Hannover Messe 2017

Produktion im Wandel

| Redakteur: Monika Zwettler

(Bild: Autodesk)

Im Fokus des Messeauftritts von Autodesk stehen die Themen Robotik und industrieller 3D-Druck. Verschiedene Pilotanwendungen, wie Metall-3D-Druck, sich selbst überwachende Robotersysteme, eine 3D-gedruckte Stahlbrücke oder mithilfe künstlicher Intelligenz designte Autos geben Einblicke, wie diese Technologien bereits heute vielversprechend eingesetzt werden.

Autodesk zeigt auf der diesjährigen Hannover Messe, wie sich das Unternehmen die Zukunft der Produktion vorstellt.

Industrieroboter mit Verstand

Um das Potential von 3D-Druck auch im großen Maßstab auszunutzen, müssen Roboter und entsprechende Drucksysteme in der Lage sein, autonom zu arbeiten und mitzubekommen, was in ihrer Umgebung geschieht. Sie brauchen also die Fähigkeit der Wahrnehmung, um auf unvorhergesehene Dinge aller Art reagieren zu können. Bislang war das laut Autodesk kaum möglich, da entsprechende Industrieroboter für gewöhnlich „blind“ sind, also nicht bemerken, was um sie herum passiert. Druckt ein Industrieroboter ein Objekt, kann er nicht selbst prüfen, ob der Druckvorgang ideal verläuft oder Fehler passieren. Neu entwickelte Software gibt den Robotern „Augen“. Dies gelingt durch den Einsatz von Scannern und einem so genannten Cloosed-Loop Computer Vision System, das von Autodesk entwickelt wurde.

System kontrolliert sich selbst

Die Roboter lernen, auf ihre Umwelt zu achten und ihr Verhalten selbst zu korrigieren. Ein Beispiel hierfür ist SHRMP (Supervised Hight-Rate Metal Printing): Ein sechsachsiger Roboterarm kann millimetergenaue Edelstahlstrukturen drucken, wobei der gesamte Druck kontinuierlich gescannt wird. Dadurch kontrolliert das System sich selbst, entdeckt Fehler und berechnet die beste Strategie für den weiteren Druckvorgang. Kommt ihm beispielsweise ein anderer Roboter oder Mensch zu nahe, stoppt der Roboter seine Arbeit und verhindert so einen Zusammenstoß.

Zudem bemerkt er beispielsweise rechtzeitig selbst, wenn Druckschichten nicht optimal ausgeführt worden sind. Die Technologie zeigt somit, wie 3D-Druck im großen Maßstab in der industriellen Fertigung angewandt werden kann. Beispiele für auf diese oder ähnliche Weise erstellte Produkte, die Robotik und 3D-Druck vereinen, stellt Autodesk auf der Messe aus.

Individuelle Ersatzteile auf Knopfdruck

Zu einer der wichtigsten Schnittstellen im weltweiten Frachtverkehr zählt Europas größter Hafen in Rotterdam. Um diese Stellung beizubehalten und weiter an der Spitze des Fortschritts zu stehen, setzt Rotterdam auf neue Technologien wie Robotik und 3D-Druck. In Zusammenarbeit mit Partnern wie Autodesk, wurde deshalb das Rotterdam Additive Manufacturing Fieldlab (Ramlab) gegründet.

Das Labor für additive Fertigungstechniken beschäftigt sich nicht nur mit Forschungsprojekten, sondern beheimatet auch einen 6-Achsen-Roboterarm, der durch Autodesk-Software gesteuert wird und im Additivverfahren bis zu sechs Meter große Metallteile herstellt. Damit sind beispielsweise Reedereien in der Lage, deutlich schneller und effizienter auf Abruf individuelle Ersatzteile zu produzieren und Komponenten vor Ort computergestützt zu reparieren.

Neue Reparatur- und Fertigungsprozesse machen das Schiff schneller wieder einsatzbereit. Daraus resultieren massive Kosteneinsparungen, zudem wird die Logistikkette entlastet. Ein Beispiel für diesen Hybrid-Fertigungsansatz ist eine moderne Schiffsschraube. Sie wurde im 3D-Verfahren gedruckt und dann mit herkömmlichen CNC-Frästechniken innerhalb weniger Tage fertiggestellt. Sie wird auf der Hannover Messe gemeinsam mit weiteren in Rotterdam gefertigten Schiffsteilen ausgestellt.

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