EMO 2017

Aus der Vision wird Realität

| Redakteur: Ute Drescher

Unter dem Motto "Digitalization in Machine Tool Manufacturing" zeigt Siemens auf rund 1.200 Quadratmetern , wie Werkzeugmaschinenanwender und -bauer jeder Größe von der Digitalisierung profitieren können.
Unter dem Motto "Digitalization in Machine Tool Manufacturing" zeigt Siemens auf rund 1.200 Quadratmetern , wie Werkzeugmaschinenanwender und -bauer jeder Größe von der Digitalisierung profitieren können. (Bild: Siemens)

Auf der EMO 2017 will Siemens zeigen, was die Digitalisierung der Werkzeugmaschine in Sachen Produktivität, Qualität und Time-to-Market konkret bringt.

Die Digitalisierung wird die gesamte Werkzeugmaschinenindustrie gravierend verändern und nach vorne bringen, davon ist Dr. Wolfgang Heuring überzeugt: "Die Verknüpfung der digitalen mit der realen Welt ermöglicht deutliche Produktivitätsschübe und völlig neue Geschäftsmodelle", verspricht der CEO der Siemens Business Unit Motion Control nicht nur Maschinenbauern, sondern auch -betreibern aller Unternehmensgrößen. "Dabei ist Siemens ist das einzige Unternehmen, das die realen Prozessketten durchgängig in der virtuellen Welt abbilden kann", betont Heuring.

Ein Messe-Highlight soll zeigen, welche Möglichkeiten Digitalisierung durch die Anbindung an das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem Mindsphere bietet. Siemens wird auf dem gesamten Ausstellungsgelände etwa 200 Werkzeugmaschinen mit Manage Mymachines an Mindsphere anbinden. Mit dieser neuen App erhält der Maschinenbetreiber Cloud-basiert einen Überblick über wichtige Daten und Betriebszustände seiner Maschine – so kann er kurzfristig reagieren und seine Produktion optimieren.

Mit Sinumerik Edge stellt Siemens eine neue Plattform für maschinennahe Applikationen vor. Die robuste und perfomante Hard- und Softwarelösung verarbeitet und analysiert die Prozessdaten ganz nah am Bearbeitungsprozess (Edge Computing). Die Entkopplung von Datenverarbeitungsaufgaben und Prozesssteuerung sorgt für die notwendige Sicherheit im Prozess. Siemens bietet dafür Anwendungen (Edge Apps), u.a. für die Überwachung und Optimierung. Darüber hinaus können Maschinenhersteller oder Dienstleister eigene Edge Apps in die offene Plattform einbinden.

Mit dem Softwarestand 4.8 der CNC Sinumerik stellt Siemens neue Funktionen bereit, die Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit der Werkzeugmaschine verbessern.

Nickbewegungen kompensieren

So lassen sich jetzt etwa ungewollte Nickbewegungen der Achsen kompensieren und vor Kollisionen von Maschine, Werkzeug und Werkstück schützen. Die Nickkompensation (NoCo) dient zum Ausgleich von dynamischen Positionsabweichungen in einer oder mehreren linearen Maschinenachsen, die durch Beschleunigungsvorgänge verursacht werden. NoCo gleicht die dominante Positionsabweichung mit einer Korrekturbewegung in der jeweiligen Maschinenachse aus. Somit wird eine bessere Bearbeitungsqualität bei gleichzeitig höheren Ruck- und Beschleunigungswerten erreicht. Die Nickkompensation ist technologieunabhängig einsetzbar, etwa beim Fräsen, für Multitasking, Tapping, Laserbearbeitung oder Wasserstrahlbearbeitung.

Kollosionsschutz weiterentwickelt

Mit dem neuen Softwarestand 4.8 bietet die Sinumerik darüber hinaus einen weiterentwickelten Kollisionsschutz: Collision Avoidance Eco und Collision Avoidance Advanced. Die Eco-Variante ermöglicht einen einfachen, zuverlässigen Maschinenschutz und verhindert dabei Eigenkollisionen der Maschinenkörper im Arbeitsraum. Um diesen Effekt in Echtzeit zu erreichen, sind die zu schützenden Baugruppen als einfache geometrische Körper gerechnet. Diese zuverlässige Kollisionsüberwachung steht in allen Betriebsarten, also etwa JOG, MDA und Automatik zur Verfügung; die Schutzbereiche lassen sind einfach und effizient projektieren und als 3D-Darstellung an der Steuerungsoberfläche visualisieren. Die Advanced-Variante beinhaltet einen vollumfänglichen Maschinen-, Werkzeug- und Werkstück-Schutz. Die Software des Sinumerik Produkt-Partners Moduleworks läuft über eine Schnittstelle integriert auf einem externen Rechner. Sie sorgt so in Zusammenarbeit mit der Sinumerik in Echtzeit dafür, dass Maschine, Werkzeug und Werkstück während des Materialabtrags permanent einsehbar und dynamisch geschützt sind. Die erforderlichen Werkstück- und Werkzeugdaten werden dem System beim Rüsten zur Verfügung gestellt. Collision Avoidance bietet kontinuierlich ein hohes Maß an Sicherheit im Maschinenbetrieb.

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Maschine intuitiv bedienen

Mit dem weiter entwickelten Bedienkonzept für Sinumerik Operate können Werkzeugmaschinen noch übersichtlicher und intuitiver bedient werden. Der Maschinenhersteller hat dabei die Möglichkeit, das Design Corporate Identity-gerecht aufzubauen. Die technische Basis für die Neuerungen bildet die durchgängige Linie von Wide-Screen-Bildschirmen Sinumerik blackline plus im Format 16:9. Bei den Bildschirmen wurde auf separate Tasten verzichtet. Sie werden durch einen berührungssensiblen Bildschirm mit ein-und ausblendbarem Side-Screen ersetzt.

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Fail-safe-Programm schnell erstellen

Mit der steuerungsintegrierten Software Safety Integrated plus präsentiert Siemens eine neue Version der bewährten Funktion Safety Integrated (SI) für die Sinumerik 840D sI. Bislang musste je ein komplettes Programm für den NCK und die PLC geschrieben werden. Künftig ist nur noch eines für die PLC notwendig. Mit der SPS-Software Step 7, die standardmäßig im TIA-Portal integriert ist, kann dieses failsafe-Programm schnell und unkompliziert erstellt werden. Dafür stehen dem Anwender im TIA Portal zahlreiche zertifizierte failsafe-Bausteine zur Verfügung, die direkt in das Safety-Programm übernommen werden können. Mit der neuen Version Safety Integrated plus, die im Zusammenspiel mit allen aktuell lieferbaren NCU der CNC Sinumerik 840D sI betrieben werden kann, verkürzt sich die Projektierungszeit um bis zu 50 %. Für bereits am Markt eingeführte Maschinentypen empfiehlt Siemens keinen Wechsel, denn in der Anwendung sind beide Lösungen gleich sicher. (ud)

EMO 2017: Halle 25, Stand D60

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