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Forscher vereinfachen komplexe Elektronik-Architektur von E-Autos

| Redakteur: Monika Zwettler

(Bild: Race)

Siemens rüstet Elektroautos mit völlig neu konzipierter Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) aus. Grundidee ist, verschiedene Funktionen im Fahrzeug über eine einheitliche und zentralisierte Rechnerplattform zu steuern, statt wie heute jedes einzelne System mit eigener Hard- und Software zu versehen. So soll das komplizierte Zusammenspiel der vielen Assistenz-, Sicherheits- und Infotainmentsysteme vereinfacht werden.

Ein weiterer Vorteil, der aus der Trennung zwischen Software und ausführender Technik entsteht, ist das einfache Nachrüsten neuer Funktionen. So wie eine Smartphone-App die vorhandene Technik im Gerät, beispielsweise GPS oder Kamera, für eigene Anwendungen nutzt, könnte man künftig im Auto auf Basis von integrierten Standard-Komponenten wie Abstandssensoren, Steuerungseinheiten oder Anzeigeelementen neue Funktionen anbieten. Entwickelt hat dieses neuartige IKT-Konzept die globale Siemens-Forschung Corporate Technology (CT) mit Partnern im Förderprojekt Race.

Architektur vereinfacht Einführung neuer Funktionen

Mit dieser IKT-Architektur wird die Einführung neuer Funktionen im Elektroauto einfacher, kostengünstiger und auch in Kleinserien realisierbar. Um diese Möglichkeiten in der Praxis zu testen, statten CT-Forscher bis Dezember 2014 einen elektrischen Lieferwagen der Firma Street-Scooter mit der neuen Technologie aus. Das Auto erhält eine von CT entwickelte standardisierte Rechnerplattform sowie Kommunikationsnetze und Software. Anhand der ebenfalls bereitgestellten Software-Entwicklungsumgebung kann Street-Scooter dann in dem System neue Funktionen erarbeiten und in das Auto integrieren. Die Street-Scooter GmbH entwickelt und produziert Elektrofahrzeuge für Kurzstrecken und fokussiert sich derzeit auf individuelle Lösungen für Transportfahrzeuge, beispielsweise für Paketdienste oder kommunale Fahrdienste.

Software führt alle Systeme im Auto zusammen

Die in Race erarbeitete Elektronik- und Softwarearchitektur für Elektrofahrzeuge bedeutet für die Autoproduktion einen Paradigmenwechsel. Bisher ist jedes System wie zum Beispiel Antiblockiersystem, Einparkhilfe oder Klimaanlagensteuerung eine autarke Einheit. In einem Mittelklassewagen findet man gut 70 Steuergeräte verschiedener Zulieferer, deren reibungsloses Zusammenspiel sehr aufwändig abgesichert werden muss. Für Race haben die Forscher von Siemens CT neben der zentralen Rechnerplattform und der Kommunikationstechnik auch die Software entwickelt, die alle Systeme zusammenführt und ihren sicheren Betrieb gewährleistet. Damit vereinfacht sich auch die Integration von sicherheitskritischen Systemen, wie sie zum Beispiel für autonomes Fahren benötigt werden.

Projektpartner

Das Förderprojekt Race (Robust and Reliant Automotive Computing Environment for Future eCars) läuft noch bis Ende 2014. Siemens ist Konsortialführer, weitere Partner sind TRW Automotive, AVL Software and Funktions, fortiss, die Universität Stuttgart, Die TU München, die RWTH Aachen sowie das Fraunhofer Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC). (mz)

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