Kupplungen

Kupplungssysteme für Schwerlastanwendungen mit hohen Drehmomentanforderungen

| Redakteur: Ute Drescher

(Bild: Pavel Losevsky - Fotolia)

Robuste Bauweise sowie die sichere Übertragung von hohen Drehmomenten ist eine Pflichtaufgabe für Kupplungen im Heavy Duty-Bereich. Je nach Anforderung eignen sich unterschiedliche Systeme.

Drehmomente von 10.000 Nm und mehr sind in unzähligen Applikationen anzutreffen, beispielsweise in umformtechnische Anlagen, Misch- und Knetmaschinen oder Zentrifugen in der Kunststoffindustrie. Unabhängig davon, ob sie als starre Wellenverbindung bei fluchtenden Wellen dienen, als Ausgleichskupplungen für eine zusätzliche Kompensation von Wellenverlagerungen verantwortlich sind oder einen zuverlässigen Überlastschutz bieten müssen – eine robuste Bauweise sowie die sichere Übertragung dieser hohen Drehmomente ist Pflicht für Kupplungen im Heavy Duty-Bereich. Die Aufnahme der meist großen Wellendurchmesser sollte ebenfalls sichergestellt sein. Je nach Anforderung bieten sich unterschiedliche Kupplungssysteme an.

Stahllamellenkupplungen werden aufgrund ihrer Robustheit und ihrer hohen Leistungsdichte in Schwerlastanwendungen geschätzt. Die torsionssteifen Kupplungen arbeiten mit Lamellenpaketen, bestehend aus mehreren, durch Stahlbuchsen verbundenen Lamellen aus hochfestem, rostfreiem Edelstahl. Das Lamellenpaket ist wechselseitig mit dem jeweiligen Nabenflansch und dem Zwischenstück der doppelkardanischen Ausführung verbunden.

Ausgleichende Kupplungen

Orbit Antriebstechnik bietet Stahllamellenkupplungen mit Nenndrehmomenten bis 65.000 Nm. Die Kupplungen verfügen je nach Baugröße über Lamellenpakete in 6- oder 8-Schraubenausführung, d.h. die Form des Lamellenpaketes ist exakt auf die Höhe der jeweiligen Drehmomentanforderung angepasst. Erhältlich sind sie in einfach- oder doppelkardanischer Ausführung. In doppelkardanischer Version bieten sie abhängig von der Kupplungsgröße einen Verlagerungsausgleich von radial bis zu 2,4 mm, axial bis zu 7,7 mm, angular bis zu 1,3°. Ihre Drehsteifigkeit reicht, je nach Baugröße, bis zu 32.000 kNm/rad. Durch das statische Wuchten der Naben in Wuchtgüte G 6,3 sind die Kupplungen für hohe Drehzahlen prädestiniert.

Zur Überbrückung kundenspezifischer Wellenabstände können sie als Distanzwellenkupplung mit beliebig in der Länge wählbaren Zwischenhülsen geliefert werden. Zur Wellenanbindung stehen formschlüssige Außen- oder Innennaben - letztgenannte für eine reduzierte Baulänge - mit Bohrungsdurchmessern bis zu 205 mm zur Verfügung. Typische Anwendungsbereiche der Stahllamellenkupplungen sind beispielsweise Druck- und Papiermaschinen, Förderanlagen, Anlagen in der Metallverarbeitung, Generatoren oder auch Turbinenantriebe.

Starre Wellenverbindung

Bei Anwendungen mit exakt fluchtenden Wellen und hohen Drehmomentansprüchen sind starre Kupplungen die ideale Kupplungslösung. Wellen gleichen Durchmessers werden kraftschlüssig und absolut spielfrei verbunden. Die Kupplungsserie steht für Wellendurchmesser von 55 mm bis 100 mm zur Verfügung und ist aufgrund ihres zweiteiligen Aufbaus radial montierbar. Für einen zusätzlichen Formschluss sind die Bohrungen mit Nut ausgeführt. Die Heavy Duty Version ist aus Stahl gefertigt und zusätzlich brüniert.

Als Überlastschutz

Rutschnaben arbeiten reibschlüssig und rutschen im Überlastfall ab einem definierten Drehmoment durch. Über Tellerfedern wird eine Vorspannung auf die Reibbeläge ausgeübt. Die Höhe dieser Federkraft und damit die Höhe des Drehmoments lässt sich mittels Einstellmutter oder –schrauben stufenlos einstellen. Die Rutschnaben sind lasthaltend, d. h. bei Überlast rutscht das jeweilige Übertragungselement durch und es erfolgt eine Begrenzung des Drehmoments auf den voreingestellten Wert. Erhältlich sind die Naben mit einstellbaren Drehmomenten bis zu 23.000 Nm. Die Rutschnaben sind kombinierbar mit Riemenscheiben, Zahnrädern oder Kettenrädern. Zusätzlich steht eine Variante für extra breite Übertragungselemente im Angebotsspektrum bereit. (ud)

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