Hannover Messe 2017

"Die Datenanalyse wird ein großes Thema sein"

| Autor: Ute Drescher

Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory, ist überzeugt: "Nur Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich digitalisieren, werden wettbewerbsfähig bleiben."
Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory, ist überzeugt: "Nur Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich digitalisieren, werden wettbewerbsfähig bleiben." (Bild: Siemens)

Wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können, das will Siemens auf der Hannover Messe 2017 zeigen. Die Beispiele auf dem 3500 m2 großen Stand reichen von individualisierten Lebensmittel- und Pharmaproduktion bis hin zum industrietauglichen Additive Manufacturing. Außerdem treibt das Unternehmen den Ausbau seines cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystem Mindsphere voran.

Hannover Messe 2017 "Nur Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich digitalisieren, werden wettbewerbsfähig bleiben", ist Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Digital Facotry überzeugt. Siemens versteht darunter den nahtlosen Datenfluss zwischen allen Schritten der Wertschöpfungskette: vom Produktdesign über Produktionsplanung, Engineering und Produktion bis zum Service - und wieder zurück.

Wie dieser holistische Ansatz konkret aussieht, erklärt Jan Mrosik anhand der Entwicklung eines Industrie-PCs: Abgeleitet aus den Anforderungen im Pflichtenheft entsteht ein digitaler Zwilling des IPC, der in der Konstruktionsphase mit Hilfe von Simulationen in mehreren Zyklen überprüft wird. Im Anschluss wird auch für die Fertigung ein digitaler Zwilling erstellt. Mit Hilfe von weiteren Simulationstools durchläuft der digitale Zwilling des IPC seine zukünftige, virtuelle Fertigung. "Hier lässt sich u.a. überprüfen, ob eine bestimmte Schraube so platziert ist, dass sie manuell befestigt werden kann", veranschaulicht Mrosik anhand eines Beispiels. Simulieren lassen sich sogar ganze Fertigungsketten. Im nächsten Schritt wird aus diesen beiden digitalen Zwillingen automatisiert der Plc-Code für die Fertigung generiert und im TIA-Portal abgelegt; wieder wird ein digitaler Zwilling (zum Beispiel einer Simatic S7) erzeugt, der den digitalen Zwilling der Fertigung steuert. "Dieser Prozess spart 30 bis 40 % der Engineering-Zeit", erklärt der Siemens CEO. In der bill of process, einer Anleitung für die Fertigung, wird anschließend festgelegt, wie das Produkt gebaut werden muss und erst jetzt wird die Produktion ausgeführt, überwacht und die Produkte qualitätsgeprüft. Dabei fließen die Produkt- und Produktionsdaten über das Siemens IoT-Betriebssystem Mindsphere zurück in die Entwicklung, um Produkt und Produktionsprozess weiter zu optimieren.

Die Daten fließen nahtlos

In Hannover zeigt Siemens am Beispiel der Milchproduktion, wie Unternehmen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit Hilfe dieser Vorgehensweise flexibel auf Marktanforderungen wie die wachsende Vielfalt an Geschmacksrichtungen reagieren können. Den nahtlosen Datenfluss zwischen allen geschilderten Schritten ermöglicht die Integration von PLM (Product Lifecycle Management), MOM (Manufacturing Operations Management) und TIA (Totally Integrated Automation) in die gemeinsame Kollaborationsplattform Teamcenter.

Das IoT-Betriebssystem Mindsphere von Siemens spielt dabei eine wesentliche Rolle. "Industry of Things und die Datenanalyse werden große Themen für viele Kunden sein", ist Mrosik sicher. Und betont noch einmal: "Wir können den digitalen Zwilling mit den Analysedaten aus der Cloud verknüpfen." Angeschlossen an Mindsphere lassen sich enorme Datenmengen schnell und effizient auswerten und Schwachstellen aufdecken. Mit neuen Schnittstellen, Apps sowie Partnerschaften, etwa mit Bluvision, sowie der Nutzung der Cloud-Infrastruktur und Dienste von Amazon Web Services treibt Siemens den Ausbau des Ecosystems rund um die Mindsphere weiter voran. "Wir wollen hier bewusst ein offenes Ecosystem aufbauen", betont Mrosik.

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