Kommunikation

Mit dem Navi durch 3D-Landschaften

| Redakteur: Jan Vollmuth

Die weiterentwickelte Navigationssoftware von Bosch kann die Daten des neuen Navigation Data Standard (NDS) besonders ansprechend aufbereiten – auch offline.
Die weiterentwickelte Navigationssoftware von Bosch kann die Daten des neuen Navigation Data Standard (NDS) besonders ansprechend aufbereiten – auch offline. (Bild: Bosch)

Bosch macht die Kartendarstellung fest installierter Navigationssysteme mit einer weiterentwickelten Navigationssoftware noch ansprechender: Die Navigationsdaten werden mithilfe eines 3D-Rendering-Moduls optisch besonders ansprechend aufbereitet.

Die Navigationssoftware von Bosch nutzt dafür Daten nach dem neuen Navigation Data Standard (NDS). Im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten ist der Bosch-Ansatz auch in Navigationssystemen nutzbar, die keine permanente Internet-Anbindung haben. Ist diese vorhanden, lässt sich die Darstellung mit dynamischen Daten erweitern. So lassen sich künftig auch aktuelle Wetterinformationen integrieren oder die Kraftstoffpreise der auf der Route liegenden Tankstellen darstellen.

3D Map Engine für nahtloses Zoomen

Zentrales Element der neuen Navigationssoftware von Bosch ist eine auf Open Scene Graph basierende 3D Map Engine. Diese blendet dreidimensionale Elemente wie Gebäude über eine zusätzliche Ebene in die Darstellung ein und kann sie auch transparent machen. So bleibt eine hinter Häusern verlaufende Routenführung sichtbar. Den sichtbaren Ausschnitt kann der Fahrer nahtlos von der höchsten Detailstufe bis hin zur Weltansicht zoomen. Anhand topographischer Informationen, die in den NDS-Daten enthalten sind, lassen sich Höhenunterschiede darstellen. Auch ein künstliches Hochbiegen der Karte in Richtung Horizont wird möglich. So kann die maximale Bildschirmfläche zum Anzeigen der Route genutzt werden. Weiterhin verfügbar ist 3D artMap. Diese Funktion kann die Kanten von Häusern runden und durch eine entsprechende Kolorierung den Gebäuden einen aquarellartigen Look verleihen.

Die Bedienung kann wahlweise über Sprache, Multi-Touch-Bedienung oder Handschriftenerkennung erfolgen. Mithilfe der 3D Map Engine lassen sich außerdem unterschiedliche Kartenausschnitte auf verschiedenen Displays gleichzeitig darstellen, zum Beispiel auf dem Bildschirm der Mittelkonsole und im Fahrercockpit. Der Detaillierungsgrad der Anzeige lässt sich an die Rechenleistung und die Speichergröße des Infotainmentsystems anpassen. Dadurch lässt sich die Navigationssoftware für die Fahrzeughersteller maßgeschneidert konfigurieren. Updates lassen sich einfach über USB-Medien oder ein angeschlossenes Smartphone aufspielen.

Der Connected Horizon liefert mehr als Stauinfo

Bereits heute können Staus nahezu in Echtzeit auf der Karte dargestellt werden. Ist das Infotainmentsystem mit dem Internet vernetzt, lassen sich künftig noch viele weitere Informationen in die Karte integrieren. Der Connected Horizon von Bosch stellt zum Beispiel Straßenzustandsdaten in Echtzeit in einer Datencloud bereit. Diese Daten kann die 3D Map Engine sichtbar machen. So können Bereiche in der Karte eingefärbt werden, in denen es gerade besonders stark regnet oder Glatteis droht. Mit einer Kreisbewegung des Fingers auf dem Display kann dann schnell ein Punkt definiert werden, über den eine alternative Routenführung berechnet werden soll. Auch regionale Temperaturen oder der erwartete Verlauf starker Stürme lässt sich darstellen – in den Tornado-geplagten USA ein wichtiger Punkt. Für Elektrofahrzeuge wird die aktuelle Reichweite entsprechend dem Ladezustand der Batterie als farbige Markierung sichtbar gemacht.

Der Navigation Data Standard ist von Automobilherstellern, Zulieferern und Kartenerstellern gemeinsam entwickelt worden. Das standardisierte Format ermöglicht den herstellerübergreifenden Austausch von Kartendaten. Die Standardisierung reduziert die Variantenvielfalt und vereinfacht das Kartenupdate. (jv)

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