Hannover Messe 2016

Millionen von Motoren warten auf optimale Wartung

| Autor: Ute Drescher

ABB zeigt smarte Sensoren, die neue Geschäftsmodelle für die Wartung von Niederspannungsmotoren ermöglichen.
ABB zeigt smarte Sensoren, die neue Geschäftsmodelle für die Wartung von Niederspannungsmotoren ermöglichen. (Bild: ABB)

Wie lassen sich Millionen von Niederspannungsmotoren in Zukunft günstig warten lassen und dabei enorme Kosten sparen? Wie können Frequenzumrichter dazu beitragen, Maschinen und Anlagen energieeffizient zu machen? Und wie lassen sich Schaltanlagen flexibel, schnell und einfach planen? Antworten auf diese Fragen will ABB auf der Hannover Messe 2016 geben.

"Da ist noch viel Luft nach oben", kommentiert Jonas Spoorendonk, Local Unit Business Manager Motors & Generators bei ABB in Deutschland die aktuelle Situation bei der Zustandsanalyse von Niederspannungsmotoren. Bislang ist es aufwendig und teuer, diese Motoren zu überwachen und vorausschauend zu warten: "Die meisten der heute eingesetzten Millionen von Elektromotoren werden gar nicht gewartet, das macht mit den derzeit verfügbaren Technologien auch wirtschaftlich gar keinen Sinn", fasst Spoorendonk die Situation zusammen.

Das soll sich nun ändern. Auf der Hannover Messe 2016 stellt ABB einen smarten Sensor mit drahtloser Kommunkationsschnittstelle vor, der in einem kleinen Gehäuse von der Größe einer Zigarettenschachtel untergebracht ist und sich einfach am Motor anbringen lassen soll. Das Multisensor-Datenerfassungssystem, von Spoonendonk liebevoll "unser Baby" genannt, liefert Informationen zu Betriebsparametern wie Vibrationen, Temperatur oder Überlastung und ermittelt den Energieverbrauch.

Die Daten gehören weiterhin dem Betreiber

Diese Daten werden dann drahtlos an sichere cloud-basierte Server bei ABB übertragen, wo eine spezielle Software sie analysiert und auswertet. "Wichtig ist", betont Spoonendonk, "dass die Daten dem Betreiber gehören. Wir schreiben Cyber-Security groß!" Die Analyse der gespeicherten Daten soll Betrieb und Wartung von Anlagen optimieren, gleichzeitig aber auch die Grundlage für neue Geschäftsmodelle bilden. "Uns ist es gelungen, sehr viele Funktionen in einem kleinen Gerät unterzubringen und dabei - und das ist der Knackpunkt - die Kosten deutlich zu senken". ABB will den Sensortag für etwa 50 Euro anbieten.

Um die Energieeffizienz von Maschinen und Anlagen in Zukunft noch einfacher zu erhöhen, ergänzt ABB ihr Portfolio an Standardfrequenzumrichtern um zwei weitere Produktvarianten. "Damit decken wir sowohl den Niederspannungs- als auch den Mittelspannungsbereich mit Leistungen von wenigen Kilowatt bis zu mehreren Megawatt ab", erklärt Adrian Guggisberg von ABB. Den Vorteil der gemeinsamen Architektur erklärt Guggisberg so: "Alle Antriebe nutzen dieselben Benutzeroberflächen und Tools. Das macht es einfach den Antrieb auszuwählen, zu betrieben und zu warten".

Die Standardfrequenzumrichtern ACS580 können variable und basiskonstate Drehmoment-Anwendungen etwa bei Pumpen, Ventilatoren, Förderbändern oder Mischern in vielen Branchen regeln. Der Anwender wählt die für ihn am besten geeignete Konfiguration aus der Produktfamilie, unabhängig von den Daten der elektrischen Anlagen. Die Geräte haben folgende Kennzahlen:

  • Der Leistungsbereich (Niederspannung) für das neue ACS580-Schrankgerät beträgt 55 bis 500 kW (Spannung 380 V bis 480 V).
  • Für Mittespannungsanwendungen beträgt der Leistungsbereich 200 bis 6.300 kW (Spannung 6 bis 11 kV).

Neuer Frequenzumrichter für Heizung, Lüftung, Klima

Einfachheit, Zuverlässigkeit und einfache Integration sind die wichtigsten Merkmale eines weiteren Frequenzumrichters, den ABB speziell für Heizung-Lüftung-Klima (HLK)-Anwendungen entwickelt hat. Der ACH580 eignet sich für den Dauerbetrieb in kritischen Anwendungen, zum Beispiel in Krankenhäusern und Rechenzentren. "Der Frequenzumrichter lässt sich sofort im öffentlichen Netz einsetzen, weil er alle erforderlichen Normen erfüllt", erklärt Klaus Allgaier von ABB. Die wichtigste Funktion des Geräts allerdings ist, so Allgaier, dass er mit jedem gängigen Motor betrieben werden kann.

Zu den weiteren Highlights, die ABB in Hannover präsentieren wird, gehören E-Design, eine neue integrierte Suite für die einfache Planung elektrischer Systeme sowie Thyristoren und Transistoren, die weitere Effizienzsteigerungen ermöglichen, um die Klimawende zu unterstützen. (ud)

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