Metav 2016

Neues Messekonzept der Metav gut angekommen

| Redakteur: Dorothee Quitter

Ob zum Kernbereich Maschine, Werkzeug und Messtechnik, zu den Produktbereichen Additive Manufacturing (AM) und Quality oder den beiden Kundensegmenten Medical und Moulding – die Fachbesucher konnten sich über die komplette Prozesskette informieren.
Ob zum Kernbereich Maschine, Werkzeug und Messtechnik, zu den Produktbereichen Additive Manufacturing (AM) und Quality oder den beiden Kundensegmenten Medical und Moulding – die Fachbesucher konnten sich über die komplette Prozesskette informieren. (Bild: VDW / Messe Düsseldorf)

Mit einem Besucherplus von 11% auf über 35.000 Fachbesucher hat sich die Metav ihre wichtige Position im Terminkalender der internationalen Metallbearbeitung zurück erobert.

„Wir freuen uns sehr, dass die Metav mit ihrem neuen Konzept so gut angenommen wurde“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Metav-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Besonders erfreut ist Schäfer, weil sich mit dem überarbeiteten Konzept auch neue Kunden für die Metav begeistert haben. „Knapp die Hälfte der Besucher war laut Besucherbefragung zum ersten Mal überhaupt auf einer Metav“, gibt er zu Protokoll. Alle Metav-Besucher verfügen über hohe Entscheidungskompetenz. Rund 45 % gehören zum Top-Management, 45 % haben Beschaffungskompetenz. Sie kommen zur Hälfte aus dem Maschinenbau und zu rund 40 % aus der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Mit dem neuen Area-Konzept ist frischer Wind in die Metav eingezogen. Ob zum Kernbereich Maschine, Werkzeug und Messtechnik, zu den Produktbereichen Additive Manufacturing (AM) und Quality oder den beiden Kundensegmenten Medical und Moulding, die sich jeweils in gleichnamigen Areas präsentierten – die Fachbesucher konnten sich über die komplette Prozesskette informieren und fanden zu jeder Fragestellung von der Produktidee über die Fertigung bis zur Qualitätssicherung kompetente Ansprechpartner vor. Überdies befruchteten sich der Metav-Kernbereich und die Areas gegenseitig.

Großes Interesse an generativen Fertigungsverfahren

Fast ein Drittel der Besucher interessierte sich laut Besucherbefragung für Additive Manufacturing. Etwa 20 % setzen das Verfahren bereits selbst ein, 15 % planen dies. „Additive Manufacturing ergänzt die Fertigungsverfahren in der Metallbearbeitung. Eine großflächige Verdrängung bestehender Bearbeitungsverfahren oder die vielzitierte Revolution in der industriellen Großserienproduktion bleibt aber für die nächsten fünf bis sieben Jahre erst einmal aus“, sagte Myron Graw, Partner bei der KEX Knowledge Exchange AG in Aachen anlässlich der Metav-Eröffnungspressekonferenz in Düsseldorf. Er ist verantwortlich für das Geschäftsfeld AM und damit für die Untersuchung „Additive Manufacturing - Potenziale und Risiken aus dem Blickwinkel der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie“, die der VDW in Auftrag gegeben hat. Das wichtigste Ergebnis: Ausgehend von 40 % Zuwachs pro Jahr für die additiven Verfahren wird weniger als ein Prozent der bestehenden Technologien durch additive Verfahren ersetzt. „Insgesamt lassen sich also nur leichte Verschiebungen im künftigen Produktionsmix der Werkzeugmaschinenindustrie ableiten“, resümiert Graw. Das dürfte demnach kaum zu einer radikalen Veränderung der Branche führen.

Hemmnisse für eine größere Marktdurchdringung bestehen in den Kosten und der Bearbeitungszeit. In der Kleinserienfertigung sowie der Fertigung von komplexen individualisierten und kleinen Bauteilen können Kostenvorteile additiver Verfahren in der werkzeuglosen Fertigung liegen. Ein besonderer Nutzen entsteht außerdem, wenn erhebliche „added values“ durch die additive Fertigung generiert werden können, wie beispielsweise Leichtbaustrukturen in der Flugzeugindustrie, interne Kühlkanäle und Hinterschnitte. Damit können ggf. auch in der Mittel- und Großserienfertigung Kostennachteile aufgehoben werden.

Potenzial für Hybridmaschinen

Spannend bleibt die Entwicklung von hybriden Anlagen. Sie integrieren Funktionalität für additive Fertigung, z.B. Laserauftragsschweißen, in konventionelle Maschinenkonzepte, beispielsweise Bearbeitungszentren. Hierdurch ergibt sich das Potenzial, während des Aufbauprozesses immer wieder gezielte Bearbeitungsaufgaben durchzuführen. „Um die Möglichkeiten effizient nutzen zu können, müssen die Teile jedoch völlig umkonstruiert werden. Dies gilt auch für die rein additiven Verfahren“, erläutert der KEX-Forscher. Außerdem müssten neue Ansätze in der Fertigungsplanung etabliert werden. Daraus ergibt sich eine weitere offene Frage: die Integrationsfähigkeit von AM-Anlagen in das klassische Produktionsumfeld. Viele Arbeitsabläufe erfolgen heute noch manuell. Für die effiziente Nutzung von AM sind Fragen zur automatisierten Pulverzufuhr, zum Pulverhandling, der Pulverentfernung, Staubbelastung der Umgebung beim „Auspacken“ der Teile, automatisierte Prozessketten für die Entfernung von Stützstrukturen u.v.m. zu beantworten. Weitere Defizite der additiven Fertigung sind die immer noch eingeschränkte Werkstoffauswahl, die für additive Anlagen qualifiziert sind. Außerdem muss die Qualität additiv hergestellter Bauteile zerstörungsfrei geprüft werden. Da es sich bei den Teilen immer mehr oder weniger um Einzelstücke handelt, muss ihre fehlerfreie Reproduzierbarkeit erst noch nachgewiesen werden. (qui)

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