Elektromobilität

Ingenieure tüfteln am E-Bike mit Allradantrieb

| Redakteur: Monika Zwettler

(Bild: Universität Ulm)

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E-Bikes mit Allradantrieb? Was verrückt klingt, könnte in einigen Jahren zum Standard werden. Gemeinsam mit Industriepartnern tüfteln Ulmer Ingenieure an einem Versuchsmuster, das sicherer und agiler als konventionelle Elektrokrafträder sein soll. Dabei muss das innovative Zweirad natürlich erschwinglich bleiben.

Allradantrieb für elektrische Zweiräder? Was bei Geländewagen und Fahrzeugen der oberen Mittelklasse keine Seltenheit ist, könnte in einigen Jahren auch bei E-Bikes und E-Motorrädern zum Standard werden. Am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm entwickelt Dr. Michael Buchholz ein rein elektrisch betriebenes Kleinkraftrad, das durch einen zusätzlichen Antriebsmotor am Vorderrad agiler und vor allem sicherer werden soll. In etwa drei Jahren soll ein batterieversorgter Prototyp auf Teststrecken erprobt werden – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h und einem zusätzlichen Freiheitsgrad gegenüber herkömmlichen Elektrozweirädern.

Einfache Bedienung trotz Allradantrieb

Die Herausforderungen: Das E-Bike muss weiterhin einfach zu bedienen sein und der Kaufpreis soll erschwinglich bleiben. „Wie kann ein Zweirad mit reinem Elektroantrieb in allen Fahrsituationen sicher betrieben werden, wenn beide Räder durch je einen Elektromotor mit einer funktionsintegrierten Gesamtsteuerung angetrieben werden?“ fasst Michael Buchholz das Forschungsvorhaben der Uni Ulm und der Industriepartner ID-Bike, IPDD und Gigatronik Technologies zusammen.

Bis die innovativen Zweiräder auch wirklich verkehrstüchtig sind, liegt noch viel Arbeit vor den Ulmer Ingenieuren. In der Versuchshalle an der Universität steht bereits ein Testfahrzeug für Messungen zur Verfügung. Während die Ingenieure tüfteln, erobern herkömmliche E-Bikes die Metropolen der Welt – beste Startbedingungen also für den Allradler.

Sensoren erfassen die aktuelle Situation

Und so soll das Elektrorad der Zukunft funktionieren: Am Fahrzeug angebrachte Sensoren erfassen, in welcher fahrdynamischen Situation sich das E-Bike befindet, und leiten diese Informationen an ein Steuergerät weiter. Dann berechnet eine Software wahrscheinliche Aktionen des Fahrers und sendet entsprechende Signale an zwei Elektromotoren, die Vorder- und Hinterrad unabhängig voneinander antreiben oder abbremsen, oder an eine zusätzliche Reibbremse. Die situationsbedingte Verteilung von Antriebs- und Bremsmomenten ist wichtig, um zum Beispiel eine ausreichende Sicherheit bei Kurvenfahrten zu erreichen.

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