Antriebstechnik

Wettbewerb sucht Anwendungen für das Inversionsprinzip

26.04.12 | Redakteur: Jan Vollmuth

Das Future Concept „SmartInversion“ ist ein mit Helium gefülltes Flugobjekt, das einer Gliederkette gleicht und sich durch seine eigene Umstülpung fortbewegt.
Das Future Concept „SmartInversion“ ist ein mit Helium gefülltes Flugobjekt, das einer Gliederkette gleicht und sich durch seine eigene Umstülpung fortbewegt. (Bild: Festo)

Bei der Festo Challenge: Principle to Product wird in diesem Jahr eine kreative Idee für eine funktionale Anwendung der Inversion im industriellen Umfeld gesucht. Die Gewinneridee wird in Zusammenarbeit mit Festo umgesetzt und auf der Hannover Messe 2013 präsentiert.

Die mechanischen Prinzipien der Rotation und Translation sind Grundlage zahlreicher Lösungen in der Automation. Durch die Umstülpung eines Körpers entdeckte der Künstler und Techniker Paul Schatz 1929 eine neue kinematische Grundbewegung: die räumliche Inversion.

Um das Phänomen genauer zu untersuchen, lobte das Bionic Learning Network von Festo gemeinsam mit dem Rat für Formgebung zur Hannover Messe 2012 einen deutschlandweiten, interdisziplinären und mit insgesamt über 30.000 Euro dotierten Ideenwettbewerb für Studierende der Bereiche Design und Ingenieurwissenschaften aus. Die Gewinneridee wird in Zusammenarbeit mit Festo umgesetzt und auf der Hannover Messe 2013 präsentiert. Darüber hinaus wird sie mit 10.000 Euro prämiert. Auf die Platzierungen zwei bis fünf verteilt sich ein Gesamtgewinn von über 20.000 Euro.

"Gemeinsam mit dem Rat für Formgebung wollen wir mit dem Ideenwettbewerb die Design- und Ingenieurswelten zusammenführen und dabei zum interdisziplinären Arbeiten anregen", erklärt Dr. Heinrich Frontzek, Leiter Corporate Communication bei Festo. "Zum Auftakt des Ideenwettbewerbs präsentieren wir ein Flugmodell der Inversion. 'SmartInversion' ist ein mit Helium gefülltes Flugobjekt, das einer Gliederkette gleicht und sich durch seine eigene Umstülpung fortbewegt", ergänzt Heinrich Frontzek.

Abgeleitet ist die Form des Flugkörpers von einem von Paul Schatz entdeckten Würfelgürtel. Er zerlegte einen Würfel in zwei Sternkörper und einen sechsgliedrigen Gelenkring, der aus den beiden Riegelkörpern an den Ecken herausbricht, sich fortwährend umstülpen lässt und dadurch unterschiedliche Formen annimmt. Schatz erweiterte damit die bislang auf Rotation (Drehung) und Translation (lineare Bewegung) beruhende Getriebelehre durch ein Element: die Umstülpung.

"Neue Ideen werden nur zu erfolgreichen Innovation, wenn sie in marktreife Produkte umgesetzt werden. Hierbei kommt Design als Innovations- und somit als Wirtschaftsfaktor eine zentrale Rolle zu. Um die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft nachhaltig zu stärken, ist es notwendig, dass an den Hochschulen zwischen Designstudiengängen und Ingenieur- sowie anderen technologieorientierten Studiengängen ein stärkerer Austausch stattfindet. Dieser interdisziplinäre Netzwerkgedanke findet sich vorbildlich in diesem Wettbewerb umgesetzt", so Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rat für Formgebung.

Was kann das Prinzip der Umstülpung im Bereich der Bewegung ermöglichen? Welche funktionellen Lösungen im industriellen Umfeld sind denkbar? Mit dem offenen Ideenwettbewerb stellen Festo und der Rat für Formgebung diese Fragen an Studierende (einzeln oder als Team), die an einer deutschen Hochschule für einen Studiengang der Fachrichtungen Design oder Ingenieurwissenschaften eingeschrieben sind. Interdisziplinäre Teams sind ausdrücklich willkommen. Bewerbungsunterlagen und Bekanntgabe der Jurymitglieder am 15. Mai 2012

Die Bewerbungsunterlagen sowie ausführliche Informationen zur Festo Challenge: Principle to Product 2012/2013 sind ab dem 15. Mai 2012 auf der Webseite des Rats für Formgebung erhältlich. Zu diesem Termin geben Festo und der Rat für Formgebung auch die Zusammensetzung der Jury bekannt.  (jv)

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