Produktfälschung

Negativ-Preis „Plagiarius“ prämiert besonders dreiste Fälschungen

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Sonderpreis "Fälschung" - Wälzlager: FAG-Rillenkugellager „FAG 6012.2ZR.C3“ und INA-Schrägkugellager „INA 30/8-2RS“ Links Originale: Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach, Deutschland Rechts Fälschungen: Export: Yakang Bearing Supplies Co., Ltd., Beijing, VR China Vertrieb: Ein deutsches Handelsunternehmen hat bei Yakang im guten Glauben FAG- und INA-Wälzlager geordert und weiter verkauft. Eine Grenzbeschlagnahme und darauffolgende einstweilige Verfügung offenbarten die Produkte als Fälschungen. Das Handelsunternehmen hat sich mit der Vernichtung der Fälschungen einverstanden erklärt und sich bei Schaeffler entschuldigt.
Sonderpreis "Fälschung" - Wälzlager: FAG-Rillenkugellager „FAG 6012.2ZR.C3“ und INA-Schrägkugellager „INA 30/8-2RS“ Links Originale: Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach, Deutschland Rechts Fälschungen: Export: Yakang Bearing Supplies Co., Ltd., Beijing, VR China Vertrieb: Ein deutsches Handelsunternehmen hat bei Yakang im guten Glauben FAG- und INA-Wälzlager geordert und weiter verkauft. Eine Grenzbeschlagnahme und darauffolgende einstweilige Verfügung offenbarten die Produkte als Fälschungen. Das Handelsunternehmen hat sich mit der Vernichtung der Fälschungen einverstanden erklärt und sich bei Schaeffler entschuldigt. (Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Die Aktion Plagiarius e.V. hat auch in diesem Jahr den befürchteten Schmäh-Preis "Plagiarius 2016" an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen prämiert. In der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ im Congress Center der Messe Frankfurt wurden drei Hauptpreise, zwei Sonderpreise und fünf gleichrangige Auszeichnungen aus insgesamt 40 Einsendungen verliehen. Mit dabei waren auch die gefälschten FAG-Rillenkugellager „FAG 6012.2ZR.C3“ und INA-Schrägkugellager „INA 30/8-2RS“.

Das Geschäft mit Plagiaten und Fälschungen ist ebenso lukrativ wie erfolgreich. Vom einfallslosen Kleinunternehmer bis hin zur organisierten Kriminalität profitieren viele vom Diebstahl geistigen Eigentums. Die Schäden seitens der Originalhersteller sind enorm, die Gefahren für Verbraucher ebenfalls. Das Internet gilt als „Turbo-Booster“: Die bequeme Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit großer Mengen vermeintlicher Markenprodukte zum Spottpreis aus aller Welt verführen zum Kauf. Leichtgläubige (Online-)Schnäppchenjäger bescheren den Fälschern milliardenschwere Gewinne.

Plagiarius: Nachahmer verdienen sich eine goldene Nase auf Kosten Anderer

Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen und Fälschungen. Ziel des Vereins ist es, die unseriösen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten aus aller Welt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik sowie Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – als Symbol für die exorbitanten Profite, die die Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Hersteller erwirtschaften.

Natürlich sagt die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ nichts darüber aus, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt oder aber rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann und will kein Recht sprechen. Sie darf aber auf die Probleme betroffener Firmen aufmerksam machen und die Meinung äußern, „dass plumpe 1:1 Nachahmungen einfallslos und moralisch verwerflich sind“.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Preisträger des Plagiarius-Wettbewerbs 2016

Vermeintliche Plagiatoren können Stellung nehmen

In dem Zusammenhang betonte der Verein „dass legale Wettbewerbsprodukte, die einem Trend folgen, sich aber optisch und technisch ausreichend vom Original unterscheiden und somit fairen Wettbewerb beleben, ausdrücklich erwünscht sind“. Bevor die Plagiarius-Jury aus allen Einsendungen die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren schriftlich auf ihre Nominierung hingewiesen und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Neben allgemeinen fallbezogenen Informationen fließen auch diese Reaktionen – sofern genutzt – mit in die Bewertung ein. Erfreulich ist, dass der hohe Bekanntheitsgrad des „Plagiarius“ auch dieses Mal wieder seine abschreckende Wirkung zeigte: Aus Angst vor öffentlicher Blamage haben einige der angeschriebenen Nachahmer noch vor der Jurysitzung eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht. Teils wurden Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder aber Lieferanten preisgegeben.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43878123 / Produkthaftung)