Robotik

Roboy weist humanoiden Robotern den Weg in die Zukunft

| Redakteur: Jan Vollmuth

Humanoider Roboter auch dank Baumer Sensoren: So oder ähnlich dürfte Roboy aussehen.
Humanoider Roboter auch dank Baumer Sensoren: So oder ähnlich dürfte Roboy aussehen. (Bild: awtec AG / AI Lab)

Gut 1,30 Meter groß soll er sein und der menschlichen Anatomie und Bewegung deutlich näher kommen als viele seiner bisherigen Artgenossen: die neueste Roboter-Entwicklung des Labors für Künstliche Intelligenz (AI Lab) der Universität Zürich.

Roboy, so der Name des jungenhaft wirkenden Roboters, wird am 9. März anlässlich des Weltkongresses „Robots on Tour“ in Zürich das Licht der Welt erblicken. Dann wird die Öffentlichkeit einen Roboter mit „humanoiden“ Eigenschaften bestaunen können, dessen Realisierung Industrieunternehmen, darunter Baumer und Maxon, massgeblich unterstützen.

Neben Berührungsempfindlichkeit und Gesichtserkennung zeichnet sich Roboy vor allem durch seine Bewegungen aus, die menschlichen nachempfunden sind. Dazu haben sich die Züricher Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit einem Projektteam aus Wissenschaft und Industrie etwas Neues einfallen lassen: Während bei klassischen Robotern Motoren direkt in den Gelenken sitzen, was ihnen die typischen steifen Gesten verleiht, kommt bei Roboy eine sehnengesteuerte Antriebstechnik zum Einsatz. Die Gelenke werden über Kunststoffsehnen gesteuert, welche die Knochen des künstlichen Skeletts miteinander verbinden. Elektromotoren ziehen und verkürzen die Sehnen und imitieren so die Muskelbewegung des menschlichen Körpers – eine komplexe Aufgabe.

Über 50 hochpräzise Motoren und eine exakte Steuerung

Kein Wunder, dass das Innenleben von Roboy vor Hightech nur so strotzt. Maxon Motor liefert als Hauptprojektpartner unterschiedliche bürstenlose DC-Antriebe für kontrollierte Bewegungen von Roboy. Insgesamt werden über 50 Maxon-Motoren in Kombination mit Getrieben und Encodern in den Roboter verbaut. Ausserdem stammt auch die gesamte Elektronik von dem Schweizer Unternehmen.

Um die Motoren anzusteuern und die Bewegungen von Roboy durchzuführen, wurde ein Master/Slave-System mit den digitalen Positioniersteuerungen aus der Maxon-Baureihe Epos 2 aufgebaut. In Zusammenarbeit mit Maxon-Ingenieuren erfolgte die Programmierung der Ansteuerungen auf dem Slavesystem. Der Antriebsspezialist aus Sachseln hat bereits langjährige Erfahrungen in der Robotik gesammelt, z.B. in der Medizintechnik, in der Industrieautomation oder in der Raumfahrt. Aktuell sind Maxon-Produkte in den beiden Marsrovern "Curiosity" und „Opportunity“ im Einsatz.

Ein weiterer Partner des Projekts ist Baumer. Der Sensorhersteller stellt für Roboy insgesamt über 100 Analogsensoren zur Verfügung.

Kurzer Blick in das Entwicklungslabor der Züricher Wissenschaftler

Diese hochpräzisen und sehr kompakten Sensoren sind erforderlich, um die Kraft der einzelnen Muskel-Antriebssysteme von Roboy zu regulieren sowie die genaue Position der beweglichen Körperteile zu bestimmen. Auch ein Händeschütteln mit Roboy wird möglich sein. Dass sich die Finger des Roboters dabei auch um die Hand des Gegenübers schließen können, sorgen entsprechende Kapazitivsensoren von Baumer. Die 6 mm flachen Sensoren werden in die Handflächen von Roboy eingebaut.

„Ein menschenähnlicher Roboter ist sicherlich kein alltäglicher Anwendungsbereich für unsere Sensoren. Das Projekt Roboy ist aber ein weiteres Beispiel für die zahlreichen und speziellen Sensorlösungen, die Baumer anbieten kann“, sagt Sascha Schmid, Product Market Manager Sensor Solutions bei Baumer.

„Robots on Tour“: Dem Roboter die Hand schütteln

Zum 25-Jahre-Jubiläum und Weltkongress “Robots on Tour“ des AI Labs kommen Robotikfans, Roboter und Cyborgs aus der ganzen Welt nach Zürich. Neben der Präsentation von Roboy, der am Maxon-Motor-Messestand ausgestellt wird, kann man etwa Affeto aus Osaka und Kibo, Silbot und Mere aus Korea, die Hand schütteln. Anhand von vielen Demonstrationen und Shows soll die Thematik Robotik der Öffentlichkeit präsentiert werden. Robosoccer spielen Fussball, Quadrokopter zeigen eine Flugshow und ein Robotertheater wird inszeniert. Insbesondere das Verhältnis zwischen Mensch und Roboter und die sich daraus ergebenden Fragestellungen sollen thematisiert werden. Welches Potenzial birgt Robotik für die Menschheit? Welche Abhängigkeiten können sich ergeben? Für wissenschaftlichen Austausch sorgen Podiumsdiskussionen mit namenhaften Forschern wie Rodney Brooks, früherer Direktor des MIT CSAIL (Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory) und Gründer von „Rethink Robotics“.

Gewinnspiel: Ein VIP-Wochenende auf der Robotics-Messe

Maxon Motor verlost ein VIP-Wochenende in Zürich mit Besuch der Robotikmesse „Robots on Tour“. Interessenten können sich das Maxon-Motor-Magazin Driven auf Ihren Tablet-PC (iOS, Android) herunterladen und am Gewinnspiel teilnehmen. (jv/ud)

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 37677500 / Sensorik)