Kupplung

125-Jahre Stäubli: Von der Schaftmaschine zum kolloborativen Industrieroboter

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Um 1950: Produktionsabteilung von Stäubli in Horgen, Schweiz.
Um 1950: Produktionsabteilung von Stäubli in Horgen, Schweiz. (Bild: Stäubli)

1892 entstand in einer kleinen Werkstatt in Horgen bei Zürich ein Unternehmen, das sich zu einem weltweit führenden Industriepartner für hochentwickelte Mechatronik-Technologien in den Bereichen Kupplungssysteme, Roboter und Textilmaschinen entwickelte. Unter dem Motto "125 Jahre Leidenschaft für Innovation" feiert die Stäubli Gruppe in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen in 29 Ländern weltweit.

Die Fäden zweier Familien verwoben sich im ausgehenden 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Textilindustrie, zu einem unternehmerischen Muster: Rudolph Schelling und Hermann Stäubli bewiesen 1892 kaufmännischen Instinkt und technisches Geschick, als sie im schweizerischen Horgen die Firma „Schelling & Stäubli“ gründeten. Das Unternehmen entwickelte sich seither von einer „mechanischen Werkstätte“ zu einem internationalen Mechatronik-Unternehmen.

Dem Kunden wertschöpfende Lösungen anbieten

Die Entwicklungen der vergangenen 125 Jahre drücken Kontinuität und Innovationsbegeisterung aus, die das Unternehmen stark machten: 125 Jahre Leidenschaft für Innovation lautet daher das Motto im Jubiläumsjahr 2017. Zeitgemäße technologische Weiterentwicklungen und visionäre Ideen formten ein Unternehmen, das im neuen Jahrtausend genauso erfolgreich agiert wie Ende des 19. Jahrhunderts.

„Leidenschaftliches Erfindertum und höchste Qualitätsansprüche gepaart mit Zuverlässigkeit, Kundenorientierung und einer auf Langfristigkeit ausgerichteten Strategie sind Werte, die in der Stäubli-Familie seit Generationen weitergegeben werden, um auch den nachfolgenden Generationen ein modernes, zukunftsfähiges Unternehmen übergeben zu können“, sagt Rolf Strebel, CEO der Stäubli-Gruppe. „Das bedeutet, nachhaltig und rentabel zu wirtschaften, wie auch technologisch gesehen der Zeit immer ein Stück weit voraus zu denken, um den Kunden wertschöpfende Lösungen anbieten zu können.“

Mit der Schaftmaschine begann alles

Im ausgehenden 19. Jahrhundert boomte die Textilindustrie. Schelling & Stäubli wurde zum wichtigen Lieferanten im Webereigewerbe mit einem Fokus auf Schaftmaschinen. Hermann Stäubli erwarb sein Wissen zunächst durch die Reparatur von Importprodukten. Daran lernte er und setzte sich schnell zum Ziel, ein besseres Produkt herzustellen. Sein Anspruch: höchste Qualität und eine ausgeprägte Kundenorientierung. Er wollte nichts weniger als die besten Schaftmaschinen bauen, damit Webereien optimale Resultate erzielen konnten. Schon damals hegte Stäubli hohe Anforderungen hinsichtlich einer effizienten Produktion, sprich: mehr Gewebe günstiger, in besserer Qualität und mit einer größeren Vielfalt an Mustern herstellen zu können. 1893 lieferte „Schelling & Stäubli“ dann die erste Schaftmaschine als Eigenkonstruktion aus. Im Jahr 1900 folgte die Weiterentwicklung zur ersten Papierkarten-Schaftmaschine, ausgerüstet mit einem Einlesesystem wie es heute noch verbreitet ist. Nach dem Tod von Rudolph Schelling, übernahm das Unternehmen 1909 den Namen Stäubli.

Erst Kupplungen, dann Roboter

Nach seinem Start als technischer Pionier und zuverlässiger Partner in der Webereibranche erweiterte Stäubli seine Kompetenzen auf Schnellkupplungslösungen. „Mit dem Beginn der Herstellung von Schnellkupplungen fasste die Familie Stäubli 1956 den weitreichenden Beschluss, Kompetenzen auch auf weitere Geschäftsfelder zu übertragen. Der Grundstein für die heutige Gestalt unseres Unternehmens war gelegt.“ Seitdem wurde bei Stäubli stetig nach Möglichkeiten gesucht, zukunftsfähige Technologien zu entwickeln, um die Industrieprozesse der Kunden weiter zu vereinfachen und sicherer zu machen. So war es nur konsequent, das Portfolio von Stäubli ab 2002 um elektrische Steckverbindungen zu erweitern.

Ein weiterer, wichtiger Schritt zur Diversifikation erfolgte 1982, mit dem Beginn der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Robotik-Pionier Unimation. Die Übernahme von Unimation im Jahr 1989 war die Grundlage für was sich später zu Stäubli Robotics, einem Anbietern von industrieller Robotik und Automation, weiterentwickelte.

Tief verankerter Innovationsgeist sorgt für wertschöpfende Lösungen

„Und das ist es wohl, was unser Unternehmen seit Beginn auszeichnet: Der Innovationsgeist, der tief verankert liegt in der Natur von Stäubli“, sagt Rolf Strebel. „Er sorgt dafür, dass wir stets neue, für die Kunden wertschöpfende Lösungen erarbeiten. Aber auch das Familiäre, der Geist des Zusammenhaltens, die Neugier und das Bewusstsein um die Notwendigkeit einer stetigen Weiterentwicklung sind maßgeblich für den langjährigen Erfolg. Das ist die Motivation: die Verbesserung – menschlich, fachlich, technisch, um auch in den nächsten 125 Jahren weiter so erfolgreich sein zu können.“

Geografische Ausdehnung und Portfolioerweiterung

Seit 1892 ist die Stäubli Gruppe sowohl technologisch als auch geografisch substanziell gewachsen. Bereits 1909 errichtete Stäubli seine erste Produktionsstätte in Frankreich, gefolgt von Werken in weiteren europäischen Ländern sowie Nord- und Südamerika und China. Im Zeitalter von digitaler Transformation und Industrie 4.0 setzt Stäubli seinen dynamischen Weg als technologischer Vorreiter für das Zusammenwirken von Mensch und Maschine in einer der fortschrittlichsten und innovativsten Industriebranchen fort. (jup)

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