Zahnstangengetriebe

Mehr als nur Getriebe – vom Komponenten- zum Systemlieferanten

| Redakteur: Sandra Häuslein

Identische Baugrößen, Anschlussmaße und Ritzelwellen-Enden formieren die Getriebeserien Lifgo und Lean SL zu einem leicht zu handhabenden Baukastensystem.
Identische Baugrößen, Anschlussmaße und Ritzelwellen-Enden formieren die Getriebeserien Lifgo und Lean SL zu einem leicht zu handhabenden Baukastensystem. (Bild: Leantechnik)

Seit der Gründung der Leantechnik AG 1993 sind nicht nur Umsatz und Mitarbeiterzahlen ständig gewachsen, sondern auch das Know-how zum Heben, Führen und Positionieren. Längst hat sich das Unternehmen vom reinen Komponenten- zum Systemlieferanten weiterentwickelt und produziert heute im Kundenauftrag teil- und funktionsfertige Anlagen.

Ein Blick in die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung des Getriebespezialisten zeigt ein überraschendes Spektrum vielfältiger Aufgabenstellungen. Anlagen zur flexiblen Bewegung im Raum werden von den Maschinenbauingenieuren und -mechanikern bei Leantechnik ebenso geplant wie Pick-and-Place-Anlagen, Präzisions-Hubtische, Sortier- oder Kommissionieranlagen. Grundlage aller Konstruktionsüberlegungen stellen die von Leantechnik produzierten 4-fach-rollengeführten Lifgo- sowie die für einfachere synchrone Hubbewegungen ausgelegten Lean-SL-Getriebe mit rundgeführter Zahnstange dar. „Den Kern jeder Anlage bildet immer unser spezifisches Antriebs- und Kraftübertragungs-Know-how. Die darum herum benötigte Anlage planen wir dann flexibel“, so Reinhard Meltsch, Leiter Konstruktion bei Leantechnik.

Die Basis: lineargeführt mit quadratischem Gehäuse

Was heute zum Tagesgeschäft der Getriebespezialisten aus Oberhausen gehört, ist das Ergebnis einer ausdauernden und beharrlichen Arbeit. „Als sich meine Frau und ich in den frühen 90er- Jahren mehr oder weniger über Nacht zur Übernahme einer Produktsparte der damaligen Schlüter-Werke aus Dortmund entschlossen, haben wir mit einem so positiven Fortgang natürlich nicht gerechnet“, so Reinhard Janzen zur Geschichte seines Unternehmens. Bereits 1996 stellte Leantechnik auf der Euroblech, der internationalen Technologiemesse für Blechbearbeitung, das erste selbst entwickelte Zahnstangengetriebe mit Linearführung und quadratischer Form vor. Bis heute bildet es die Basis aller Getriebe von Leantechnik. Die eigenen Produkte und angewandten Technologien ständig zu verbessern ist Ansporn geblieben und die Innovationskraft wird zur Bildung von Wertschöpfungspartnerschaften genutzt. Reinhard Janzen erklärt: „So haben wir uns zum führenden Hersteller lineargeführter Zahnstangenhubgetriebe entwickelt. Heute bieten wir nicht nur leistungsfähige Komponenten, sondern mit unserem Fachwissen auch einen Mehrwert für unsere Kunden, indem wir die Entwicklung und Produktion selbst komplexer Anlagen übernehmen.“

Starke Nachfrage nach Lösungen aus einer Hand

Leantranspo nennt Leantechnik Maschinen, die neben den robusten und langlebigen Lifgo- und Lean-SL-Getrieben noch zusätzliche Anbauteile, Antriebe und Stahlbau aufweisen. Für die Kunden bedeutet das nicht nur eine Vereinfachung vieler und komplizierten Teilprozesse, sondern auch mehr Raum zur Konzentration auf die eigentlichen Kernaufgaben. „Zudem fragen Kunden immer stärker Lösungen aus einer Hand nach, um die Anzahl an Lieferanten zu reduzieren“, führt Reinhard Meltsch aus. Eine individuelle Lösungsfindung beinhaltet für die Konstruktionsingenieure neben der Beratung eine exakte Planung zur Auslegung. Sie analysieren zunächst, welche Anforderungen an die Anlagen gestellt werden. Geht es darum, besonders schwere Lasten zu bewegen, hohe Taktzahlen zu erreichen oder steht die präzise Positionierung im Vordergrund? Dementsprechend werden auch die zu verwendenden Getriebe dimensioniert. Am Ende steht schließlich ein umfassender Service mit Montage, Implementierung sowie dem entsprechenden Kundendienst.

Leantechnik erweitert die Produktpalette

Zahnstangengetriebe

Leantechnik erweitert die Produktpalette

22.05.14 - Mit dem neuen Lifgo 5.4 gibt es zu den bisher 18 Zahnstangengetrieben eine Sonderbaugröße für schwere Lasten und lange Hübe. Das Getriebe ist um 57 % belastbarer als die Baugröße Lifgo 5.3 und verfügt bei Geschwindigkeiten von 3 m/s über eine Hubkraft von bis zu 25.000 N. lesen

Alles passt zusammen

Ein wesentliches Ergebnis der langjährigen Entwicklungsarbeit von Leantechnik ist das Baukastensystem, das die Getriebeserien Lifgo und Lean SL miteinander kombiniert und untereinander austauschbar macht. Dafür sorgen identische Anschlussmaße und Schraubenbefestigungen, identische Zahnteilungen und Teilkreisdurchmesser sowie gleiche Ritzelwellenausführungen innerhalb einer Baugröße. Wenige Zubehörteile verringern die Anschaffungskosten. Dem Anlagenbauer bietet das System größtmögliche Flexibilität – eine Kombination vertikaler und horizontaler Hübe nebst Einbeziehung der Z-Achse ist in nahezu alle erdenklichen Konstellationen möglich. Außerdem lassen sich sowohl Lifgo- als auch Lean-SL-Getriebe aufgrund ihrer kompakten Einheit aus Antrieb und linearer Führung sehr schlank verbauen. Einen zusätzlichen Pluspunkt sollen auch die variablen Montagemöglichkeiten darstellen. So können Schrauben direkt in der Montageplatte angebracht oder durchgesteckt werden. Alle Getriebe lassen sich sowohl horizontal als auch vertikal, von der Ober- oder Unterseite anschrauben und in allen denkbaren Kombinationen verbinden – auch in Winkeln von ±90°.

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