Media | Abo | RSS | | Newsletter      Login | Registrierung
Home > Werkstoffe & Formgebung > Formgebung

Umformen

Massivbauteile perfekt umgeformt

 

02.02.2010 | Redakteur/Autor: Dorothee Quitter

 

Sollen Metalle umgeformt werden, entstehen häufig Schäden an den Werkstoffen. Eine mögliche Ursache: Der Pressdruck ist zu groß, das Material bekommt Risse und Löcher. Per Simulation am PC berechnen Forscher nun, wie sich Defekte in den Bauteilen vermeiden lassen.


Stahlhersteller verformen massive Teile aus Metall zu Blechen, Rohren, Drähten und Stangen, welche dann weiterverarbeitet werden. Bei diesem Umformungsprozess können die Werkstoffe Schaden nehmen. Sie werden zu stark deformiert, etwa weil die Reibung zu groß oder die Temperatur des Umformwerkzeugs nicht optimal ist. Um ein einwandfreies Bauteil zu produzieren, müssen die Hersteller nicht nur zahlreiche Prototypen mit den richtigen Materialeigenschaften anfertigen, sondern auch im Trial-and-error-Verfahren ausloten, wie das Umformwerkzeug eingestellt sein muss - ein zeitaufwändiger und teurer Vorgang. Den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg ist es gelungen, diesen Prozess mit Hilfe von computergestützten Modellen kostengünstiger zu gestalten. „Mit unserer numerischen Simulation berechnen wir, wie stark sich ein Bauteil deformieren lässt, bevor ein Riss entsteht. Und wir analysieren, welchen Einfluss Faktoren wie Pressdruck oder das verwendete Schmiermittel auf die Eigenschaften des Werkstoffs haben“, sagt Dr. Dirk Helm, Projektleiter am IWM. Derzeit erhältliche kommerzielle Software könne das Umformverhalten von Massivbauteilen aus Metall nicht so detailgenau voraussagen wie seine Simulationsroutinen. „Wir konnten feststellen, dass durch eine spezielle Geometrieänderung eines Umformwerkzeugs Löcher vermieden wurden, da in diesem Fall die Porendichte nicht stark, sondern nur geringfügig gestiegen ist“, erklärt Helm. „Mit unserer Simulation können wir die optimalen Eigenschaften der Bauteile und der Umformwerkzeuge wesentlich schneller identifizieren als durch Versuch und Irrtum.“ Der Forscher ist überzeugt, dass sich der Ausschuss mit Simulationen deutlich reduzieren lässt. Die Software hat sich in der Praxis bereits bewährt: Bislang verwenden die Experten ihre numerische Simulation bei Kaltumformungsprozessen, bei denen der Einfluss der Temperatur eines Werkzeugs keine Rolle spielt. In Zukunft soll die Computersimulation auch bei Warmumformungsprozessen eingesetzt werden.
top
 
Themenverwandte Beiträge
Sintern: Füllprozess zum Sintern simulieren
Um einen wirtschaftlichen Herstellungsprozess von Sinterbauteilen zu erzielen, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik den Füllvorgang des Metallpulvers in die Matrize simuliert. weiter
Formgedächtnismaterialien: Simulationstool für Werkstoffe mit Erinnerung
Formgedächtnismaterialien: Simulationstool für Werkstoffe mit Erinnerung
Memorymetalle können sich einen Zustand „merken“. Verformt man sie, genügt beispielsweise eine Temperaturänderung, um sie wieder in ihre Ursprungsform zurückzubringen. Eine Simulation berechnet die Eigenschaften dieser Werkstoffe. weiter
Simulation: Eigenschaften hochfester Stähle simulieren
Simulation: Eigenschaften hochfester Stähle simulieren
Das Freiburger Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM hat nun eine neue Computersimulation für so genannte TWIP-Stähle entwickelt, mit der ihre Eigenschaften besser vorhergesagt werden können. weiter
Kommentare zu diesem Artikel
Neuen Kommentar verfassen
Neuen Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu schreiben. Zum Login

Artikel Bewertung
Whitepaper & Webcasts
Die Technologie des Tintenstrahl-3D-Druckverfahrens
Im Whitepaper erfahren Konstrukteure und Designer welche technologischen Entscheidungen und Innovationen dafür gesorgt haben, dass Sie rasch und kostengünstig realistische 3D-Modelle erzeugen können.

Bauteilereduzierung und Konstruktionsvereinfachung
In diesem Webcast erfahren Sie in einer Animation, welche Funktionsvorteile sich durch Bauteilereduzierung und Konstruktionsvereinfachung bei der Herstellung von Pneumatikzylindern ergeben.

Firmen in diesem Themenumfeld

Als Weltmarktführer von 3D- und Product-Lifecycle-Management-Lösungen (PLM) betreut die Dassault Systèmes Gruppe mehr als 100.000 Kunden ...

CONTRINEX GmbH

Nettetal, Deutschland

Die Welt der Sensoren ist die Welt von Contrinex! Contrinex-Näherungsschalter sind mühelos in der Lage, den stetig steigenden Anforderungen ...

Alle Firmenprofile
Freelancer für Konstruktion und CAD
Specials zur Konstruktion
Newsletter & RSS Feeds
                            
Wochennewsletter       RSS-Feeds     Themen-Newsletter
Lesezeichen setzen bei