Farming 4.0

Der digitale Landwirt

| Autor: Katharina Juschkat

Moderne Landwirtschaft: Die Fahrerkabinen sind heutzutage mit zahlreichen unterstützenden Systemen ausgestattet wie Displays, Joysticks und GPS-Verbindung.
Moderne Landwirtschaft: Die Fahrerkabinen sind heutzutage mit zahlreichen unterstützenden Systemen ausgestattet wie Displays, Joysticks und GPS-Verbindung. (Bild: Claas)

Die Landwirtschaft verändert sich radikal. Traktoren fahren automatisiert, Sensoren messen den Ertrag und alles wird in der Cloud gespeichert. Unternehmen versprechen eine effizientere Landwirtschaft. Wird der Landwirt überflüssig?

Die Maschinen dröhnen, mannsgroße Räder graben sich in den Ackerboden. Es riecht nach feuchter Erde. In der Fahrerkabine ist es angenehm kühl und ruhig. Ein Display zeigt das Feld aus der Vogelperspektive und den Weg, den der Traktor schon abgefahren ist. Das System hinter dem Display erkennt die Abmessung des Feldes genau und steuert automatisch die Spritzmitteldüse, damit weder zu wenig noch zu viel Pflanzenschutz verwendet wird.

Fahrerkabine als Steuerzentrale fürs Feld

Zahlreiche Landwirte setzen wie Siegfried Schmitt inzwischen auf digitale Hilfsmittel. Seit einigen Jahren verändert die Digitalisierung die Landwirtschaft radikal und in Folge dessen auch das Berufsbild des Bauern. Laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2016 sehen 66 % der landwirtschaftlichen Betriebe die zunehmende Digitalisierung als Chance, 53 % nutzen bereits digitale Anwendungen. Dieser Wandel bedeutet für den Landwirt eine enorme Umstellung – vernetzte Geräte, neue Investitionen und Maschinen, die die Arbeit übernehmen.

Auf den meisten landwirtschaftlichen Betrieben finden heute schon unterstützende digitale Systeme Einsatz. Die Fahrerkabine eines Traktors ist heute die Steuerzentrale für das Feld. Um da nicht den Überblick zu verlieren, gibt es Apps, die als digitales Handbuch ein aufwändiges Nachschlagen ersetzen sollen: Landmaschinenhersteller Claas bietet eine intelligente Bedienungsanleitung für das Smartphone, die via Kamera erkennt, was der Landwirt sieht und die passende Hilfe einblendet. Man kann das System sogar mit einer Virtual-Reality-Brille koppeln. 4.0 wird die Landwirtschaft dadurch, dass die Systeme via Cloud miteinander vernetzt werden. Ganz wie in der smarten Fabrik lädt der Anwender seine Daten in ein zentrales System und lässt sie auswerten. Auch dabei unterstützt die notwendige Software. Mithilfe von Betriebsmanagementsystemen, die der Bauer auf sein Smartphone oder Tablet laden kann, soll er immer und überall seinen Hof überwachen und auf alles zugreifen können.

Digitalisierung als notwendiger Schritt

Auch Landwirt Schmitt hält seinen Hof auf dem neusten Stand – obwohl er das nicht immer freiwillig macht: „Ich würde gerne die Landwirtschaft so beibehalten wie sie früher war. Das machte einfach Spaß. Aber das ist nicht mehr möglich, man muss größer werden und in Neues investieren.“ Die Vorschriften der Bundesregierung zum Pflanzenschutz und Umweltauflagen kann er nur erfüllen, wenn er auf die neue Technik setzt. „Ich bin seit über 30 Jahren in der Landwirtschaft. Je älter man wird, desto schwieriger wird es mit dem Digitalen.“ Dennoch setzt der Landwirt auf die neuen Technologien, weil er darin viele Möglichkeiten sieht. Einer seiner Angestellten kennt sich mit den neuen Technologien gut aus. „Ich lasse ihn viel ausprobieren, weil ich sehe, dass es effektiv und nützlich ist“, erklärt Schmitt.

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