Steuerung

Maschinensteuerungen nach Maß

| Redakteur: Jan Vollmuth

In Funktion und Design maßgeschneiderte Steuerungselektronik.
In Funktion und Design maßgeschneiderte Steuerungselektronik. (Bild: Ioannis Kamaretsos)

Kaum eine Maschine kommt heute ohne elektronische Steuerungen aus. Die Anforderungen an Steterungen sind dabei sehr unterschiedlich. Ob eine Standardsteuerung eingesetzt werden kann oder eine individuelle Lösung entwickelt werden muss, hängt daher von verschiedenen Faktoren ab.

Die Wahl für einen Steuerungstyp wird von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen und technischen Faktoren bestimmt. Standardsteuerungen bieten den vermeintlichen Vorteil eines geringeren Anfangsinvestments, allerdings wird dieser Vorteil mit höheren Stückkosten erkauft. Zudem werden oftmals nur 20 % des gesamten Funktionsumfangs benötigt, der Rest bleibt ungenutzt. Dennoch wird für die überflüssige Leistung gezahlt. Zudem ist es gerade bei sehr speziellen Anforderungen möglich, dass diese durch eine Standardsteuerung nicht abgedeckt werden können. Individualsteuerungen hingegen sind zwar oft in der Einführung teurer als Steuerungen von der Stange. Dafür werden sie passgenau für die Anforderungen der Maschine entwickelt.

Bewährte Technik trifft Innovation

Für viele Maschinen muss nicht gleich eine komplett neue Steuerung entwickelt werden. Wenn ein Großteil der Kernanforderungen durch bestehende Steuerungshardware und bereits programmierte Standardfunktionen schon abgedeckt wird, spricht nichts dagegen, diese Software weiter einzusetzen. Neue Features lassen sich dann programmieren und auf die Steuerungs-Hardware spielen. So können neben den Grund- auch spezielle Maschinenfunktionen, zum Beispiel zur Geschwindigkeits- und Qualitätsoptimierung oder für besondere Maschinenfunktionen, in die Steuerung integriert werden.

Alternativ ist auch die individuelle Anpassung einer Standardsteuerung über einen zusätzlichen Hardware-Baustein möglich. Dieses Spezial-Hardware-Modul wird entsprechend der besonderen Anforderungen individuell entwickelt und in das bereits bestehende Modulsystem einer Standardsteuerung integriert. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn ein Interface zu neuen, externen Komponenten wie Sensoren oder Antriebe geschaffen werden soll, die bislang noch nicht unterstützt wurden.

Anpassung nicht auf Biegen und Brechen

Grundsätzlich kann jede Standardsteuerung um kundenspezifische Funktionen und Hardware-Module ergänzt werden. Das macht aber nicht immer Sinn: Einige Leistungs-, Kosten-, Funktions- oder mechanische Anforderungen sind nicht mit Standardsteuerungen lösbar. So müssen beispielsweise beim Einbau einer Steuerung in einen engen Bauraum, wie er etwa bei Fahrzeugen gegeben ist, die besonderen Maße der Anschlüsse, eine spezielle Befestigung oder ein alternatives Belüftungskonzept berücksichtigt werden. In solchen Fällen ist es notwendig eine ganz neue, individuelle Steuerung zu konzipieren. Der Vorteil: Die Hardware wird passgenau gestaltet und lässt sich problemlos in die Maschinen einsetzen. Zudem werden nur solche Software-Funktionen entwickelt, die auch wirklich benötigt werden.

Neben technischen können aber auch strategische Gründe eine Rolle bei der Entscheidung für eine Individualsteuerung spielen. Denn: Innovation schafft Vorsprung im Wettbewerb. Das gilt insbesondere dann, wenn dabei optimierte Techniken entwickelt wurden. Deren Umsetzung ist nur mit individuellen Steuerungen möglich. Das Problem: Bislang gab es zu Standardsteuerungen oft keine wirtschaftlichen Alternativen.

Dieses Problem ist oft selbstgemacht: Viele Maschinenbauer wählen lieber einen bekannten Steuerungshersteller und nutzen so Namens- und Imagevorteile gegenüber ihren Kunden. Dabei können Nischenproduzenten oftmals einen individualisierten und verbesserten Service gewährleisten und die Bedürfnisse auch spezialisierter Systeme abdecken.

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