3D-Kamera

3D-Kamera wertet Nutzerverhalten im Supermarkt aus

| Redakteur: Katharina Juschkat

Wohin gehen die Kunden, welche Produkte werden eingepackt? Um das Verhalten genauer zu untersuchen, soll die neue 3D-Kamera der Chemnizer Forscher in Supermärkten eingesetzt werden.
Wohin gehen die Kunden, welche Produkte werden eingepackt? Um das Verhalten genauer zu untersuchen, soll die neue 3D-Kamera der Chemnizer Forscher in Supermärkten eingesetzt werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Eine neue 3D-Kamera kann dazu genutzt werden, das Kaufverhalten von Kunden in Supermärkten genauer zu analysieren. Damit soll der Einzelhandel gegenüber dem Onlinehandel gestärkt werden.

Forscher der Technischen Universität Chemnitz haben eine neue 3D-Kamera mit einem extrem weiten Sichtbereich entwickelt, welcher laut den Wissenschaftlern mit konventioneller 3D-Technik bisher nicht erreichbar war. Bedingt durch den großen Erfassungsbereich und die hohe Messgenauigkeit soll die neue Technologie etablierte Sensortechnologien ersetzen und neue Anwendungen erschließen können.

3D-Kamera soll mehr Nutzerdaten sammeln

Darstellung der Kundenanalyse in einem Supermarkt: Anders als bei vergleichbaren Technologien kann die Kamera flächendeckend die gesamte Verkaufsfläche erfassen.
Darstellung der Kundenanalyse in einem Supermarkt: Anders als bei vergleichbaren Technologien kann die Kamera flächendeckend die gesamte Verkaufsfläche erfassen. (Bild: TU Chemnitz/Stephanie Peste)

In Kürze soll die Kamera in dem Projekt „Hemistereo“ eingesetzt werden, dessen Zielbranche der stationäre Einzelhandel ist. Der Einzelhandel kämpft seit Jahren gegen die Überlegenheit der Online-Konkurrenz. „Ein großes Problem ist, dass der Onlinehandel viel mehr Informationen über die Nutzer hat als der Einzelhandel“, meint Lars Meinel, einer der Entwickler. „So können die Onlinehändler individuellere Angebote bereithalten und ihr Warenangebot optimieren.“ Nun dringe Branchengigant Amazon mit dem vollautomatisierten Supermarkt namens „Go“ auch in den stationären Lebensmitteleinzelhandel vor.

Mit der 3D-Kamera aus Chemnitz wollen die Forscher den Einzelhandel unterstützen. „Mithilfe der 3D-Kamerasysteme kann das Kundenverhalten analysiert werden“, sagt Meinel. „So werden beispielsweise Laufwege ermittelt und festgestellt, welche Waren angesehen und eingepackt wurden. Die Auswertung erfolgt natürlich anonymisiert.“ Aufgrund des großen Sichtbereiches der Sensorik seien nur wenige Systeme pro Geschäft nötig.

Stereo-Technik ermöglicht den Rundumblick

Markus Heß und Dr. Michel Findeisen (v.l.) von der Professur Digital- und Schaltungstechnik diskutieren die aktuellen Messergebnisse der neuen 3D-Sensor-Technik.
Markus Heß und Dr. Michel Findeisen (v.l.) von der Professur Digital- und Schaltungstechnik diskutieren die aktuellen Messergebnisse der neuen 3D-Sensor-Technik. (Bild: TU Chemnitz/Lars Meinel)

Aber auch andere Anwendungsbereiche sind für die Kamera denkbar. „Unsere neue Sensorik kann z. B. zur Hinderniserkennung und Kollisionsvermeidung in Robotern und Drohnen eingesetzt werden“, berichtet Meinel. Die Technik basiert auf dem sogenannten Stereo-Vision-Verfahren, welches mehrere bildgebende Sensoren nutzt, um zusätzlich zur Bild- auch eine Tiefeninformation zu berechnen. „Der Vorteil dieser Stereo-Technik ist, dass sie vielseitig einsetzbar ist. Sie funktioniert in Innenräumen genauso gut wie im Freien, wo aktive Messverfahren wie Time-of-flight oder Stuctured-light schnell an ihre Grenzen kommen“, erklärt der Wissenschaftler.

Für ihre Idee wurde das dreiköpfige Gründerteam der TU Chemnitz kürzlich mit einem Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ausgezeichnet. Mit der Förderung wollen die Chemnitzer nun die Entwicklung vorantreiben, den Kundennutzen für den Einzelhandel erproben und die Vermarktung der Technologie vorbereiten. (kj)

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