Buchrezension
Auf der Serviette erklärt
01.02.2010 | Redakteur/Autor: Karl-Ullrich Höltkemeier
Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentiert
Auf dieses Buch habe ich lange gewartet! Endlich erscheint es in deutschsprachiger Übersetzung, denn Dan Roams „The back of a napkin“ ist bereits Anfang 2008 erschienen und im englischsprachigen Raum ein Bestseller. Jetzt kann man es in der deutschen Übersetzung kaufen: „Auf der Serviette erklärt – Probleme lösen und Ideen verkaufen mit Hilfe von Bildern“. Das Erste, was einem auffällt, ist die liebevolle Gestaltung. Das Buch ist quadratisch und sieht wie eine Serviette aus. Es ist sogar an den Rändern etwas erhaben, um die Perforation einer Serviette nachzuahmen. Dadurch macht das Buch auf Anhieb Spaß.
Doch was will das Buch?
Bei vielen Geschäftsverhandlungen kommen PowerPoint-Präsentationen in epischer Länge und zahllose Dokumente zum Einsatz. Doch was ist, wenn eine wichtige Verhandlung im Restaurant, am Bahnhof oder sehr kurzfristig stattfindet, sodass keine Zeit für ausführliche Vorbereitungen bleibt? Dann müssen Ideen eben spontan auf Servietten oder auf der Rückseite einer Visitenkarte skizziert werden. Dan Roam zeigt, wie man Geschäftsideen im Kopf visualisiert, auf den Punkt bringt und freihändig Schaubilder dazu entwirft. Und er beweist mit vielen Beispiel-Skizzen, dass – außer der vielzitierten Steuererklärung – so ziemlich jeder Business-Fall auch auf einem Bierdeckel Platz hat.
Der Autor beschreibt nicht nur, wie man etwas skizziert, sondern es geht um Struktur, visuelles Denken, Logik und durchaus auch um das Zeichnen. Roam veranschaulicht, wie man Geschäftsideen oder Projekte im Kopf visualisiert und auf den Punkt bringt. Denn hat man erst einmal eine Struktur im Kopf, muss diese nur noch zu Papier gebracht werden. Mit vielen Beispielen und exemplarischen Skizzen beweist er, dass jeder Business-Fall – wenn nötig – auf einem Bierdeckel oder einem alten Kassenbon Platz findet. Am Ende des Buches schafft es der Autor, die gut 300 Seiten seines Buches in fünf Info-Skizzen mit etwas Text dazwischen zusammenzufassen.
Fazit
Wer etwas über visuelles Denken lernen (und ausprobieren!) will, der sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen – Es liest sich wie ein spannender Roman. Allerdings ist damit nur das reine Lesen gemeint: die etwa 300 Seite sind dank der vielen Bilder schnell gelesen. Doch dann kommt nach dem Lesen noch das Tun, also: Üben. Sie werden sehen, das macht richtig Spaß. Dan Roams Buch zeigt, dass einfache visuelle Mittel helfen, sein Denken zu strukturieren, Ideen zu finden und sie dann zu präsentieren. Unbedingte Kaufempfehlung!
Das Buch kann unter ISBN 978-3868810165 für 19,90 Euro im Buchhandel oder direkt über unseren Bookshop bezogen werden.
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