Formgebung

Hybrid Fleece Molding kombiniert Pressen und Spritzgießen

| Redakteur: Dorothee Quitter

IAC HybridFleece Molding Konzept-Türträger
IAC HybridFleece Molding Konzept-Türträger (Bild: IAC)

Die Forschungszusammenarbeit zwischen International Automotive Components (IAC) und dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) hat bestätigt, dass die eigenentwickelte Hybrid Fleece Molding Technologie von IAC in Bezug auf ihre Ökobilanz herkömmliche Prozesse deutlich übertrifft.

Der IAC Hybrid Fleece Molding Prozess kombiniert die beiden Herstellungsverfahren Pressen und Spritzgießen miteinander. In einem einstufigen Verfahren wird auf demselben Formwerkzeug ein thermoplastisches Mischfaservlies aus Naturfaser, Glas- oder recycelter Kohlefaser gepresst und gleichzeitig so hinterspritzt, dass Rippenstrukturen sowie beispielsweise Haken oder (Kabel-)Clips gebildet werden. Ein zusätzliches Schweißen oder Verkleben ist nicht nötig. Mithilfe dieser Technologie lassen sich viele verschiedene Leichtbau-Strukturbauteile und sichtbare Leichtbaukomponenten für den Fahrzeuginnenraum fertigen. Dabei reduziert das Hybrid Fleece Molding die Prozesskomplexität.

Um HybridFleece Molding mit herkömmlichen Prozessen vergleichen zu können, hat IAC ein entsprechendes Türträgerkonzept für ein SUV hergestellt und es im Test mit einem SUV-Serienprodukt verglichen, das aktuell an einen OEM-Kunden geliefert wird. Im vorliegenden Fall ermöglicht der im HybridFleece Molding Verfahren hergestellte Türträger eine Gewichtsreduzierung von 35 % sowie in der wichtigen Wirkungskategorie Treibhauspotential 40 % geringere Emissionen über die Lebensdauer der Komponente hinweg.

„Die Ökobilanz ist ein sehr gutes Instrument, um hochmoderne Technologien wie das Hybrid Fleece Molding von IAC zu bewerten und Substitutionsstrategien im Leichtbau effektiv zu unterstützen“, beschreibt Prof. Dr. Ing. H.-P. Endres, Leiter des IfBB. „Die hier durchgeführte Übersichts-Ökobilanz liefert einen ersten Ansatz, um die Vorteile hinsichtlich des ökologischen Lebenszyklus einer solchen Komponente bewerten zu können: von der Gewinnung der Naturfasern und dem Verarbeitungsprozess über die Herstellung der Komponente bis hin zur Fahrzeugnutzung.“ (qui)

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