätigkeiten sind in den vergangen Jahren viele Patente entstanden, mit denen sich Hochleistungs-Diodenlaser weiter verbessern lassen“, so Tränkle. „Der Bedarf ist da und wird weiter wachsen, denn der weltweite Markt für Lasersysteme, die Metalle schneiden und bearbeiten können, ist gewaltig.“ Bei bestimmten Materialen – beispielsweise gehärtetem Stahl für die Sicherheitszelle im Automobil – ist der Laser als Werkzeug praktisch konkurrenzlos und aus der Fertigung nicht mehr wegzudenken.

Dr. Stephan Strohmaier, der die Berliner Trumpf Niederlassung leitet, ergänzt: „Um dicke Metallplatten zu schneiden, benötigt man einen sehr intensiven Laserstrahl. Unser Ziel ist es, auf effiziente Weise immer mehr Laserleistung in einem immer brillanteren Strahl zu vereinen. Das gelingt uns zunehmend besser.“ In Sachen Leistungsdichte und Umwandlungsrate von Strom in Licht gehören die Diodenlaser von FBH und Trumpf derzeit zu den leistungsfähigsten weltweit. In den Labors werden immer neue Rekorde erreicht. Die Berliner Trumpf Niederlassung, die nicht nur in den Bereichen Halbleiter-Laserphysik, Aufbautechnik, Konstruktion und Simulation gut aufgestellt ist, sondern auch über einen eigenen Reinraum verfügt, wird die Entwicklung weiter beschleunigen.

Trumpf verbessert kontinuierlich seine Lasersysteme hinsichtlich der Energieeffizienz, um seinen Kunden eine „grüne Produktion“ zu ermöglichen. Diodengepumpte Festkörperlaser und Diodendirektlaser mit Wirkungsgraden von 30 bis 40 Prozent und mehr sind dabei richtungsweisend. Sie sind nicht nur besonders effizient, sondern auch wasser- und energiesparend sowie kompakt in der Baugröße – was sie materialschonend und vergleichsweise kostengünstig macht. Bei den Diodendirektlasern wird die Laserstrahlung mehrerer Dioden über optische Elemente zu einem immer besser fokussierbaren Strahl zusammengefasst. Diese Strahlbündel mit nur einem zehntel Millimeter Durchmesser können dann zum Schneiden von Metallen wie beispielsweise Stahl im Automobil- oder Schiffsbau verwendet werden. (jup)

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